Blog

Kontakt

Oktober 04

Schreibe Mail an:

mail[at]firstfruits.net

Spenden

Januar 09

 

Über PayPal :

 

oder


IBAN:                DE48 2575 0001 0091 5643 44
BIC-/SWIFT:      NOLADE21CEL

 

(Ktr. Nummer:   91564344
Bankleitzahl:   25750001
Bankinstitut:     Sparkasse Celle)

Versöhnungstag

November 16

1.1 Versöhnungstag – Yom Kippur

Yom Kippur ist der wichtigste Tag im jüdischen Kalender. Er beginnt am 10. Tag des 7. hebräischen Monats und somit zehn Tage nach „Yom Teruah“. An diesem Tag wurden die Sünden des gesamten Volkes Israel nicht nur gereinigt, sondern auch aus dem Lager verbannt. Die Hoffnung auf eine nationale Sühnung geschieht zu Yom Kippur. Israel stellte sich an diesem Tag in demütiger Haltung vor YHVH. Die Verantwortung zur Ausführung der Hauptzeremonie des Tages ruhte auf einem einzigen Mann, dem Hohepriester. Im 3. Buch Mose befindet sich der vollständige Bericht zum Tagesablauf des Versöhnungstags, auf welchen wir noch später eingehen.

1.2 Verständnis über die Natur der Sünde

Im Buch Levitikus ruft Gott Sein Volk dazu auf, sich Ihm zu nähern. Diese Annäherung war nur durch die Darbringung von speziellen Opfergaben möglich (3.Mo 1-7), dessen Reihenfolgen von YHVH festgelegt wurden. Der Grund dafür ist, dass der Mensch sündig ist und mit Gott, aus sich heraus, nicht in Kontakt kommen kann. Besondere Dinge mussten beachtet werden, wenn jemand sich auf dem Weg zum heiligen Gott befand.  Fünf spezielle Opfergaben werden dort erwähnt. Die gesamten vorgeschriebenen Opferdarbringungen greifen ineinander. In diesen von Gott vorgegebenen Verordnungen wird  auch das Sündopfer thematisiert. Die Vergebung der Sünden geschieht in allen Fällen nur durch das Vergießen von Blut (s. Heb. 10:22):

3.Mose 17:11: Denn das Leben des Fleisches ist im Blut, und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele.

Der Tod ist mit inbegriffen, wenn Gott die vom Menschen begangene Sünde vergibt. In der Torah diente ein rituell reines Opfertier als Ersatz für den Sünder. Dieses Tier nahm stellvertretend den Todesplatz des schuldigen Menschen ein. Gottes Gesetz fordert den Tod des Sünders (Hes. 18:4). Im Ersten Testament vergab YHVH Israels Sünden basierend auf dem Tieropfersystem (3.Mo. 4:20,26, 31,35). Das Tieropfersystem beweist demnach Gottes Gnade, der kein Gefallen am Tod des Ungerechten hat (Hes. 33:11). Dieses Ersatzsystem war demnach die einzige Möglichkeit, um dem Sünder zu vergeben und ihn am Leben zu lassen. Das Tieropfern als solches war ein Vorschatten auf Yeshuas Werk am Holz. Auf Grundlage des zukünftigen Werks des Opfertodes von Yeshua, bewirkten die Tieropfer zu der Zeit die sofortige Vergebung der Sünde. Es ist uns ersichtlich, dass ein Tier nicht nach der Weise des Menschen sündigt. Ebenfalls haben sich am Tag des ewigen Gerichts keine Tiere zu verantworten. Ihr Blut jedoch bewies das Sterben eines Lebewesens. Die Darbringung eines Schlachtopfers bewies im Grunde den Glauben des Sünders an den kommenden Erlöser, welcher Sein eigenes Blut vergießen wird.  Zu dem Zeitpunkt der Opfer waren aber alle Details zu Yeshua noch nicht bekannt. So konnte das Blut des Stieres oder des Schafes als legaler und notwendiger Ersatz dienen: bis hin zu der Zeit, in welcher das gesamte Opfersystem seine Erfüllung im Tod und der Auferstehung des Messias finden würde.

Weswegen gibt es denn den Tod überhaupt? Und wie besiegt Gott den Tod dann durch den Tod? Die Bibel berichtet, dass der Tod durch die Sünde in die Welt kam (Röm. 5:12). Sünde ist die Übertretung von Gottes Geboten (1. Joh 3:4). Aufgrund des sich Erhebens gegen Gottes Gesetz, trennte sich der Mensch vom Schöpfer. Wegen seiner Auflehnung gegen Gott wird er anhand des Gesetzes nun als ein Straftäter betrachtet. Verständlicherweise kann das selbige Gesetz (Torah), welches nun die Todesstrafe des Sünders fordert, den Menschen nicht erretten. Lediglich die Gnade Gottes rettet den Menschen. Diese Gnade wird dabei aber so angeboten, dass es mit Gottes Gesetz im Einklang bleibt. Die Forderung Leben für Leben, d.h. Tod des Schuldigen bleibt. Aus Liebe zu uns – und auf rechtskräftiger Grundlage basierend – opferte sich Yeshua freiwillig für uns am römischen Pfahl.  Insbesondere starb Er dabei den Tod eines Verbrechers, ein Detail, welches uns nicht entgehen kann. Das römische Holz war ein Folterinstrument, auf welchem Kriminelle, als Abschreckungsmethode, öffentlich hingerichtet wurden. Dieser Verbrechertod ist der, den wir eigentlich verdienten. Messias nahm aber den Fluch, d.h. den Ausspruch der Todesstrafe des Gesetzes, auf sich. Mit unserer Annahme vom Opfer Yeshuas ist Gottes Gerechtigkeit in der Bestrafung der Sünde erfüllt, und aus Seiner Gnade vergibt Er uns für die getanen Sünden.  

So oft einem Menschen vergeben wird, muss er dennoch eines Tages einen physischen Tod sterben, außer er befindet sich bei Messias Wiederkunft auf der Erde. Auch der für ihn sühnende Priester ist ein sterblicher Mensch, und anschließend geht das Ganze wieder von vorne los: eine neue Generation kommt auf, neue Priester folgen den vorherigen, und erneut werden Opfergaben gebracht.  An einem festgesetzten Tag jedoch soll für sämtliche Opfer in Israel ein für alle Mal ein Ende gemacht werden. Für jede einzelne Sünde wird gesühnt, alle Sünden werden aus dem Lager verbannt, und danach gäbe es keinen Grund mehr Opfer darzubringen. Dies geschieht zu Yom Kippur.

Das Wort „kippur“ ((כפור stammt aus der Wurzel „kappar“ und diese bedeutet „zu bedecken“. Yom Kippur ist sinngemäß der „Tag der Bedeckung “. STRONGS erklärt dieses Wort H3722, kappar, wie folgt:

Eine primitive Wurzel; abdecken (insbesondere mit Erdharz); im übertragenen Sinne zu sühnen oder dulden, zu beschwichtigen oder zu kündigen: - zu beschwichtigen, zu machen (an) Versöhnung, reinigen, zunichtemachen, zu vergeben, barmherzig, zu befrieden, in Einklang zu bringen

Die Wurzel wird in dem Bericht zu Noah genutzt, in welchem er die Arche mit „Pech“ (kappar) bedecken sollte. Die Übertragung zu Yom Kippur ist uns ersichtlich: Israels Sünde wird mit Blut bedeckt und somit vor YHVH ausgelöscht. Wegen des Blutes wird Gott an die Sünden nicht mehr gedenken. Nach den Verordnungen von Yom Kippur wird Israel anschließend als sündenfreies Volk vor Gott stehen können. Yom Kippur ist also der einzige Tag in der gesamten Schrift, an welchem dieser sündenlose Zustand des gesamten Volkes hergestellt wird. Nach diesem Tag gäbe es eigentlich keinen weiteren Grund mehr  Blut zur Sühnung einzusetzen. Dies läutet uns eine Nachricht ein, denn wenn Blut zur Sühnung  nicht mehr benötigt wird, ist Gottes Gerechtigkeit in Ewigkeit genüge getan. Der Tod existiert nur wegen der Sünde, und ist die Sünde abgeschafft, ist der Tod besiegt. Gottes Ringen, um uns von der Sünde zu erlösen, dient dem Zweck uns vor dem Tod zu bewahren! Ohne Sünde wären wir in keiner Todesgefahr und umgekehrt genauso. Sünde und Tod bilden so eine Art „Gesamtpaket“. Tod ist präsent der Sünde wegen, und wegen der Sünde wird wiederum Blut zur Sühnung gebraucht. Dieser sonst ewige Kreislauf der Sünde und des Todes endet an Yom Kippur! Das Vergießen des gerechten Blutes durchbricht diesen Kreislauf und schafft den Ausgleich, in dem ewige Vergebung und Tilgung der Sünde Eins werden. Da kein Mensch dies erfüllt, wurde Gottes Sohn selbst zum Mensch für uns und brachte sich als Ersatz für uns dar!

2.1 Adam und der Beginn der Sünde

Sünde (und damit der Tod) begann natürlich im Garten Eden. Dort wurde Adam von YHVH gewarnt, dass er an dem Tag, an welchem er von der verbotenen Frucht äße, sterben würde (1. Mo 2:17). Als Adam dies dennoch tat, wurde nun der Baum des Lebens mit folgender Erklärung durch Gott streng bewacht:

3.Mose 3:22: Und YHVH Elohim sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner, indem er erkennt, was gut und böse ist; nun aber — dass er nur nicht seine Hand ausstrecke und auch vom Baum des Lebens nehme und esse und ewig lebe!

Durch die Sünde war Adam hier bereits in einem gefallenen Zustand. YHVH begehrte es aber in überschwänglicher Gnade, den Adam von der Sünde zu erlösen. Dies ist dabei der erste Schritt in der Errettung. Wenn Adam wieder sündenfrei wird, wird der Tod ebenfalls verbannt und er wäre mit seinem Schöpfer wieder in Ewigkeit vereint. Dieses eigentliche Ziel der Erlösung geschieht erst zum Schluss. Streckt sich Adam aber nun in einem noch sündhaften Zustand aus, um nun von dem Baum des Lebens zu essen, würde er ewiglich in der Sünde leben! Dies galt es schnell zu verhindern, und so wurde der Weg zum Baum des Lebens versperrt. Obgleich dem Adam die frohe Botschaft der Erlösung bereits zuteilwurde, muss er nun für eine gewisse Zeit auf diese Wiedervereinigung warten. Der Erlösungsprozess wird für Adam auch inmitten von Härte und Prüfungen geschehen.

Für Israel wird dieses langersehnte Ereignis, die ewige Trennung von der Sünde und somit vom Tod, an Yom Kippur geschehen. Das von Gott berufene Volk ist, wie schon lang erhofft, nun endlich sündenfrei vor seinem Schöpfer. Dabei ist dieser Hintergrund nicht losgelöst von dem, was Adam zugesprochen wurde. Adam repräsentiert schlicht und einfach uns: den gefallenen Menschen, welcher dringend die Erlösung von seinem Schöpfer benötigt. Kollektiv in Israel – welches das gesamte erlöste Volk Gottes darstellt – sehen wir die Erfüllung der Verheißung, welche an Adam gegeben wurde. Adam ist der gefallene Mensch und Israel bildet in der Summe mehrere „Adams“. In diesem Volk hat jeder einzelne Gottes Erlösung für sich angenommen und steht für die Wiedervereinigung mit YHVH bereit.

An dem Tag, an welchem Adam sündigte, wird er für seine Handlung persönlich zur Verantwortung gezogen. Es gab aber eine Kreatur, die ihn zu dieser Sünde brachte. Dies war die Schlange – oder der Teufel – über welche an diesem Tag das Gericht ausgesprochen wurde:

3.Mose 3:14: Da sprach YHVH Elohim zur Schlange: Weil du dies getan hast, so sollst du verflucht sein mehr als alles Vieh und mehr als alle Tiere des Feldes! Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Staub sollst du fressen dein Leben lang!
15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: Er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen

Dies ist die erste Bibelstelle, aus welcher wir die frohe Erlösungsbotschaft vernehmen. Aus dem
Versprechen an die Frau geht hervor, dass Einer kommen wird, der dem Kontrahenten durch dessen
Zerstörung endgültig das Handwerk legen wird. Das Wort für „Same“ ist im Original Einzahl männlich: „zerach“. Dies schließt den Kreis zu unserer Erlösung. Hieraus geht hervor, dass Gott uns durch die Blutsühnung Seines Sohnes zu Ihm wieder vereinen wird. Dies ist die zentrale Botschaft der Bibel. Mit dieser Verheißung der Erlösung geht aber auch die vollständige Zerstörung des Erzfeindes mit einher, welcher die Quelle der Sünde überhaupt war. Dass dieser Sieg über den Feind mit der vollständigen Erlösung des Volkes Gottes verbunden ist, erscheint uns nun logisch. Aus der Beschreibung zu Yom Kippur aus dem Buch Levitikus geht es aber vorerst nicht besonders deutlich hervor, dass der Teufel dort bereits physisch vernichtet wurde. Dies wird in späterer Zukunft geschehen.

2.2 Der Weg der Erlösung und Untergang des Feindes

Weder bringt uns der Schöpfungsbericht sofort zu Yom Kippur, noch ist hier das Volk Israel schon bereitet. Adams Erlösung (Adam repräsentiert „Mensch“) wird nun der systematische Plan des Allmächtigen sein und er entfaltet sich nach und nach. Als erstes ist Adam als Empfänger dieser Erlösung sichergestellt, in welcher von Adam eine freiwillige und gehorsame Teilnahme von Gott gefordert ist. Durch Adams Sünde war die gesamte, zukünftige Menschheit verloren, denn „alle sterben in Adam“ (1.Kor 15:22). Wenn jedoch Adam bzw. alle Menschen auf dieser Welt Gottes Erlösung annähmen, so würden sie auch errettet werden. Denn „so werden auch im Messias alle lebendig gemacht“. Yeshua als seinen persönlichen Erlöser in Anspruch genommen zu haben, bezeugt die Annahme dieses Heilsangebots:

Johannes 3:16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.

Messias Yeshua kam um sich aufzuopfern, als es laut des Vaters Plan die geeignete Zeit in der menschlichen Geschichten war, Seinen Sohn für unsere Sünden zu opfern. Diese Opferung sicherte die Grundlage der Erlösung. Die Verheißung hierzu gab es bereits im Garten Eden. Die Aussage „Same der Frau“ liefert diese Grundlage. Der menschliche Same wird aber nur durch den Mann produziert. Seit Adams Fall können aber nur noch sündhafte Nachkommen gezeugt werden, da alle Menschen in die Sünde hineingeboren werden (Ps. 51:7). Käme Yeshua nun über den Samen des Mannes zur Welt, wäre er nicht im Stande als Messias zu gelten! Ein Mensch hatte aber gesündigt, und somit muss ein Mensch (und nicht ein Tier) auch für die Sünde sterben. So kam Messias Yeshua als Mensch durch übernatürliche Zeugung, geboren von einer Frau und ohne menschlichen Samen, zur Welt.

Aber der Kopf der Schlange wird erst noch zertreten werden. Auch wurde zum Gerichtsurteil über die Schlange gesagt, dass „ewige Feindschaft zwischen ihrem Samen und dem Samen der Frau herrschen wird“ (1.Mo.3:15). Ab hier trennen sich die Linien. Der Same der Frau ist der menschgewordene Yeshua. Diejenigen, welche das Heilsangebot vom Messias annehmen, sind Sein geistiger Same und sie werden ewiglich gehasst werden von denen, welche denselben ablehnen und dafür ihre eigenen Wege suchen. Diese Sinnbilder werden sofort in dem Bericht von Kain und Abel dargestellt. Schnell lesen wir, dass obwohl Gottes Erlösung jedem offen steht, nicht jeder Mensch diese Erlösung  annimmt. Die Feindschaft, welche der Schlangensame hervorbringt, wird zu Gottes Zwecken aber nutzbar gemacht.

Manche fragen sich vielleicht, weswegen YHVH nicht sofort den Teufel, nach dessen Rebellion, an Ort
und Stelle vernichtete. Sehr wohl wäre der Allmächtige Gott in der Lage gewesen dies zu tun. Die Erlösung des Menschen vollzieht YHVH vorerst zu Seiner Ehre (5.Mo.9:5, Ps.23:3, Jes. 48:11). In diesem Plan verstehen wir aber die sofortige Zerstörung des Feindes als kontraproduktiv. An Adams gefallenem Zustand, das Hauptziel der Wiederherstellung, hätte sich hierdurch nichts geändert. Zum schwachen Vergleich nehmen wir einen sorgsamen Chirurgen, der seinen Patienten von einem bösartigen Fremdkörper erlösen möchte. Er ist mehr am Überleben des Menschen interessiert, als an der radikalen Zerstörung des schädlichen Tumors.

Dem Feind wird noch eine Zeit gewährt – bis der Erlösungsplan abgeschlossen ist. Die Schlange ist und bleibt verflucht und ihr Untergang steht fest, und Gott arbeitet bis zur Endzeit an Adams Erlösung. Folglich erschließt sich uns auch Gottes Weg, und wir lernen Ihm zu gehorchen. Nun wissen wir in aller Ewigkeit, welche verheerenden Konsequenzen es auf diesem Planeten hatte, Gott nicht zu gehorchen. Yom Kippur ist der Meilenstein in der Menschengeschichte, an welchem alles wieder hergestellt wird.

3.1 Die zwei Samen

Der Mensch entscheidet fortan, ob er erlöst werden möchte:

 5.Mose 30:19: Ich nehme heute Himmel und Erde gegen euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt; so erwähle nun das Leben, damit du lebst, du und dein Same,
20 indem du YHVH, deinen Elohim, liebst, seiner Stimme gehorchst und ihm anhängst; denn das ist dein Leben und bedeutet Verlängerung deiner Tage, die du zubringen darfst in dem Land, das YHVH deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, zu geben geschworen hat.

Kain tat dies nicht. Er ist der Vater der Kinder der Ungehorsamen. Seine Werke waren böse (1.Joh. 3:12), er hasste seinen Bruder, sein Herz war unbußfertig und so wie sein Vater die Schlange, wurde er auch verflucht. Seine Linie wird von der göttlichen Linie abgetrennt. Einige Merkmale können wir dabei von ihm lernen. Er beherrscht die Religion und brachte, wie auch sein Bruder Abel, ein Opfer dar. Wobei er ebenfalls von der Erlösungsgeschichte gehört haben muss, lehnte er diese für sich ab.
Die Bibel beschreibt, dass Abels Opfer gerechter als das von Kain war und auch den Grund:

Hebräer 11:6: Durch Glauben brachte Abel Gott ein besseres Opfer dar als Kain; durch ihn erhielt er das Zeugnis, dass er gerecht sei, indem Gott über seine Gaben Zeugnis ablegte, und durch ihn redet er noch, obwohl er gestorben ist

Aus Kains Sicht mussten seine Opfergaben auf seine Weise vor Gott genügen. Seine Akzeptanz vor Gott soll auf seinen eigenen Grundlagen geschehen und nicht auf denen eines persönlichen Erlösers. Er tötet seinen Bruder, welcher aufgrund einer anderen Herzenshaltung vor Gott akzeptiert wurde. Auch nach Gottes Rufen änderte sich sein Herz nicht und er wird verflucht. Trotz des Fluches jedoch kommt der Name Gottes „El“ später in seiner Nachkommenschaft vor – er bleibt in jedem Fall religiös. Seine Generation beschäftigt sich mit den Vorzügen und Vergnügungen der Erde und versucht diese Welt zu einem annehmlichen Ort zu gestalten. Die Feindschaft zwischen den Samen drückte sich in dem tödlichen Übergriff Kains auf seinen Bruder Abel aus. Zukünftig ist dies ein anhaltendes Merkmal des Samens der Schlange. An Abels Stelle bekommt seine Mutter den Seth, „Ersatz“ und der Ruf nach dem Namen YHVHs beginnt.

4.1 Die Unmöglichkeit der Selbsterrettung

Die Knechtschaft unter der Sünde ist dadurch verstärkt, dass der Mensch in dem gefallenen Zustand die Sünde tun will. Der in der Sünde gefangene Mensch kann daher Gott aus sich heraus nicht aufsuchen (Ps. 14:2-3, 53:2-3, Joh. 6:44). Adam (wir) muss entsprechend auf allen Ebenen erlöst werden. Gottes Gnade bleibt dabei mit Seiner Gerechtigkeit im Einklang. Über die Notwendigkeit des würdigen und bereitwilligen Ersatzes sprachen wir bereits. Dies gleicht die vom Gesetz verlangte Todesstrafe für die begangenen Sünden aus. Hiernach kann dann von einer Vergebung des freigekommen Sünders die Rede sein. Derjenige, dem vergeben wurde, benötigt nun, für ein Leben nach der Freisprechung, als erstes einen Sinneswandel, um die selbigen Sünden nicht mehr tun zu wollen. Erlangt er dieses, benötigt er folglich Richtlinien, wie vor Gott wirklich zu wandeln ist. Hierzu verhilft ihm Gottes Gesetz (Torah).

Seine Erlösung ist dann an dem Tag abgeschlossen, wo er vor Gott steht und alle Sünden von ihm entfernt werden. Ist dieser Zustand wieder erreicht, wie es einst bei Adam war, steht unserer Verherrlichung ins ewige Leben nichts mehr im Wege. Dies wird uns zu Yom Kippur versprochen, der Tag der Versöhnung oder Bedeckung! Denken wir auch an den Todesstoß, welcher der Schlange noch vorbehalten ist. Als Israel nach dem Auszug aus Ägypten sicher das Schilfmeer überquerte, starb der Pharao und seine Rotte am Boden des Meeres. Pharao ist hier ein Sinnbild für den Satan, der in die Tiefe gestürzt wurde um nie wieder aufkommen zu können. Endgültig findet dieser Vorschatten seine Erfüllung am Ende der Zeit. Preisen wir Yeshua, denn ER ist es, der für uns diese teure Erlösung errungen hat.

5.1 Yom Kippur – der Ablauf

Kommen wir nun zum Tag des Yom Kippur. Ein Verständnis über die Stiftshütte wäre hier von Vorteil (siehe unsere Videoserie „Die Stiftshütte“).

3.Mose 16:1: Und YHVH redete zu Mose nach dem Tod der beiden Söhne Aarons, als sie vor YHVH traten und daraufhin starben.
2 Und YHVH sprach zu Mose: Sage deinem Bruder Aaron, dass er nicht zu allen Zeiten in das Heiligtum hineingehen soll, hinter den Vorhang, vor den Sühnedeckel, der auf der Lade ist, damit er nicht stirbt; denn ich will auf dem Sühnedeckel in einer Wolke erscheinen.

Yom Kippur ist nur einmal  im Jahr. Wenn ein Jahr die Menschheitsgeschichte darstellt, so gibt es einen einzigen Tag in dieser Zeit, an welchem der Hohepriester die ewige Sühnung für Gottes Volk, vor Gottes Thron, sichert. Aaron war Israels erster Hohepriester, und ihm wurde hier gezeigt, in welcher Weise er direkt vor Gott kommen sollte. Die Stiftshütte war ein großes Zelt und war das Urmodell des späteren Tempels. In der Wüste war dieses Zelt inmitten der Kinder Israels, welches auch gut für den mobilen Einsatz der Wüstenwanderung angepasst war. In diesem gab es einen Bereich, in welchem sich die Bundeslade befand (2.Mo. 25-27). Dieser Bereich war besonders abgetrennt. Über der Bundeslade und auf dem Deckel ruhte die Herrlichkeit Gottes: YHVH war
persönlich inmitten des Volkes anwesend. Hier konnte keiner rein.

3 Auf diese Weise soll Aaron in das Heiligtum hineingehen: mit einem jungen Stier als Sündopfer und mit einem Widder als Brandopfer;

In diesem Szenario ist Aaron ein Vorschatten auf den großen Hohepriester Yeshua. Durch Yeshua
wird eines Tages der tatsächliche Tag von Yom Kippur in allen Aspekten noch erfüllt werden. Dennoch ging Aaron zu dieser Ausführung tatsächlich hinter den Vorhang und vor Gott. Zu dem Ort also, wo wahrhaftig die Anwesenheit YHVHs inmitten Israels war. Es handelt sich hier um eine reelle Nachstellung des noch kommenden großen Tages, die in den Details des Vorbilds ausgeführt wurden. Während Aaron zwar diesen Typus darstellt, kann er in Wirklichkeit nicht die Person von Yeshua einnehmen. Aaron hat selbst, wie jeder andere Mensch, auch die sündhafte Natur inne. Daher beginnt Aaron den Tag als erstes mit einem Opfer für sich selbst und sein Haus, um vorerst für die eigenen Sünden Sühnung zu erlangen (Hebr. 5:3, 7:27).

4 und er soll den heiligen leinenen Leibrock anziehen und soll ein leinenes Unterkleid an seinem Fleisch haben und sich mit einem leinenen Gürtel gürten und einen leinenen Kopfbund umbinden, denn das sind die heiligen Kleider; und er soll sein Fleisch im Wasser baden und sie anziehen.

Dieses Detail lässt uns verstehen, dass Aaron an diesem wichtigen Tag nur schlichte, weiße Leinenkleider anhatte. Für gewöhnlich trug er das hohepriesterliche Gewand, welches durch Zierde und Besonderheit auffiel (2.Mo. 28:2). An diesem Tag sollte er aber seine üblichen Gewänder für die Schlichteren eintauschen. Er repräsentiert hier natürlich Yeshua, welcher Seine ursprüngliche Herrlichkeit, die Er bei Gott hatte, ablegte (Joh. 17:5). Er kam auf diese Erde um als Mensch für unsere Sünde zu sühnen. Die reinen, weißen Kleider deuten darauf hin, dass Yeshua trotz Seiner abgelegten Herrlichkeit vollkommen rein und heilig ist.

5 Dann soll er von der Gemeinde der Kinder Israels zwei Ziegenböcke nehmen als Sündopfer und einen Widder als Brandopfer.

Es handelte sich um zwei identische Ziegenböcke, auf die wir später zu sprechen kommen.

6 Und Aaron soll den Jungstier als Sündopfer für sich selbst herzubringen und Sühnung erwirken für sich und sein Haus.
7 Danach soll er die beiden Böcke nehmen und sie vor YHVH stellen, an den Eingang der Stiftshütte. 8 Und Aaron soll Lose werfen über die beiden Böcke, ein Los »Für YHVH« und ein Los »Für die Verwendung als Sündenbock«.

Das Wort hier für „Sündenbock“, ist das hebräische Wort „Azazel“ (עזאזל). Dieses Wort wird heute oft vielfältig unter einer verruchten Bedeutung pervertiert, in dem manche in diesem Wort einen Dämon oder ähnliches sehen wollen. Dies ist nicht der Fall. Die Wurzel kommt im hebräischen zwar nicht oft vor, es beschreibt aber die komplette Verbannung. Azazel bedeutet vereinfacht die „Ziege der Verbannung“. Warum dieser Teil notwendig ist, wird uns in Kürze erklärt.

9 Und Aaron soll den Bock herzubringen, auf den das Los »Für YHVH « fiel, und ihn als Sündopfer opfern.
10 Aber den Bock, auf den das Los »Für die Verwendung als Sündenbock« fiel, soll er lebendig
vor YHVH stellen, um über ihm die Sühnung zu erwirken und ihn als Sündenbock in die Wüste fortzuschicken.

Die zwei Ziegen verkörpern für sich genommen jede, was Yeshua eigenständig in Einem erfüllt. Zum einen ist Blut für die Sühnung nötig (Hebr. 10:22); diesen Teil wird eine der zwei Ziegen erfüllen. Zum anderen erinnern wir uns daran, dass Gott auch noch auf die völlige Verbannung der Sünde abzielt. Der eine Bock, auf welchen das Los zum Sterben fiel,  wird geschächtet und dient deswegen für die nötige Blutsühnung. Wir sehen sofort die Parallele zu Yeshua. Als Er von Pilatus zu Herodes und zurück geschickt wurde, bezeugte der römische Präfekt, „dass er in Yeshua keine Schuld fand“ (Luk. 23:4, Joh.19:6). Pilatus bietet der Menge dann die Wahl zwischen zwei Männern, worauf einer von ihnen freikommt; während der andere sterben wird. Die Menge wählte die Freilassung von Barabbas und war auf den Tod des Messias erpicht. Yeshua war unschuldig und rein, sollte aber dennoch sterben.

11 Und Aaron bringe den Jungstier des Sündopfers herzu, das für ihn selbst bestimmt ist, und erwirke Sühnung für sich und sein Haus; und er schächte den Jungstier des Sündopfers, das für ihn selbst bestimmt ist.

Sind die zwei Ziegen sichergestellt, geht es vorerst zur Sühnung Aarons.

12 Danach nehme er die Pfanne voll Feuerkohlen von dem Altar, der vor YHVH steht, und seine beiden Hände voll wohlriechenden zerstoßenen Räucherwerks und bringe es hinein hinter den Vorhang;
13 und er lege das Räucherwerk auf das Feuer vor YHVH, damit die Wolke des Räucherwerks den Sühnedeckel verhüllt, der auf dem Zeugnis ist, und er nicht stirbt.
14 Er soll auch von dem Blut des Jungstieres nehmen und es mit seinem Finger gegen den Sühnedeckel sprengen, nach Osten zu. Siebenmal soll er so vor dem Sühnedeckel mit seinem Finger von dem Blut sprengen.

Bis hierhin ging es vorrangig um Aarons eigene Reinigung. Zu diesem Zweck musste er am Yom Kippur ebenfalls hinter den Vorhang gehen, was sonst nicht erlaubt war. Als Vertreter des Volkes muss seine eigene Beziehung zu Gott vollendet sein, ehe er für andere eintreten kann. In der obigen Beschreibung sehen wir, dass dies sowohl für Aaron, wie auch für jeden anderen, nur durch Sühnopfer möglich ist. Als Hohepriester wird ihm jedoch mehr auferlegt, und seine Verwendung des Sündopfers deckt sich mit dem, wie es üblicherweise von dem Hohepriester verlangt wurde (3.Mo. 4:3-7).

15 Danach soll er den Bock des Sündopfers, das für das Volk bestimmt ist, schächten und sein Blut hineinbringen hinter den Vorhang, und er soll mit dessen Blut tun, wie er mit dem Blut des Jungstiers getan hat, und er soll es auf den Sühnedeckel und vor den Sühnedeckel sprengen.

Mit dem Blut, mit welchem für das Volk gesühnt werden soll, wird am Yom Kippur ähnlich verfahren wie mit dem Opfer des Hohepriesters. An diesem Tag wird für jede Sünde des Volkes gesühnt – alles kommt direkt vor YHVH. Das Räucherwerk (v.12) bietet dem Aaron Schutz. Denn trotz der für sich selbst vollbrachten Sühnung, ist Aaron dennoch ein irdischer Mensch und er kann somit nicht in direkten Kontakt mit der Herrlichkeit des Allmächtigen kommen. Das Blut kommt auf und vor den Deckel der Bundeslade, welche sinnbildlich in der Stiftshütte Gottes Thron darstellte. Der Sühnedeckel hat im hebräischen die gleiche Wurzel wie das Wort „Kippur“ und heißt „Kapporet“. Im übertragenen Sinne bedeutet der Deckel der Bundeslade „dort, wo Sühnung erwirkt wird“. Es ist ein schönes und verheißungsvolles Bild für uns. Wenn wir vor den Thron von YHVH durch das Blut des Messias Yeshua  treten, erhalten wir von unserem Himmlischen Vater die ewige Sühnung.

16 So soll er Sühnung erwirken für das Heiligtum wegen der Unreinheiten der Kinder Israels und wegen ihrer Übertretungen und aller ihrer Sünden, und er soll dasselbe tun mit der Stiftshütte, die sich mitten unter ihren Unreinheiten befindet.
17 Und kein Mensch soll in der Stiftshütte sein, wenn er hineingeht, um die Sühnung zu erwirken im Heiligtum, bis er wieder hinausgeht. Und so soll er Sühnung erwirken für sich und sein Haus und die ganze Gemeinde Israels.

Wie erwähnt, besteht für Yeshua keine Notwendigkeit zur Sühnung, da er vollkommen sündenfrei ist. Nur Er kann direkt und unmittelbar vor den Thron des Vaters gehen. Daher ist Er auch der Einzige, welcher in der Lage ist, diese Sühnung für uns an Yom Kippur zu vollbringen. Genauso wie Aaron für diesen Dienst alleine in die Stiftshütte gehen musste, so gibt es auch niemanden, der Yeshua beim Erlösungswerk helfen konnte. Dieses Werk und dieser Sieg sind allein Seins.

18 Und er soll hinausgehen zu dem Altar, der vor YHVH steht, und für ihn Sühnung erwirken. Und er soll von dem Blut des Jungstieres und von dem Blut des Bockes nehmen und auf die Hörner des Altars tun, ringsum,
19 und er soll mit seinem Finger von dem Blut siebenmal darauf sprengen und ihn reinigen und heiligen von der Unreinheit der Kinder Israels.
20 Und wenn er die Sühnung vollendet hat für das Heiligtum und die Stiftshütte und den Altar, so soll er den lebendigen Bock herzubringen.

Die Geräte der Stiftshütte symbolisieren die heutigen Instrumente der täglichen Anbetung des Gläubigen vor Gott: Selbstopferung, Gebet, heiliger Wandel, usw. Am Yom Kippur muss all dieses gereinigt und geprüft sein, damit es von Gott als vollkommen gefunden werden kann.

21 Und Aaron soll seine beiden Hände auf den Kopf des lebendigen Bockes stützen und über ihm alle Schuld der Kinder Israels und alle ihre Übertretungen in allen ihren Sünden bekennen, und er soll sie dem Bock auf den Kopf legen und ihn durch einen Mann, der bereitsteht, in die Wüste fortschicken.
22 Und der Bock soll alle ihre Schuld, die auf ihm liegt, in ein abgeschiedenes Land tragen; und er schicke den Bock in die Wüste.

Erst jetzt geht es zu dem weiteren Teil, welcher nun durch die zweite noch lebenden Ziege ausgerichtet wird. Die Tradition überliefert uns, dass sich die zwei Ziegen für Yom Kippur von der Gattung, dem Alter usw. sehr ähnlich waren. Demnach sollte der eine Ziegenbock nicht etwa großwüchsig und gesprenkelt sein, und der andere mittelgroß und pechschwarz. Eine gute und greifbare Erklärung, da die zwei Ziegen im Prinzip ein Werk darstellen. Durch die zweite Ziege sollte jetzt lebhaft das ausgespielt werden, was mit der Sünde passieren soll. Durch das Händeauflegen identifiziert sich ganz Israel mit dem Sündenbock und bekennt seine Sünden auf ihm, welcher anschließend diese ganzen Sünden für immer aus dem Lager wegträgt.

Ein weiterer Aspekt aus kirchlicher Geschichte zu Barabbas ist, dass dieser damals den Vornamen „Yeshua“ getragen haben soll. Dies ist interessant, da ja zwei sich ähnelnde Ziegen zu Yom Kippur verwendet wurden. Dies sind natürlich nur Sinnbilder, denn Barnabas war Schuld beladen und Yeshua ist rein und heilig. An dem Tag, an dem Messias Yeshua gekreuzigt wurde, kam dieser andere frei , obwohl er schuldbeladen war. Das Volk hatte Barabbas Freilassung gewählt – und sich somit mit ihm identifiziert! Es ist selbstverständlich kein Zufall, dass die Evangelisten dieses Ereignis vorsichtig dokumentiert haben. Sie waren alle gründlich in der Torah unterrichtet und haben verstanden, dass jenes, was vom Ablauf und Typus her dort vor sich ging, im Wort Gottes schon vor Zeiten zu Yom Kippur beschrieben war. Die eigentliche Bezahlung durch das Blut geschah durch die vorherige Ziege, auf welche das Los für YHVH fiel. Es kann aber nicht die eine Ziege geopfert werden, und anschließend durch dieselbe die Sünden aus dem Lager leibhaftig forttragen werden. Yeshua, mit seinem Opfertod und Auferstehung, vereint aber diese beiden Aspekte in sich Selbst. Die zwei Ziegen stellen dar, was zur ewigen Bereinigung der Sünde geschehen muss.

23 Und Aaron soll in die Stiftshütte gehen und die leinenen Kleider ausziehen, die er anzog, als er in das Heiligtum ging, und soll sie dort lassen;
24 und er soll sein Fleisch im Wasser baden an heiliger Stätte und seine eigenen Kleider anziehen und hinausgehen und sein Brandopfer und das Brandopfer des Volkes opfern und Sühnung erwirken für sich und das Volk.

Sobald die Sühnung in der Stiftshütte vollbracht ist und die Sünden verbannt worden sind, zieht sich Aaron seine priesterliche Kleidung wieder an! Dies ist ein Vorschatten auf Yeshua, welcher zu Seiner göttlichen Herrlichkeit zurückkehrte, nachdem Er Sein sühnendes Werk auf Erden vollendete.

25 Und das Fett des Sündopfers soll er auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen.
26 Der aber, welcher den Bock als Sündenbock fortgesandt hat, soll seine Kleider waschen und seinen Leib im Wasser baden, und danach kann er in das Lager kommen.

Bei Aaron wurde nicht explizit erwähnt, dass er erst nach einer Waschung zurück ins Lager konnte. Hier ist die Waschung aber eine Bedingung für den Assistierenden, nach welcher dieser wieder unter das Volk durfte. Dies gibt uns zu verstehen, dass keine Unreinheit an Aaron persönlich haften blieb. Obwohl Yeshua die Sünden für uns auf Sich trug, tat er selber bis zum Schluss keine Sünde und blieb rein.

27 Den Jungstier des Sündopfers aber und den Bock des Sündopfers, deren Blut zur Sühnung in das Heiligtum gebracht worden ist, soll man hinaus vor das Lager schaffen und mit Feuer verbrennen, ihre Haut und ihr Fleisch und ihren Unrat.

Die Leiber der Tiere, welche als Sündopfer dargebracht werden, mussten immer außerhalb des Lagers gebracht werden und dort verbrannt werden (3.Mo. 4:11, 6:30, 9:11, Hebr. 13:11). Nichts von der Sünde sollte im Lager verbleiben. Yeshuas Opfertod außerhalb des Stadttores zeigt, dass Er unser Sündopfer ist (Joh. 19:17).

28 Und der sie verbrannt hat, wasche seine Kleider und bade seinen Leib im Wasser, und danach kann er in das Lager kommen.
29 Und das soll eine ewig gültige Ordnung für euch sein: Am zehnten Tag des siebten Monats sollt ihr eure Seelen demütigen und kein Werk tun, weder der Einheimische noch der Fremdling, der in eurer Mitte wohnt.
30 Denn an diesem Tag wird für euch Sühnung erwirkt, um euch zu reinigen; von allen euren Sünden sollt ihr gereinigt werden vor YHVH.
31 Darum soll es euch ein Sabbat der Ruhe sein, und ihr sollt eure Seelen demütigen; das soll eine ewige Ordnung sein.
32 Und die Sühnung soll ein Priester vollziehen, den man gesalbt und dessen Hand man gefüllt hat, damit er an Stelle seines Vaters als Priester dient; und er soll die leinenen Kleider anziehen, die heiligen Kleider,
33 und er soll Sühnung erwirken für das Allerheiligste und die Stiftshütte, und für den Altar soll er Sühnung tun; auch für die Priester und für die ganze Volksgemeinde soll er Sühnung erwirken.
34 Das soll euch eine ewige Ordnung sein, dass ihr für die Kinder Israels einmal im Jahr Sühnung erwirkt wegen aller ihrer Sünden! Und man machte es so, wie YHVH es Mose geboten hatte.

Der Abschluss der Passage beschreibt u.a. die Ordnung für das Volk an diesem Tag. Die Haltung des Volkes spiegelt hiernach Demut wieder, und es war ein Tag, der in hohen Ehren zu halten war. Auch das Arbeiten ist an diesem Tag gänzlich verboten. Sich zu demütigen wird im traditionellen Judentum mit einem  Ganztagsfasten verstanden. Ein Brauch der scheinbar so auch zu Zeiten der Apostel gehalten wurde (Apg. 27:9).

5.2 Versöhnung und Tilgung

In der zentralen Zeremonie zu Yom Kippur sehen wir das vollendete Werk von Yeshua. Auf Ihn deuten alle Opfergaben der Schrift – unsere Erlösung ist in Ihm nun vollkommen. Die Opferungen des Tages, zu Zeiten der Wüstenwanderung, sicherte Israel einen Neuanfang zu – frei von der Sünde. Wenn Israel nun tatsächlich ewiglich frei von der Sünde wurde, stellt sich die Frage, weswegen sie dennoch allesamt in der Wüste gestorben sind. Bekanntlich stirbt der Mensch nur Aufgrund der Sünde. Ist aber für diese Sünde bezahlt und die Vergebung nun geschehen, zusätzlich dass diese Sünde folglich hinwegtragen wurde und der Mensch nun sündlos ist: weswegen stirbt er weiterhin, nach dem jährlichen Yom Kippur? Die einzige Erklärung ist, dass Yom Kippur noch nicht stattgefunden hat. Die Sünde wird bis zum Ende andauern, solange der Mensch aus Fleisch und Blut besteht.

Dem Mensch ist nach der Annahme des Messias Yeshua für begangene Sünden vergeben. Auch bekommt er die Kraft des Geistes und die Weisung der Torah, fortan ein heiliges Leben zu führen. Dennoch ist er nicht perfekt, solange er sich weiterhin im fleischlichen Körper befindet. Keiner ist vollkommen, und jeder Gläubige wird noch am Ende der Weltzeit, für die völlige Reinigung, vor Yeshua stehen müssen. Dies geschieht zu Yom Kippur. Hierzu geschieht dann die ewige Reinigung, die Zerstörung des Bösen und das Abtun des Fleisches. Danach bekommen die Gerechten verherrlichte Leiber, in welchen nie wieder gesündigt werden kann. Dies ist Gottes Ziel. Der Autor des Hebräerbriefs liefert das Verständnis zu dem, was im Allgemeinen in der Stiftshütte und dem Tempeldienst stattfand:

Hebräer 9:9: Dieses ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit, in welcher Gaben und Opfer dargebracht werden, die, was das Gewissen anbelangt, den nicht vollkommen machen können, der den Gottesdienst verrichtet,
10 der nur aus Speisen und Getränken und verschiedenen Waschungen besteht und aus Verordnungen für das Fleisch, die bis zu der Zeit auferlegt sind, da eine bessere Ordnung eingeführt wird.

Alle Zeremonien sind bisher Schatten von dem gewesen, was noch kommen soll und dienten zu unserer Unterrichtung:

Hebräer 10:1: Denn weil das Gesetz nur einen Schatten der zukünftigen [Heils-]Güter hat, nicht die Gestalt der Dinge selbst, so kann es auch mit den gleichen alljährlichen Opfern, die man immer wieder darbringt, die Hinzutretenden niemals zur Vollendung bringen.
2 Hätte man sonst nicht aufgehört, Opfer darzubringen, wenn die, welche den Gottesdienst verrichten, einmal gereinigt, kein Bewusstsein von Sünden mehr gehabt hätten?
3 Statt dessen geschieht durch diese Opfer alle Jahre eine Erinnerung an die Sünden.
4 Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!

Bestimmen zu wollen, wann Yom Kippur genau passieren, wird ist viel zu spekulativ, aber wir wissen um die Dinge, die zur Versöhnung eintreten werden. Die Vernichtung des Feindes, des Teufels, wird nach Yom Kippur erwartet. Alle die Yeshua als Messias haben und im Buch des Lebens stehen, werden verwandelt in Unsterblichkeit, aber auch das Land, welches Israel zugesprochen wurde, wird wieder freikommen. Derzeit ist dieses Land das umstrittenste Grundstück der Welt. Die Bibel beschreibt, dass dieses Land Gott gehört und dass Er es den Kindern Israel als Erbe gegeben hat. Der rechtmäßige Besitzer ist aber natürlich YHVH, der Schöpfer von Himmel und Erde. (3.Mo.25:23).

Bevor das Erbe unter den 12 Stämmen Israels aufgeteilt wurde, gab es die entsprechenden Richtlinien zum Umgang damit. Das Land wurde innerhalb den Stämme, je nach Größe einer Familie, dann endgültig zugewiesen. Das Land sollte wirtschaftlich und ökonomisch genutzt werden. Aus agrarwirtschaftlicher Sicht musste das Land z.B. alle sieben Jahre ruhen. Im Jahr vor dem Siebten versprach Gott eine üppige Ernte, welche Israel während der Dauer der Ruhezeit erhalten wird. Nach Gottes Gesetzt und Regelung wäre es grundsätzlich unmöglich gewesen, dass ein Israelit verarmt (5.Mo. 15:4). Verarmung passiert oft dort, wo Gier, Ehrgeiz, Selbstüberschätzung oder Unterdrückung im Spiel sind. Diese Dinge sollen ja eigentlich nicht unter Gottes Volk vorkommen. Gottes Gesetz bleibt dabei praktisch und rechnet menschliche Fehler und Sünden mit ein, denn auch in Israel gibt es Treue und Untreue, sowie kluge und weniger kluge Geschäftsleute.

Als erstes galt es zu verstehen, dass das Land nicht verkauft werden konnte. Familienbesitz konnte nicht fremdübertragen werden. Ein reicher Mann aus dem Stamm Gad konnte alsdann kein zusätzliches Land aus dem Gebiet Asser auf ewig erwerben, nur weil seine Mittel es zuließen, oder weil der wollende Verkäufer verarmt war. Die Regelung, die hier unter anderem für einen Schuldenausgleich getroffen werden konnte, war das Verpachten. Zu einer bestimmten Zeit  musste der Pachtvertrag aber wieder annulliert werden. Ein Israelit, der für eine Zeit bei einem anderen zur Arbeit gezwungen war, um Verbindlichkeiten auszugleichen, kam ebenfalls nach einer bestimmten Zeit wieder frei. So spielte es nach der Torah keine wirkliche Rolle, wie schwer die Schuldlast war: es gab immer Aussicht auf Wiederherstellung. Dies geschah in jedem 50. Jahr, dem Erlassjahr.
Diese Regelung weist Parallelen zu der Sündenthematik auf. Getane Sünden werden durch Yeshuas Vergebung an Yom Kippur gereinigt und fallen nicht ins Gewicht. Es wurde angeschnitten, dass Verlust des Landes vermutlich aus sündhaftem Verhalten stammte. Ob aber nun Sünde oder Landesverlust: alle fünfzig Jahre wird beides an einem und demselben Tag für Israel getilgt. Dies wurde mit dem Anfang des Erlassjahres verwirklicht, denn das Jubeljahr konnte immer nur am Yom Kippur beginnen. Das Erlassjahr, welches Besitz und Freiheit wiederherstellt, beginnt am Tag von Yom Kippur, dem Tag, an dem die Sünden getilgt werden.

3.Mo.25:9: Da sollst du die Posaune blasen lassen durch euer ganzes Land am zehnten Tage des siebenten Monats, am Versöhnungstag.
10 Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Lande für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seiner Habe und zu seiner Sippe kommen.

Im zukünftigen noch kommenden 50. Jahr geht das Land wieder zum rechtmäßigen Besitzer zurück, welcher der allmächtige Gott persönlich ist. Gleichzeitig ist es aber auch der Tag, an welchem für Israel gesühnt wird. Es ist deutlich, dass sich dieses Ereignis noch nicht erfüllt hat. Das zukünftige Yom Kippur, welches Gottes Volk reinigt und es für die Verherrlichung vorbereitet, leitet gleichzeitig die Wiederherstellung des Landes Israel ein, wie es Vater Abraham aber versprochen wurde.

6.1 Das Ende des Zeitalters und Untergang des Feindes

Mit der Erfüllung aller Dinge wird auch das Urteil in Kraft treten, welches im Garten Eden über die Schlange ausgesprochen wurde. Als Quelle der Verführung und  Sünde gegen Gott wird der Erzfeind am Ende des menschlichen Zeitalters vertilgt. Über diese Ereignisse lesen wir im Endzeitbericht der Offenbarung. Es wurde bereits im ersten Testament an mehreren Stellen in Typen vorprophezeit, wie Gott sein Volk aus der Unterdrückung erlöst, um den Erzfeind dann anschließend auch zu vernichten. Zwei von solchen Typen werden an dieser Stelle, zusammengefasst aus dem Buch der Richter, mit eingebracht. In unserem ersten Bericht handelt es sich um Israels Unterdrückung unter der Hand von Jabin, dem König der Kanaaniter. Die kanaanitischen Völker waren Israel gegenüber feindlich gesonnen. Darüber hinaus repräsentiert dieses Volk aber auch Kämpfe, die der Gläubige noch heute im Fleisch hat. Mit diesen Völkern durfte Israel keinen Bund schließen; sogar der Bann lag auf ihnen. Weiter war es Israels Auftrag, diese Völker aus dem verheißenen Land zu vertilgen. Gottes Volk wurde hierin allerdings zunehmend gemächlich, so dass der Feind oft und schnell wieder die Oberhand bekam. In vielen Instanzen war dann die erneute Unterdrückung des Volkes schlimmer als die zuvor.

Der Fall von Jabin dem Kanaaniters ist einer solcher Fall. Dieser König war mächti,g und er bezwang Israel 20 Jahre lang. Zudem verfügte er über eine gewaltige Streitmacht (Ri. 4:3). Aus seiner Hand gab es ohne Weiteres kein Entrinnen. Israel schrie zu seinem Gott, und YHVH erweckt ihnen Retter zu ihrer Befreiung. Diese Verbündeten waren Barak (bedeutet: Blitz) und Deborah (Wort) die Prophetin, die Frau des Lapidoth (Feuerfackeln).

Israels Erlösung beginnt damit, dass Deborah nach Barack ruft (v.6). Deborah stellt das Wort Gottes dar, und ihr Ehemann ist ein Typus des Heiligen Geistes, durch welchen das Wort Gottes frei macht. Gottes Wort und Sein Geist sind voneinander unzertrennlich. Barak, der Blitz, repräsentiert Gottes Gericht. Wenn Gottes Kinder die Erkenntnis durch Seine Heilige Schrift erlangen, wird die Sünde entblößt und gerichtet. Hiernach hat diese keine Macht mehr und Gottes Volk kommt frei. Im Bericht kommt es dann zu einem großen Krieg. Die feindlichen Streitkräfte Jabins wurden durch den Heerführer Sisera  geleitet. Er ist in diesem Szenario ein Typus des Erzfeindes, welcher gegen Israel eine riesige Streitmacht führt. Die gesamte feindliche Schar kommt in dem Kampf um, aus welchem der Heeresführer entflieht. Er glaubt Zuflucht im Zelt einer Frau gefunden zu haben, die ihn aber in den Schlaf lockt. Anschließend durchbohrt sie ihm die Schläfe mit einem Pflock, mit welchem sein Kopf zerschmettert am Boden befestigt wurde. Auf diese Weise kommt Sisera endgültig um.

Die hantierende Frau hieß Jael und ihr Name bedeutet „Bergziege“. Alle genutzten Instrumente in der Geschichte werden aus dem Verständnis zu Yom Kippur deutlich. Das Zelt ist ein Sinnbild für den Tempel oder die Stiftshütte, in welchem die Opfergaben stattfinden. Im Tempel findet das von Gott vorgegebene Opferwerk statt, durch welchen der Mensch Sühnung erlangt. Mit Opferung für die Sünde erlangt Gottes Volk Freiheit und triumphiert über den Feind. Der Pflock, mit welchem der Feind zerstört wurde, deutet auf die Nägel, mit welchen Messias Yeshua ans Holz geheftet wurde. Die Nägel, welche den Messias durchbohrt haben, bewirken gleichzeitig die Befreiung vom Satan. Die durchbohrte Schläfe des Heerführers deutet auf den zerschmetterten  Kopf des Erzfeindes, den Teufel. Durch Messias‘ Opfertod erlangt der Bedrückte also den gänzlichen Sieg über den Feind. Die Anspielung auf eine Bergziege deutet auf die zweite „Azazel“ Ziege, welche die Sünden aus dem Lager Israels für immer fortträgt. Ist dies geschehen, endet in aller Ewigkeit das Wirken des Feindes.

Israels Erlösung durch den Richter Ehud bietet ein weiteres Beispiel. Schon sein Name lehnt sich an den Stamm Judah an, aus welchem Yeshua entsprungen ist. Zu Ehuds Amtszeit wurde Israel durch die Moabiter unterdrückt, welche Israel gegenüber größtenteils feindselig waren. Ihr König hatte den Namen Eglon, was „Bullenkalb“ bedeutet. Es erinnert an Israels Götzendienst am Berg Sinai, in der Anbetung des Goldenen Kalbs. Eglon ist hier ein Typus für den Erzfeind des Volkes Gottes. Er war ein sehr fetter Mann, der das Leben der fleischlichen Gelüste versinnbildlicht, in welche Israel so verstrickt war. Die Unterdrückung von achtzehn Jahren deuten auf die lange und schwere Zeit, die Israel in der Befriedigung des fleischlichen Lebens zubrachte und dadurch geistig stagnierte. Ehud, als Gottes Erretter, schafft es eine Audienz beim König Eglon zu bekommen. Dass Ehud linkshändig war, zeigt, dass er außergewöhnlich ist. So ist auch Messias‘ Werk einzeitigartig.

An sein rechtes Bein war ein zweischneidiges Schwert geschnallt, welches Bildersprache für das Wort Gottes ist (Heb. 4:12, Eph. 6:17). Hiermit wird deutlich, dass Ehud nur Kraft durch das Wandeln im Wort Gottes  erlangt. Bevor der moabitische König nun hingerichtet wurde, verlangt Ehud mit ihm im Raum alleine zu sein. Dies erinnert daran, dass Aaron, während er zu Yom Kippur im Zelt die Sühnung erwirkte, alleine im Heiligtum sein sollte. Ebenso bewirkte Yeshua die Sühnung eigenhändig, ohne fremde Hilfe. Ehud verkündet dem feindlichen König, „dass er ein Wort von Gott“ für ihn hatte, und nur das Wort Gottes kann die Macht der Sünde und des Fleisches besiegen. Anschließend sticht Ehud zu und Eglon stirbt. Fett und Blut strömen aus ihm und malen uns die vollständige Vernichtung des Widersachers deutlich vor Augen. Aus solchen Details erkennen wir die Andeutungen auf den Tag der Reinigung und des Jüngsten Gerichts.

7.1 Vorbereitung auf Yom Kippur

Gottes Versprechen ist Seinem Volk gewiss. Ewige Freiheit von der Sünde und die Verherrlichung ins ewige Leben, werden noch in Zukunft am Versöhnungstag erfüllt. Diese Verheißung erfüllt uns mit Freude und Hoffnung! Gleichzeitig werden Vorkehrungen von Seiten des Volkes erwartet, damit es am Tag der Sühnung als würdig gefunden wird. Wir könnten auch die endgültige Reinigung als den Abschluss von  allen sonstigen Opfergaben betrachten. In der Torah lehrt YHVH sein Volk, wie es in Heiligkeit zu wandeln hat. Durch das Priestertum gab Gott Israel Möglichkeiten der Wieder-herstellung, wenn sie das Ziel verfehlten. Solche Übertretungen wurden  der Unkenntnis oder der Schwäche des Einzelnen zugerechnet. Für die absichtliche Gesetzesübertretung aber, dem Sündigen mit der erhobenen Hand, war keine Opferdarbringung der Vergebung vorgesehen. Wer hierin schuldig gefunden wurde, musste sterben (4.Mo.15:30-31,Heb.10:26).

Israel, welches mit YHVH in einem Bund steht, sollte das Jahr über dafür Sorge tragen, die Beziehung zum Schöpfer aufrecht zu erhalten. So gab es das Sündopfer für individuelle Sünden, Opfer um von der Berührung mit dem Tod zu reinigen (4.Mo.19). Zu diesen gab es darüber hinaus: Anordnungen für die Reinigung sämtlicher Kriegsbeute (4.Mo.31:23), Bestimmungen für den Umgang mit Aussatz am Körper (3.Mo.13-14), das Verbot den Unreinen ins Lager kommen zu lassen (4.Mo.5:2-3), notwendige Merkmale für den priesterlichen Dienst (3.Mo.21), usw. Anspruch auf die vollendete Reinigung bestand lediglich für denjenigen, welchen Gottes Ordnungen täglich begleiteten. Anspruch durch eine nur formale Zugehörigkeit zu einem Stamm, oder Vorzüge wegen einer bestimmten Blutlinie, waren nicht gegeben.

Der Kampf gegen die Sünde geschieht täglich, indem der Gläubige darin bemüht ist, seine Wege nach Gottes Wort auszurichten (Ps. 119:105). Gottes Gnade bürgt für den sicheren Durchgang der Prüfungen dieser Weltzeit. Sie wurde jedoch nicht zur Erlaubnis gegeben, in der Sünde zu leben. Manche wähnen sich in der trügerischen Sicherheit, dass von ihnen am Tag des Gerichts nichts weiter abverlangt wird, da sie in vergangener Zeit mal ein „Glaubensbekenntnis“ abgelegt haben. Es gibt nicht wenige Menschen, welche diese heute oft verbreitete Lehre angenommen haben. Das Verständnis ein unbekümmertes Leben in Ausschweifung führen zu können, in der Hoffnung am Yom Kippur die Reinigung zu erhalten, spiegelt nicht die Gnade wieder, welche bei der Sündenvergebung erfahren wird. Eine solche Haltung führt bei fehlender Bußfertigkeit in die Verdammnis. Behutsam dürfen wir Messias Yeshuas Worte betrachten, dass wenige den Weg ins ewige Leben finden (Math. 7:14), und dass die Pforte des Weges eng und schmal ist. Apostel Paulus ermahnt, dass Unzüchtige und Gesetzlose das Reich Gottes nicht erben werden. Im Buch der Offenbarung steht geschrieben, dass die Befleckten nicht in die Heilige Stadt hinein können.

Dies soll mit Nachdruck erwähnt werden. Denn in diesen letzten Tagen verschlimmert sich nicht nur die Geisteshaltung der Welt, sondern zunehmend sinkt auch in bekennenden Glaubenskreisen die Bereitwilligkeit, einen heiligen Wandel vor Gott anzustreben. Das Unverständnis über das Gebot der Sabbathaltung, der Festtage oder die Speisegebote sind nicht immer nur die Kernpunkte. Die Geisteshaltung, dass Gott die Sünde nicht mehr so streng wie einst sieht, herrscht in vielen Fällen schon längst weit vor. Oft wird dies mit der Begründung wegerklärt, dass die uns geschenkte Gnade aus dem Opfertod des Messias Yeshua davor schützt, je verlorengehen zu können. Gegen solche Lebensanschauungen warnt uns die Bibel eindringlich. (Jud. 1:4). Gesetzlosigkeit ist für die Endzeit vorhergesagt (2.Tim.3:1-7).
Glaubensgemeinschaften leben vermehrt einen moralischen Standard vor, der dem Weltlauf angepasst ist – und  manchmal sogar schlimmer als diese. Gott macht uns sensibel dafür, dass die Sünde den Tod brachte und es auch weiterhin tut. Alles was in unserer Macht liegt, ist durch die Kraft des Heiligen Geistes in Bewegung zu setzen, um nach Gottes Maßstäben zu wandeln. Die Bereitwilligkeit zur Trennung von der Sünde geht demnach mit dessen Vergebung einher (Spr. 28:13). Dies ist die Gesinnung, die vorgefunden wird, ehe dann die Reinigung zu Yom Kippur geschieht.

8.1 Der Zerrissene Vorhang

Als Yeshua Sein Leben am Holz ließ, zerriss der Vorhang im Tempel.  

Matthäus 27:50: Yeshua aber schrie nochmals mit lauter Stimme und gab den Geist auf.
51 Und siehe, der Vorhang im Tempel riss von oben bis unten entzwei, und die Erde erbebte, und die Felsen spalteten sich.

Der Vorhang, der hier gemeint ist, ist der, welcher das Heilige (dort wo der Räucheraltar, die Schaubrote und die Leuchter waren)vom Allerheiligsten trennte (dort wo die Bundeslade war). In dem 2. Tempel, welcher noch zu Zeiten der Römer und Yeshua  stand, war keine Bundeslade mehr im Allerheiligsten. Über die vielen Jahre der Zerstreuung, nach der Zerstörung des ersten Tempels, verlor Israel die Obhut darüber. Ein riesiger Fels war das Einzige, was im Inneren des Allerheiligsten war. Dennoch hatte Gott vorprophezeit, dass die Herrlichkeit des zweiten Tempels größer als die des ersten sein würde. Dies hat sich nicht durch prunkvollere Bauten als zuvor erfüllt, sondern weil  Yeshua – der Gott der Schöpfung – leibhaftig in diesem Tempel war. Es war Seine Herrlichkeit gewesen, die zuvor inmitten der Kinder Israels war (1.Kor. 10:4).

Der zerrissene Vorhang weist allerdings nicht, wie viele es meinen, auf das Ende des Schlachtopfers und des Tempeldienstes hin. Er läutet vielmehr das Zeitalter einer neuen Priesterordnung ein, der von Melchizedek (Ps. 110, Heb.7). Dieser wird in Ewigkeit unser Messias Yeshua als König und Hohepriester sein. Das levitische System wird später im 1000-jährigen Reich noch unter Yeshua im Tempel dienen. Das Prinzip, dass Schlachtopfer weiterhin gebraucht werden, um vor Gott zu treten, dauert noch bis ans Ende der Weltzeit an. Nur ist der Schwerpunkt nicht mehr auf das Blut von Kälbern und Böcken gesetzt. Vielmehr hat jeder einzelne Gläubige jetzt die Freimütigkeit, durch die Kraft des Blutes von Yeshua, vor Gott zu kommen in der Gewissheit, dass er angenommen wird. Dieses wird unter anderem in dem zerrissenen Vorhang repräsentiert.

8.2 Das Millennium, der 3. Tempel und der Abschluss

Der Tempel ist der Ort, in dem Sühneopfer stattfinden. Opfergaben, welche notwendig waren um
dem  Sünder zu vergeben, haben bekanntlich etwas mit dem Tod zu tun. Über diese Dinge wurde bereits geschrieben. Im Millennium wird es zur Regentschaft Yeshuas jedoch einen 3. Tempel geben, in welchem reguläre Tieropfer wieder geopfert werden. Diese Begebenheit sollte uns nicht alarmieren, als würden die Opfergaben das große Werk von Yeshua schmälern. Weder wird Yeshuas Werk geschmälert, noch wird es „ersetzt“; die Opfergaben blicken während den 1000 Jahren auf Yeshuas Opfertod zurück, gleichwie die selbigen Opfergaben in Vorzeiten auf Yeshua
vorausschauten. Hieraus ist ersichtlich, dass Yom Kippur im Millennium noch nicht stattfand. Als Johannes das Heilige Jerusalem vom Himmel herabkommen sieht, dokumentiert er die Tatsache, dass in ihr kein Tempel mehr zu finden war:

Offenbarung 21:22: Und einen Tempel sah ich nicht in ihr; denn YHVH, Gott der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm.

Yom Kippur fand hier schon bereits statt. Hier werden zum ersten Mal seit Adam und der gefallenen Menschengeschichte fortan keine Opfergaben mehr verlangt. Dieser Zustand wurde erreicht, weil  der Erzfeind, der Teufel, bereits in den Feuersee geworfen wurde.

Offenbarung 20:10: Und der Teufel, der sie verführt hatte, wurde in den Feuer und Schwefelsee geworfen, wo das Tier ist und der falsche Prophet, und sie werden gepeinigt werden Tag und Nacht, von Ewigkeit zu Ewigkeit.
14 Und der Tod und das Totenreich wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod. 15 Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen.

Der Teufel  und seine Anhänger werden gerichtet und gehen in die ewige Bestrafung. Dies ist die Erfüllung der Prophetie aus dem Garten Eden. Der Same der Frau hat gesiegt und nun steht die Verherrlichung der Kinder Gottes bevor. Um diesen Zeitpunkt herum verstehen wir die Erfüllung von Yom Kippur. Hiernach erwarten wir einen neuen Himmel und eine neue Erde. Die Ewigkeit beginnt!

Offenbarung 22:1: Und er zeigte mir einen reinen Strom vom Wasser des Lebens, glänzend wie Kristall, der ausging vom Thron Gottes und des Lammes.
2 In der Mitte zwischen ihrer Straße und dem Strom, von dieser und von jener Seite aus, [war] der Baum des Lebens, der zwölfmal Früchte trägt und jeden Monat seine Frucht gibt, jeweils eine; und die Blätter des Baumes dienen zur Heilung der Völker.
3 Und es wird keinen Fluch mehr geben; und der Thron Gottes und des Lammes wird in ihr sein, und seine Knechte werden ihm dienen;
4 und sie werden sein Angesicht sehen, und sein Name wird auf ihren Stirnen sein.
5 Und es wird dort keine Nacht mehr geben, und sie bedürfen nicht eines Leuchters, noch des Lichtes der Sonne, denn Gott, der Herr, erleuchtet sie; und sie werden herrschen von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Lieber Freund – es wird gehofft, dass diese Zusammenfassung dir im Verständnis vom Versöhnungs-tag geholfen hat.  Die Verheißungen, die uns in Yeshua bevorstehen, sind von unaussprechlicher Freude! Jeder ist zum ewigen Leben eingeladen. Nimm deine Erlösung in Messias Yeshua ernst und beschließe im Gebet heute mit der Sünde, die uns alle so leicht umstrickt, aufzuhören. Der Vater möchte uns an Yom Kippur den ewigen Sieg, den Er uns versprochen hat, überreichen. Gehe noch heute vor Yeshua und bekenne es Ihm, dass du Sein Joch auf dich nehmen möchtest und Ihm in alle Ewigkeit nachfolgen möchtest. Er wartet nur darauf, deinen Zugang zu Yom Kippur sicherzustellen! Möge Sein Friede dich heute begleiten.

You must have the Adobe Flash Player installed to view this player.

1.1 Posaunenfest – Yom Teruah

Im dritten Buch Mose gebietet Gott den Kindern Israels, am ersten Tag des siebten Monats ein heiliges Fest zu feiern, welches mit Posaunenstoßen einhergehen wird:

3.Mo. 23:23: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
24 Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung.
25 Ihr sollt keine Werktagsarbeit verrichten, sondern YHVH ein Feueropfer darbringen.

Der Grund weswegen dieses Fest gefeiert werden soll, wird uns hier nicht ausdrücklich genannt. Auch wird nicht weiter erklärt, warum ein Hörnerschall (in manchen Übersetzungen „Posaunenschall“) an diesem Fest ertönen soll. Im Allgemeinen ist die Übersicht der Feste wie folgt:

FRÜHJAHR: Passahfest, Fest der Ungesäuerten Brote, Erstlingsfrüchte, Wochenfest
SPÄTJAHR: Posaunenfest, Versöhnungstag, Laubhüttenfest

Aus dem Zusammenhang der vorherigen Festtage, welche im Frühjahr und Sommer stattfanden, haben wir bereits erkennen können, dass diese sich alle um das Erlösungswerk Yeshuas drehen. Auch zu diesem Fest werden wir im Laufe der Schrift gut verständliche Verknüpfungen zu Yeshua erkennen können. Das „Posaunenfest“ ist im Jüdischen als „Yom Teruah“ oder als „Rosh Hashannah“ bekannt. Auf beide Bezeichnungen werden wir hier im Artikel eingehen. Yom Teruah bedeutet ganz einfach „Tag des Teruah“. Als erstes betrachten wir den entsprechenden Vers mal etwas genauer (sowohl aus dem Urtext als auch die Übersetzung dazu):

3.Mo. 23:24: Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung. (דבר אל־בני ישׂראל לאמר בחדשׁ השׁביעי באחד לחדשׁ יהיה (לכם שׁבתון זכרון תרועה מקרא־קדש

Sinngemäß steht hier im hebräischen (markiert) „es wird euch ein Sabbat des Gedenkens von Teruah“ sein. Stünde hier jetzt zum Beispiel in der Übersetzung das Wort „Horn“ oder „Posaune“, wäre das hebräische Wort „Shofar“ gemeint. Shofar ist dabei ganz einfach das Horn eines Wiederkäuers, also ein Tierhorn, welches zu biblischen Zeiten als ein Blasinstrument genutzt wurde. Das Wort Shofar steht oben im Text allerdings nicht geschrieben. Dennoch kann aus dieser Passage mit großer Wahrscheinlichkeit bestätigt werden, dass eine Art Blasinstrument involviert ist. Zur Veranschaulichung betrachten wir einen weiteren Vers, in welchem es eindeutig um das Stoßen in das Shofar geht:

Ps. 81:4 תקעו בחדשׁ שׁופר בכסה ליום חגנו׃
Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Hier besteht bei der Übersetzung kein Zweifel, denn das gegenüberliegende Wort „Shofar “ ist zum Wort „Horn“ im Hebräischen klar vorhanden. Das Wort Horn oder Shofar kommt in unserer vorherigen Passage zu diesem Fest nicht vor, dennoch haben die Übersetzer den Vers (richtigerweise) mit dem Verständnis eines vorhandenen Blasinstrumentes überliefert. Das Verständnis hierzu stammt vorrangig aus dem Wort „Teruah“ (auf Hebräisch תרועה). Dieses Wort kommt an verschiedenen Stellen in der Schrift vor. Das deutsche Wort, welches kursiv folgt, ist das eigentliche Wort Teruah:

3.Mo 25:9: Da sollst du Hörnerschall ertönen (Teruah) lassen im siebten Monat, am zehnten Tag des siebten Monats; am Tag der Versöhnung sollt ihr ein Shofarhorn durch euer ganzes Land erschallen lassen.

Joshua 6:20: Und es soll geschehen, wenn man das Horn des Halljahres bläst und ihr den Ton des Shofarhornes hört, so soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei (Teruah) erheben. Dann werden die Stadtmauern in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin!

1. Sam. 4:5: Und es geschah, als die Bundeslade YHVHs in das Lager kam, da jauchzte ganz Israel mit großem Jauchzen (Teruah), so dass die Erde erbebte.

Ps. 150:5: Lobt ihn mit hellen Zimbeln, lobt ihn mit wohlklingenden Zimbeln (Teruah)!

Ezra 3:11: Und sie stimmten einen Wechselgesang an und dankten dem Herrn und lobten ihn, dass er so gütig ist und dass seine Gnade ewiglich währt über Israel; und das ganze Volk lobte den Herrn mit großem Freudengeschrei (Teruah) darüber, dass nun der Grund für das Haus des Herrn gelegt war.

Aus der obigen Veranschaulichung ist zu erkennen, dass Teruah nicht immer in Verbindung mit einem Blasinstrument, wie z. B. einem Shofar, verstanden werden muss. Aus den Beispielen lesen wir vielmehr, dass der Begriff mit einem großen Laut verstanden wird. Demnach ist „Teruah“ vorrangig als „Lärm“ zu verstehen, welches aber wiederum auch auf einer Posaune wiedergegeben werden kann. Im heutigen Judentum gibt es ein bestimmtes, spezifisches Signal, welches „Teruah“ genannt wird, und dieses kann auf dem Shofar geblasen werden. Es ist dabei sehr unwahrscheinlich, dass dieses heutige Signal genau jenes war, welches zu Bibelzeiten bekannt war. Der Punkt hierbei ist jedoch, dass es eine Unterscheidung geben muss, wann der „Lärm“ auf dem Shofar speziell als das Signal für „Teruah“ verstanden wird und wann nicht. Diese Passage liefert dazu einen guten Aufschluss:

4.Mose 10:1: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
2 Mache dir zwei silberne Trompeten; in getriebener Arbeit sollst du sie machen, und sie sollen dir dazu dienen, die Gemeinde zusammenzurufen und die Heerlager aufbrechen zu lassen.
3 Wenn man in beide stößt, soll sich die ganze Gemeinde vor dem Eingang der Stiftshütte zu dir versammeln.
4 Wenn man nur in eine stößt, so sollen sich die Fürsten, die Häupter der Tausende Israels, zu dir versammeln.
5 Wenn ihr aber Lärm blast, so sollen die Lager aufbrechen, die gegen Osten lagern.

„Lärm“ ist hier wieder das Wort Teruah. In diesen Ausführungen geht es ausdrücklich um Trompeten, welche natürlich ebenfalls Blasinstrumente sind. Sehr wahrscheinlich kann dieser hier beschriebene Ton auch auf einem Shofar wiedergegeben werden. Die STRONGS Konkordanz leitet Teruah von dem Verb H7321 „rua“ (רוע) ab und erklärt es wie folgt:

eine primitive Wurzel; zu makeln (vor allem durch Zerbruch); im übertragenen Sinne, die Ohren (mit einem Ton) zerschlagen, das heißt, schreien (aus Alarm oder aus Freude): - blast einen Alarm, Schrei (Alarm, laut, heraus), zu zerstören, jauchzet, schreien (vor Freude), ein Alarm ertönen, Triumph.

Teruah ist hierbei die Befehlsform zum Ertönen dieses speziellen Lautes. Wie passt nun Lärm - ob aus Freude oder Kriegsgeschrei -, Jubeln, Posaune und ein Fest in Bezug auf Messias Yeshua im engeren Sinn genauer zusammen? Wenn wir Aspekte aus der jetzigen Passage, in der es um die Trompeten geht, mit der Beschreibung des Festes vergleichen, erkennen wir einige Gemeinsamkeiten:

4.Mose 10:9: Und wenn ihr in die Schlacht zieht in eurem Land gegen euren Feind, der euch bedrängt, so sollt ihr Lärm blasen mit den Trompeten, damit an euch gedacht wird vor YHVH, eurem Elohim, und ihr von euren Feinden errettet werdet.
10 Aber an euren Freudentagen, es sei an euren Festen oder an euren Neumonden, sollt ihr in die Trompeten stoßen bei euren Brandopfern und euren Friedensopfern, damit an euch gedacht wird vor eurem Elohim; ich, YHVH bin euer Elohim

3.Mo. 23:24: Rede zu den Kindern Israels und sprich: Im siebten Monat, am ersten des Monats, soll ein Ruhetag für euch sein, ein Gedenken unter Hörnerschall, eine heilige Versammlung.

Bevor wir nicht weitere Stellen in Betracht ziehen, ist einiges noch nicht sehr eindeutig. Bis hierhin erkennen wir aber, dass das „Gedenken“ in Bezug auf das Volk Israel zu verstehen ist. Vereinfacht gesagt scheint es sich so zu erklären , dass an Israel gedacht wird, an dem Tag wo es sich in größter Bedrängnis befindet. Gott wird an Sein Volk gedenken und es anschließend erlösen. Dieses Verständnis wird sich im weiteren Verlauf der Schrift erschließen. Folgende Punkte können wir jetzt bis hierhin auch schon zusammenfassen:

  • An jedem Neumond (zum Monatsanfang) wird ins Shofar gestoßen (Ps. 81:4)
  • Das Posaunenfest beginnt genau zum Neumond und ist am Monatsanfang (3.Mo.23:24)
  • Lärm (Teruah), Shofar, Monatsanfang und Neumond werden an diesem einen Tag miteinander einhergehen
  • das Stoßen ins Shofar zum Posaunenfest geschieht im 7. hebräischen Monat

1.2 Das Fest in Bezug auf Yeshua

Die Frühjahrsfeste haben uns das Erlösungswerk von Yeshua, die Auferstehung und Annahme des Messias beim Vater, sowie das Wirken des Geistes in den Nachfolgern aufgezeigt (siehe Artikel zu den Festtagen). Nach Seiner Auferstehung ist Yeshua wieder zurück in den Himmel aufgestiegen. Dieser Aufstieg geschah vom Ölberg aus, und die bei stehenden Engel bezeugten dass Yeshua auf gleiche Weise wieder zurückkommen wird (Apg. 1:9-12). Hierzu ein kurzer Vergleich aus der Bibel:

Apg. 1:9: Und als er dies gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf von ihren Augen weg.
10 Und als sie unverwandt zum Himmel blickten, während er dahinfuhr, siehe, da standen zwei Männer in weißer Kleidung bei ihnen,
11 die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Yeshua, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen!
12 Da kehrten sie nach Jerusalem zurück von dem Berg, welcher Ölberg heißt, der nahe bei Jerusalem liegt, einen Sabbatweg entfernt

Und dann in den Propheten zu der Wiederkunft des Messias Yeshua:

Sacharja 14:1: Siehe, es kommt ein Tag für YHVH, da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte!
2 Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Aber YHVH wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht.
4 Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden.

Alle Elemente, die zuvor aufgeführt wurden, werden in der obigen Passage kompakt wiedergegeben. Hier handelt es sich um den ausziehenden Herrn als Feldherr, welcher gegen die Heidenvölker Krieg führt um sein Volk zu retten. Das Szenario dieses Krieges ereignet sich im Land Israel und spielt sich in der Endzeit der Welt ab. Es ist also prophetisch und die beschriebenen Ereignisse sind noch nicht eingetreten. Die Hintergründe dieses kommenden Tages sind dabei detailliert und ausführlich in der Bibel beschrieben. Zuvor hatten wir auch gelesen, dass Gott an sein Volk gedenken wird und es retten wird. Hier wird eine Bedrängnis beschrieben, welche schon im Gange war, bevor Gott an sein Volk „gedachte“ um es zu erlösen. Aber „Wer ist Gottes Volk?“ Folgend eine kleine Zusammenfassung .

Die Erlösung des Volkes Gottes geschah als erstes und vor Zeiten aus der ägyptischen Sklaverei, welche wir aus dem Buch Exodus kennen. Bevor diese große Erlösung aber überhaupt passierte, wurde sie schon dem Stammesvater der Nation, Abraham, vorprophezeit und durch Gott zugesichert. Auch dass das Volk zuvor bedrängt werden wird, wurde bei dieser Verkündung offenbart (1.Mo. 15:13). Dieses besagte Volk ist die Nation Israel. Demnach liefert uns das zweite Buch Mose eine vollständige Blaupause zu dem Thema Erlösung aus Gottes Sicht. Die Errettung und der Auszug Israels geschah aus Ägypten, wo das Volk schwer bedrängt war und zu Knechten wurde (5.Mo. 4:20). An diesem Ort der Knechtschaft entstand aber das Volk Israel als Nation! Somit symbolisiert Israel bis in alle zukünftigen Generationen ein Volk, welches zu Gott gehört, weil Er es sich als Eigentumsvolk gemacht hat (2. Mo. 13:13-14, 20:2, 5.Mo.5:6, 6:12, 8:14, 13;5,10). Vor diesem Hintergrund werden die Symbole, Parameter und Beschreibungen aus der Torah verständlich und zeigen uns auf, wie all diese in Bezug auf den Erlöser und sein Volk stehen.

2.1 Israels Erlösung

Israel ist das Volk, welches aus Abraham stammt; demnach geht es also auch um das israelische Blut, aus welchem der Erlöser kam, und Israel ist das Volk, welchem die Torah als Gottes Wegweisungen gegeben wurde. Paulus erklärt uns im Römerbrief, dass der Jude jeglicher Weise Vorzüge hat, weil ihm die Aussprüche Gottes anvertraut wurden (Röm. 3:1-2). Die Erlösung, wie wir es heute auch aus dem Neuen Testament klar erkennen können, beschränkt sich dabei nicht nur auf das zugehörige Volk der Blutlinie Israels. Vielmehr bildet Israel das Fundament und die Wurzel, in welcher alle künftigen Menschen (egal aus welcher Nation sie stammen) durch den Messias Yeshua erlöst werden können. In den Kapiteln Römer 9-11 erklärte der Apostel Paulus die Wichtigkeit sich mit dieser Wurzel identifizieren zu müssen, um den gesamten Aspekt der Erlösung verstehen zu können. Dabei warnte er vor der Gefahr (wie viele es heute tun), sich in Stolz gegen das Volk Israel zu erheben mit der Haltung, dass dieses aus Gottes Erlösungsplan gestrichen wurde. Nichts ist laut Paulus der Wahrheit ferner!

Diese erlösten Heiden – welche mit dem erlösten Israel zu einem Volk in der Hand des Messias zusammengefügt werden – stellen ebenfalls ein Volk dar, welches durch Gottes Gnade erlöst wurde. Hierbei versuchen wir zu etablieren, dass Israel (also das natürliche Blut und die Hinzugeführten) ein erlöstes Volk aus der Gefangenschaft repräsentiert. Dies ist Gottes Volk, die Wurzel aber ist Israel. Wenn diese Schlussfolgerung der Wahrheit entspricht, müsste es sich aus der Schrift erschließen lassen, dass wenn Israel nicht erlöst ist, die Heiden ebenfalls nicht erlöst werden können. Messias Yeshua sagte selbst, dass das Heil bei den Juden ist und dass die Heiden nicht wissen, was sie anbeten (Joh. 4:22).Hier ist Paulus‘ Ausführung zu diesem „Mysterium“, wie Israel zusammen mit den Heiden eines Tages erlöst wird:

Römer 11:25 Denn ich will nicht, meine Brüder, dass euch dieses Geheimnis unbekannt bleibt, damit ihr euch nicht selbst für klug haltet: Israel ist zum Teil Verstockung widerfahren, bis die Vollzahl der Heiden eingegangen ist;
26 und so wird ganz Israel gerettet werden, wie geschrieben steht: »Aus Zion wird der Erlöser kommen und die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden,
27 und das ist mein Bund mit ihnen, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde«.
28 Hinsichtlich des Evangeliums sind sie zwar Feinde um euretwillen, hinsichtlich der Auserwählung aber Geliebte um der Väter willen.
29 Denn Gottes Gnadengaben und Berufung können ihn nicht reuen.
30 Denn gleichwie auch ihr einst Gott nicht geglaubt habt, jetzt aber Barmherzigkeit erfahren habt um ihres Unglaubens willen,
31 so haben auch sie jetzt nicht geglaubt um der euch erwiesenen Barmherzigkeit willen, damit auch sie Barmherzigkeit erfahren sollen.
32 Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich über alle erbarme.

3.1 Der Weg der Erlösung: Typus und Endzeit

Israels Gesamterlösung findet sich somit in der Geschichte des Auszugs aus Ägypten wieder. Gott setzte die Mechanismen der Erlösung in Gang, nachdem Israel in großer Bedrängnis zu ihrem Gott schrie (2.Mo. 2:25). Ein Aufschrei des Volkes wird an einem zukünftigen Tag wieder passieren, in dem das Volk Israel (also: die natürliche Wurzel, welche im Augenblick als Nation den Herrn Yeshua noch nicht als Erlöser anerkennt) Gottes Sohn für sich als Erlöser akzeptiert. Dies ist, was aus den Worten Yeshuas zu den Pharisäern verstanden werden könnte:

Matthäus 23:37: Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken unter die Flügel sammelt, aber ihr habt nicht gewollt!
38 Siehe, euer Haus wird euch verwüstet gelassen werden;
39 denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht mehr sehen, bis ihr sprechen werdet: »Gepriesen sei der, welcher kommt im Namen des Herrn!

Yeshua schilt die Stadt Jerusalem, welches ihn als Erlöser zum größten Teil abgelehnt hatte. Dass sie aber eines Tages wieder zu ihm rufen werden müssen, bevor Er wiederkommt, geht laut dem obigen Vers mit einer großen Drangsal einher. Diese große Drangsal, welche in der Bibel beschrieben wird, dient daher genau diesem Zweck: Israel dazu zu bringen Buße zu tun, geläutert zu werden und zu ihrem Messias zu rufen:

Jeremia 30:7: Wehe! Denn groß ist dieser Tag, keiner ist ihm gleich, und eine Zeit der Drangsal ist es für Jakob; aber er wird aus ihr errettet werden!

Wir kehren nun erstmal zu der Exodus Geschichte zurück, um das Ende später besser verstehen zu können. Nach dem Aufschrei des Volkes zu Gott begann zwar der Erlösungsprozess, aber das Volk wurde nicht an Ort und Stelle sofort aus Ägypten herausgeführt. Ihnen wurde ein Bote geschickt, Mose, dessen Erlösungsbotschaft sie annahmen. Dieser demonstrierte seine gottgegebene Vollmacht durch Zeichen und Wunder, welche das Volk auch zum Glauben an Gottes Auftrag der Erlösung brachte:

2.Mose 4:30: Und Aaron redete alle Worte, die YHVH zu Mose gesprochen hatte; und er tat die Zeichen vor den Augen des Volkes.
31 Da glaubte das Volk. Und als sie hörten, dass YHVH sich der Kinder Israels angenommen und ihr Elend angesehen habe, da neigten sie sich und beteten an.

Mose symbolisiert in dieser Geschichte zum einen den von Gott gesandten Erlöser und ist darüber hinaus ein Typus des Christus. Umso härter haderte Yeshua mit den Pharisäern, als sie Ihn trotz der Zeichen und Wunder, welche er tat, als Messias ablehnten:

Johannes 10:36: wieso sagt ihr dann zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat: Du lästerst!, weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn?
37 Wenn ich nicht die Werke meines Vaters tue, so glaubt mir nicht!
38 Tue ich sie aber, so glaubt doch den Werken, wenn ihr auch mir nicht glaubt, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in mir ist und ich in ihm!

Zum anderen aber symbolisiert Mose auch das geschriebene Gesetz Gottes, die Torah. Beim vorsichtigen Lesen der Eingangspassage des Exodus-Berichtes sehen wir, wie Mose es beteuert, dass er sich für die Mission der Erlösung als unzulänglich erachtet. Darauf gewährt ihm Gott einen Helfer, seinen Bruder Aaron, welcher als Sprachrohr für ihn agieren soll. Dieses Detail ist symbolisch und wichtig. Mose vermag es demnach nicht alleine, dem Volk die Botschaft der Erlösung zu übermitteln. Dies gelingt ihm nur mit einem Helfer. Wir dürfen hier das Sinnbild verstehen, dass das das alleinige Lesen sowie das Halten und Forschen im Gesetz Gottes (die Torah) nicht zum Verständnis der Erlösung führen können: es sei denn, ein Helfer ist anwesend. Dieser Helfer ist der Heilige Geist, durch welchen wir die Torah verstehen können:

Johannes 16:7: Aber ich sage euch die Wahrheit: Es ist gut für euch, dass ich hingehe; denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Beistand nicht zu euch. Wenn ich aber hingegangen bin, will ich ihn zu euch senden
13 Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, wird er euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

„Wahrheit“ ist ein Begriff für die Torah (Ps.119:14). Nur also durch Gottes Geist – den Helfer – ist das Thema der Erlösung und des heiligen Wandels aus Gottes Gesetz verständlich. Die Pharisäer, welche zu Zeiten Yeshuas als Experten für Gottes Wort galten, konnten Yeshua trotz akribischem Studium nicht erkennen.

Johannes 5:46: Denn wenn ihr Mose glauben würdet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben.
47 Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubt, wie werdet ihr meinen Worten glauben?

Dieser Zustand der Nation Israel ist das, was Paulus beschreibt. Obwohl das damalige, religiöse Volk gut im Wort Gottes versiert war, blieb es bei einem rein theoretischen und akademischen Wissen und Verständnis. Dieser Zustand resultierte aus einer Herzenshärte Gott gegenüber. Paulus nennt dieses Unverständnis die „Decke“, welche die Sicht des Volkes bis heute verschleiert:

2.Kor. 3:15: Doch bis zum heutigen Tag liegt die Decke auf ihrem Herzen, so oft Mose gelesen wird.
16 Sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen.
17 Der Herr aber ist der Geist; und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

Hier schreibt auch Paulus, dass die Wirkung des Geistes (Beistand, Tröster oder Helfer) notwendig in den Herzen Israels ist, damit dieses Verständnis über Messias Yeshua erfolgen kann. So verstehen wir vor dem Exodus auch die erfolgreiche Kombination im Typus Mose (das geschriebene Gesetz) und Aaron (dem Helfer), welche dem gefangenen Volk die Erlösungsbotschaft übermittelt. Wiederum hat die vorherige Drangsal das Volk für diese Botschaft empfänglich gemacht. Ägyptens Widerstand und Hartnäckigkeit gegenüber Gottes Volk zieht anschließend das Strafgericht nach sich, so dass es im Verlauf mehrerer Monate vollständig zerstört wird. Das tatsächliche Freikommen aus der Gefangenschaft heraus, trotz Verständnis der Erlösung, geschah aber dann erst durch das Opfer des Passahlamms, welches tausende Jahre später seine prophetische Erfüllung und Bedeutung in Yeshua erfuhr. Am genauen Tag des Passahs opferte sich Yeshua. Der Apostel verstand an diesem Tag, dass Er die Erfüllung des Lammes ist (Joh.19:35-36).

3.2 Der Weg ins verheißene Land

Das Fest der ungesäuerten Brote folgt auf das Passah und stellt den Wandel des aus der Sklaverei befreiten Israels dar. Durch die Erlösung kann das Volk in Lauterkeit (frei von „Sauerteig“ – also Sünde) vor seinem Gott aufrichtig Leben. Der Tag der Erstlingsfrüchte findet sich in derselbigen Festwoche und kennzeichnet die Annahme des Opfers des Messias vom Vater. Das Wochenfest kennzeichnet die Vergabe der Torah am Berg Sinai. Im Neuen Testament ist dies der Tag, an dem der Heilige Geist ausgeschüttet wurde. Die bemerkenswerte Verbindung zwischen der Torah und dem Heiligen Geist ist uns inzwischen klar.

Passah, Ungesäuerte Brote und Erstlingsfrüchte finden alle im 1. hebräischen Monat und das Wochenfest im 3. Monat statt. Nach diesen ist das nächste Fest erst wieder im 7. Monat, in welchem die meisten Festtage sowie alle Spätjahresfeste vorkommen. Mit diesen werden die Festtage im Jahr dann auch abgeschlossen. Demnach besteht eine beachtliche Pause zwischen den Früh- und Spätjahresfesten und es dauert also eine weitere Zeit, bis der Abschluss des Erlösungswerks des Messias Yeshua zur Krönung kommt. Wir behalten es weiter vor Augen, dass das Volk Israel hierbei eine große Rolle spielen wird, und kehren zu dem Exodus zurück. Die Verheißung an Israel war der Einzug ins gelobte Land. Hierzu musste es die Wüste durchqueren, und jene stellt den Ort der Prüfung dar, in welchem das einst versklavte Volk geformt, geprüft und tüchtig gemacht wird. Dies ist notwendig, damit es das Land von Milch und Honig von Ihrem Gott in Empfang nehmen kann.

5.Mo. 8:1: Das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, sollt ihr bewahren, um es zu tun, damit ihr lebt und euch mehrt und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das YHVH euren Vätern zugeschworen hat.
2 Und du sollst an den ganzen Weg gedenken, durch den YHVH dein Elohim, dich geführt hat diese 40 Jahre lang in der Wüste, um dich zu demütigen, um dich zu prüfen, damit offenbar würde, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht.

Die gezwungenen 40 Jahre Aufenthalt in der Wüste kamen wegen Israels Rebellion zu Stande, wobei auch hier Gott Seine Souveränität beweist und uns eine essenzielle Lehre bietet. Die Zahl der Kinder Israels beim Auszug betrug 603,550. Wegen der Auflehnung gegen Gott in der Wüste, wurde es dieser ersten Generation jedoch verwehrt, ins verheißene Land einzuziehen (4.Mo.13:28-35). 40 Jahre mussten sie sich in der Wüste aufhalten, bis ein jeglicher unter ihnen, der älter als 20 Jahre war, in der Wüste starb. Die neue Generation Israels, welche während dieser Zeit in der Wüste heranwuchs, wurde die Verheißung zuteil, das Land in Empfang zu nehmen. Bei der zweiten Zählung betraf die Zahl der neuen Generation 601,730 (4.Mo.26:51). Wir vernehmen, dass Israels Zahl um 600,000 herum konstant blieb in den ganzen Jahren. Diese Bewahrung ist ein Beweis für Gottes Treue, Seinen Schutz und seine Fürsorge für das Volk seines Eigentums.

Die 1. Generation Israels, welche in der Wüste starb, stellt für uns somit den alten, nach dem Fleisch (Gelüste) wandelnden Mensch dar, welcher nun nach der Erlösung durch Gottes Weisungen in der Wüste der Prüfungen sein fleischliches Leben aufgeben muss. Die 2. Generation kennzeichnet die Neugeburt des Menschen, von welcher Yeshua sprach (Joh. 3:3), welcher nun bereitet ist die Verheißung entgegenzunehmen. Die Zahl 40 deutet hierbei auf diese Geburt (40 Wochen sind es i.d.R. von der Zeugung eines Menschen bis zur Geburt).

4.1 Mose und Joshua

Mose und Aaron wird es später ebenfalls verwehrt, das Volk endgültig in das Land zu führen, und sie durften selbst auch nicht ins verheißene Land (4.Mo.20:12). Anstelle von Aaron übernimmt sein Sohn Eleasar die priesterliche Leitung (4.Mo.20:23-29). Eleasar bedeutet „Gott ist meine Hilfe“ – hier können wir eine Anspielung auf den Beistand sehen. Aaron starb anschließend und Mose führt das Volk bis zur Landesgrenze, in welchem Gebiet er auch später starb. Zuvor übergab er die Leitung des Volkes an Joshua (5.Mo. 34:9). Ausgeschrieben wird Joshua auf Hebräisch „Ye-ho-shua“ und die Kurzform dieses Namens ist „Yeshua“. Auch hier gibt es wieder viele Sinnbilder, die sich nun zusammenfassen lassen. Das Wort Gottes ist facettenreich und zyklisch. Oft sehen wir mehrere Aspekte in einer einzigen Lehre vermittelt , und manchmal kehren Sinnbilder an verschiedenen Stellen zurück , so dass sich diese Details in uns vertiefen. Aus dem Exodusbericht war Gottes Volk zuvor unter der Herrschaft des Pharao (ein Typus für den Teufel). Das Volk schrie aus dieser Knechtschaft heraus zu Gott (dies geschah damals, ist in den Gläubigen dabei heute fortwährend und wird zukünftig wieder passieren).

Israel vernahm die Botschaft der Erlösung aus Mose (das geschriebene Wort Gottes) welcher einen Helfer hatte (der Geist Gottes wird gebraucht um die Torah zu verstehen). Sinnbild heute: andere Menschen , getrieben vom Geist Gottes, verkünden seit Generationen das Wort Gottes, um die frohe Botschaft der Erlösung mitzuteilen. Nun folgte ein Strafgericht, durch vielerlei Plagen, auf die Weltmacht Ägypten (dies passierte damals und ist gleichzeitig prophetisch für den kommenden Zorn Gottes auf die gesamte Welt), wodurch das Imperium zerstört wurde. Diese Festung muss zerstört werden, damit Gottes Volk frei ziehen kann. In diesem Strafgericht blieb Gottes Volk zum größten Teil unberührt, und anschließend kam es durch das Passahlamm (Glaube an das Blut von Yeshua) aus der Knechtschaft erlöst heraus. Als Nation erlebt das Volk dann in der Wüste, ein Ort der Prüfung, die tatkräftige Wiedergeburt. In dieser Wüste mussten sie Vertrauen in Gott lernen, sie wurden von anderen Völkern angegriffen (2.Mo. 17:8-17), oft versuchten sie Gott (4.Mo. 14:22), selbst gegen feindselige Nationen mussten sie kämpfen (4.Mo. 21, 5.Mo. 7:1), Verwandte halfen ihnen nicht auf dem Weg ihrer Reise ins gelobte Land (4.Mo. 20:14-22), die Wüste selbst war voller Schlangen und Skorpione (Sinnbild für böse, geistige Mächte) (5.Mo.8:15), usw. Das 4. Buch Mose (wortwörtlich auf Hebräisch „in der Wüste“) bietet uns einen Überblick dieser Prüfungen. Am Ende sehen wir aber ein bewährtes Volk, welches zugerüstet und in voller Zahl das Land einnimmt.

Jeder, der in Christus erlöst ist, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit zu dieser Methodik der Erlösung aus seinem Leben Bezug nehmen. Oft begann es mit einem Schrei Gott näher kommen zu wollen, Nachsehnen oder nach Wahrheit gesucht zu haben – Dinge, die Gott auf unterschiedlichen Wegen bei gleichem Ziel in jedem von uns ansprechen kann. Es passiert dabei auch oft, dass wir uns alleine und verletzlich fühlen, weil unser gewohntes Umfeld plötzlich in sich zusammenzukrachen scheint: Familie, Freunde, Bekanntschaft, usw. zeigen nicht immer Verständnis für uns, diesen neuen Weg eingeschlagen zu haben. Oder wir befinden uns in neuen Umgebungen, ob örtlich oder familiär und müssen uns erst zurechtfinden. Dieses scheinbare Chaos ist aber Gottes geführte Struktur und Ordnung, um uns zu formen und auf die Ewigkeit vorzubereiten. Nach allen diesen Ereignissen übernimmt nun Joshua (prophetisch für Yeshua) das Volk Israel und führt das erlöste Volk kriegerisch, mit Lärm und Posaunen, in das verheißene Land!

4.2 Mose als „Schulmeister“ auf Yeshua hin

Im Christentum gibt es eine Passage, welche oft irreführend gedeutet wird:

Galater 3:24: So ist also das Gesetz unser Lehrmeister geworden auf Messias hin, damit wir aus Glauben gerechtfertigt würden.
25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Lehrmeister;
26 denn ihr alle seid durch den Glauben Söhne Gottes in Messias Yeshua;

Falsche Deutung:

Bevor der Messias kam, hatten wir zur Ausführung unseres Glaubens nur das geschriebene Gesetz Gottes: die Torah. Hierbei konnten wir das gelesene in die Praxis umsetzen und dies fasste unseren Gotteswandel zusammen. Zumindest betraf dieser Zustand den Menschen aus Zeiten kurz nach der Wiederauferstehung, welche zuvor nur das Alte Testament kannten. Jetzt aber sind wir alle allein durch Glauben in Messias Yeshua gerechtfertigt. Folglich brauchen wir das Gesetz nicht mehr, um uns danach auszurichten. Dies zu tun könnte sogar Sünde bedeuten; da der Glaube an Christus dadurch nichtig gemacht wird.

Richtige Deutung:

Das Gesetz lehrt uns die Zeit über, wie die Weisungen Gottes zu verstehen sind, um auf Ihn vertrauen zu können und von seiner Erlösung erfahren zu dürfen. Das Gesetz ist aber ohnehin nur einem bereits erlösten Volk gegeben worden, und somit kann das Gesetz kein Werkzeug der Erlösung sein. Das Gesetz klärt nur auf. Damit meinen wir auch, dass nur ein erlöstes Volk von Beginn an sich mit dem Gesetz Gottes beschäftigen konnte. Dies ist Israels Sinnbild. Es bedarf aber einer Zeit des praktischen Wandels; wie zum Beispiel dem täglichen Opfer im Tempel, um später verstehen zu können, was Yeshua der Hohepriester nach seiner Auferstehung täglich im himmlischen Tempel ausführen wird (siehe Hebräerbrief). Somit hilft uns das Gesetz, als unser Lehrmeister, die Wege Gottes zu verstehen: damit wir nun gerüstet und mit Gottes verstand an Yeshua glauben können.

4.3 Joshua: Typus für Yeshua

Unsere obige Ausführung wird im Bericht zu Joshua bestätigt: der neue Führer Joshua handelt nun auch selber vollkommen nach den Weisungen Moses.

Josua 1:6: Sei stark und mutig! Denn du sollst diesem Volk das Land als Erbe austeilen, von dem ich ihren Vätern geschworen habe, dass ich es ihnen gebe.
7 Sei du nur stark und sehr mutig, und achte darauf, dass du nach dem ganzen Gesetz handelst, das dir mein Knecht Mose befohlen hat. Weiche nicht davon ab, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du weise handelst überall, wo du hingehst!
8 Lass dieses Buch des Gesetzes nicht von deinem Mund weichen, sondern forsche darin Tag und Nacht, damit du darauf achtest, alles zu befolgen, was darin geschrieben steht; denn dann wirst du Gelingen haben auf deinen Wegen, und dann wirst du weise handeln!

Dies ist das Bild unseres Erlösers Yeshua, welcher der aus dem Gesetz versprochener Retter ist, und somit das Gesetz erfüllt.

5.1 Joshua, das Volk Israel, Rahab und Jericho

Das nun gerüstete Volk Israel bereitet sich unter der Leitung Joshua vor, ins verheißene Land zu ziehen. Die erste Eroberung auf diesem Weg richtet sich gegen die Stadt Jericho. Die erste Generation der Kinder Israels, welche nicht ins verheißene Land kommen konnte, beging Unglaube an Gott. In dieser Sünde war das Aussenden von Kundschaftern mit inbegriffen (4.Mo 13, 5.Mo. 1:22). Nicht so sehr das Auskundschaften an sich, als vielmehr das Nichtvertrauen der Herzen dahinter, ist als Wurzel dieses Vergehens an Gott zu verstehen. Ihr fleischlicher Versuch das Land einzunehmen scheiterte und verhinderte ihr weiteres Vorankommen. Genau dieser Versuch führte zu dem vierzigjährigen Aufenthalt in der Wüste. Die neue Generation begann den Eroberungszug aber auch durch Kundschafter – nur diesmal in neuer Gesinnung und unter göttlicher Führung. Der Einzug ins verheißene Land beginnt mit dem Angriff auf Jericho, welche in der Schrift ebenfalls als eine Festung beschrieben wird. (Wir sprachen vorhin von wiederkehrenden Mustern und Details aus der Heiligen Schrift).

Josua 6:1: Jericho aber war verschlossen und verriegelt vor den Kindern Israels, so dass niemand heraus oder hineingehen konnte.

Joshua schickt zwei Kundschafter ins Land. Beim ersten Aussenden von Kundschaftern waren es zwei Männer, welche mit einen guten Bericht über das verheißene Land zurückkamen, nur lehnte das Volk ihre Botschaft ab. Mose und Aaron waren zwei Männer , welche die frohe Botschaft an Israel verkündeten. In der Endzeit sind es zwei Zeugen, die der Welt Gottes Strafgericht verkünden, usw. In dieser Festung lebte und saß eine Hure namens Rahab, die an den Sieg Israels glaubte und welche diese zwei Kundschafter in ihr Haus aufnahm. Die Hure ist ein Sinnbild für Gottes Volk (Hurerei deutet auf die geistige Untreue Gott gegenüber), welches in der Festung (Gefangenschaft) sitzt. In den Propheten wird Israel oft als Hure betitelt (siehe als Beispiel das Buch Hosea), welche Gott zu Umkehr aufruft. Die Botschaft von Joshua (Yeshua) erreichte sie jedoch, und sie nimmt die Männern in ihrem Haus auf und versteckt sie (sie nimmt die Heilsbotschaft an).

Diese Verbindung mit den Männern Joshuas war für sie nicht ganz ungefährlich (Jos. 2:2-3), sie aber hielt stand und dies rettet ihr das Leben. Da sie wusste, dass der Stadt die komplette Zerstörung bevorstand, bat sie die Männer um Zusicherung der Bewahrung im kommenden Krieg. Das Anbringen eines roten Fadens (Jos. 2:18), welchen sie ans Fenster anbringt (das Blut des Erlösers Yeshua im Herz), sollte ihr zum Zeichen werden, dass sie und ihr Haus in dem Krieg nicht umkommen werden. Anschließend wird sie gerettet und heiratet in die Linie Israels hinein (Ruth 4:21, Matt.1:5). Im Grunde ist dies die wiederkehrende Geschichte des Volkes Israel und Gottes Treue und Versprechen, Israel in der Fülle zu erlösen. Der Weg, den Gott benutzt um Israels zu läutern, ist Prüfung und Drangsal, bis er eines Tages kommt um sie ins verheißene Land zu bringen. Errettung für Gottes Volk, ein Strafgericht für die unbußfertigen Nationen. Diese Errettung wird mit Lärm, Posaune und Schall einhergehen:

Josua 6:4: Und sieben Priester sollen sieben Hörner des Halljahres vor der Lade hertragen; und am siebten Tag sollt ihr siebenmal um die Stadt ziehen, und die Priester sollen in die Shofarhörner stoßen.
5 Und es soll geschehen, wenn man das Horn des Halljahres bläst und ihr den Ton des Shofarhornes hört, so soll das ganze Volk ein großes Kriegsgeschrei erheben. Dann werden die Stadtmauern in sich zusammenstürzen, und das Volk soll hinaufsteigen, jeder gerade vor sich hin!

Dieses Bild wird sich in der Endzeit wiederholen:

Zefanja 1:14: Nahe ist der große Tag YHVH; er ist nahe, und sehr rasch kommt er herbei! Horch, der Tag YHVH! Bitter schreit dort auf der Held.
15 Ein Tag des Zorns ist dieser Tag, ein Tag der Angst und der Bedrängnis, ein Tag des Ruins und der Zerstörung, ein Tag der Finsternis und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels,
16 ein Tag des Shofarschalls und des Alarmblasens (Teruah) gegen die festen Städte und gegen die hohen Zinnen.

5.2 Die 7. Posaune

In der Offenbarung lesen wir von sieben Posaunen die erschallen werden und das abschließende Weltgericht Gottes einleiten. Dort wird ein Buch mit sieben Siegeln beschrieben, welche nacheinander geöffnet werden und den Ablauf in der Endzeit begleiten. Erst bei dem siebten Siegel werden sieben Posaunen beschrieben, welche nacheinander erschallen. Die letzten 3 Posaunen werden als die „3 Wehen“ beschrieben. Mit diesen folgen heftigere Gerichte aus Gottes Hand. Die 7. Posaunen gipfelt dann in den sieben Zornschalen. Nach diesen endet dann das menschliche Zeitalter.

7. Siegel → 7. Posaune → 7 Zornschalen →  Ende des menschlichen Zeitalters → Beginn des Millenniums und Regentschaft des Königs Yeshua

Zu welchem Datum diese Ereignisse genau eintreten werden, wird uns nicht im Detail beschrieben. Die Abfolge der Siegel liefert uns aber wichtige Anhaltspunkte dahingehend, wo wir uns zeitlich in der menschlichen Geschichte gerade befinden. Dies lässt schlussfolgern, dass von uns anhand des Bibelstudiums erwartet wird, zeitgerecht die aktuellen Ereignisse in der Welt verstehen zu können. Dabei sehen wir, dass für die Darlegung dieser Chronologie auch Posaunen eingesetzt werden. Der Urtext, geschrieben von Johannes ist abhandengekommen, aber mit großer Wahrscheinlichkeit ist hier im Original „Shofar“ gemeint. Die Drangsal und die damit verbundenen Prüfungen bedeuten nichts Weiteres als die baldige Zusammenkunft Yeshuas mit Seiner Braut. So überrascht es uns an dieser Stelle auch nicht, dass diese Geschehnisse durch Posaunen eingeläutet werden, so wie wir es aus dem Ersten Testament gewohnt sind. Vor diesem Hintergrund lässt sich Paulus Aussage viel besser verstehen:

1.Korinther 15:51: Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

Paulus schreibt nicht, dass die siebte Posaune schlagartig alles auf der Welt zum Halt bringt, sondern dass das sukzessive Ende mit der letzten Posaune (demnach natürlich der Siebten) eingeleitet wird. Es steht dort nicht „zu“ sondern „zur Zeit“ dieser Posaune. Die Gläubigen erkennen beim Erschallen der siebten Posaune, dass ihre Erlösung bevorsteht und das Ende sich sehr bald naht.

5.3 Sieben Posaunen im Hebräische Kalender

Die Tatsache, dass der entscheidende Moment des Monatsanfangs mit einer Erwartungshaltung einher geht, ist in uns geübt, wenn wir verstehen, wie der hebräische Kalender aufgestellt ist (siehe hierzu den Artikel „Der Biblische Kalender“). Jeder neue Monat beginnt mit der Sichtung des Neumonds durch das menschliche Auge. Der hebräische Monat kann zwischen 29 und 30 Tage haben. Wenn man nun ab dem 29. Tag Ausschau nach dem Neumond hält, es aber nicht möglich ist diesen mit dem bloßen Auge zu sichten, dann schließt der nachfolgende und somit 30. Tag des Monats, den vorherigen Monat automatisch ab. Egal, ob er an diesem Tag dann tatsächlich gesehen wurde oder nicht. Am Abend dieses Tages wird dann in das Shofar gestoßen, und der erste Tag des neuen Monats beginnt. Dies verstanden wir auch aus dem zuvor gelesenen Vers soweit ganz gut:

Ps. 81:4: Stoßt am Neumond in das Horn, am Vollmond, zum Tag unseres Festes!

Jetzt wissen wir, dass Yom Teruah im 7. hebräischen Monat stattfindet. Die vorherigen sechs Monatsanfänge werden aber ebenfalls am ersten Tag des Monats mit einem Shofar verkündet. Wenn nun zum Posaunenfest die Posaune/ Shofar tatsächlich erschallt, ist es folglich die siebte Posaune im Jahr, welche Yom Teruah einleitet! Das Warten zwischen den zwei Tagen um die Posaune am richtigen Tag erschallen zu können, gibt uns auch wieder ein Indiz für das Ausschauen und Abwarten auf den richtigen Zeitpunkt der Wiederkunft Yeshuas. Dies erschließt sich mit der Beschreibung der Endzeit aus der Offenbarung. Das genaue Datum wird uns nicht gegeben, aber anhand des aktuellen Verlaufs in unserer Welt, können wir erkennen, ob die Zeit der Wiederkunft unseres Herrn noch länger andauert oder nicht. Im christlichen Abendland wird heute oft gelehrt, dass keiner genau die Zeit weiß, wann unser Messias wiederkommt. Wenn dies tatsächlich so wäre, ist es jedoch kurios, dass unser Messias uns aber eindringlich ermahnt, auf die Stunde seines Kommens hin zu wachen:

Matthäus 25:13: Darum wacht! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde, in welcher der Sohn des Menschen kommen wird.

Dieser Vers scheint auf den ersten Blick zu bestätigen, dass wir überhaupt gar nichts über den Zeitpunkt der Wiederkunft des Messias wissen können. Das „Wachen“ wäre in diesem Fall darauf
bezogen, einen beständigen Zustand der Bereitschaft zu haben, ohne einschätzen zu können, auf welche Stunde hin wir uns genau vorbereiten. In der Tat sollen wir allezeit bereit sein - dies ist äußerst wichtig! In dem Gleichnis der zehn Jungfrauen zogen zwar alle Jungfrauen in Erwartung aus, nur waren nicht alle vorbereitet. Diejenigen, welche vorbereitet waren, obwohl sie ebenfalls einschliefen, wurden von seinem Kommen nicht überrascht. Aus meinem Verständnis ist dies, was Paulus in seinem Brief an die Thessalonicher untermauert:

1.Thessalonischer 5:1: Von den Zeiten und Zeitpunkten aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.
2 Denn ihr wisst ja genau, dass der Tag des Herrn so kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
3 Wenn sie nämlich sagen werden: »Friede und Sicherheit«, dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.
4 Ihr aber, Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass euch der Tag wie ein Dieb überfallen könnte;
5 ihr alle seid Söhne des Lichts und Söhne des Tages. Wir gehören nicht der Nacht an noch der Finsternis.
6 So lasst uns auch nicht schlafen wie die anderen, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein!

Dieses Verständnis macht die heutige, weit verbreitete Lehre einer „heimlichen Entrückung“
unhaltbar – und sogar gefährlich. Viele meinen zu glauben, dass sie kurz vor dem kommenden Zorn automatisch in Sicherheit, in den Himmel, hinweg transportiert werden, weil sie des Namen des Herrn Yeshua zu einem Zeitpunkt in der Vergangenheit einmal anerkannt haben. Mit einer solchen Haltung ist die Beschreibung trefflich, dass das Verderben rasch und plötzlich auf jene kommt, welche an eine falsche Sicherheit geglaubt haben. Für diejenigen von uns, die diese Lehre jedoch genauer überprüft haben, lässt es sich schnell erkennen, dass die Bibel in keiner Passage ein solch irreführendes Verständnis zu der Endzeit in uns aufkommen lassen möchte.

Auf welcher Zeitachse können wir uns heute nun einordnen? Parallel zu der Exodus-Geschichte empfinden wir es als gerechtfertigt einzuschätzen, dass wir uns gerade in der Wüstenzeit, unter der Leitung von Mose und Aaron (das Gesetz Gottes und Seinem Geist) befinden. Das Passahlamm (die Annahme der Vergebung der Sünden durch das Blut Yeshuas), die Bedingung des Bundes am Berg Sinai, die Annahme der Torah und das Erhalten des Heiligen Geistes zu Pfingsten, sind bereits passiert. Nun geht unsere Reise gen das Gelobte Land durch die Wüste weiter. In dieser Wüste gab und gibt es noch viele Prüfungen, bis auf den Tag hin wo wir ausreichend zugerüstet sind, um an unseren Herrn Yeshua übergeben zu werden (gleichwie Mose Israel tatkräftig kurz vor dem Einzug ins Land an Joshua übergab).

Bei der Eroberung der Festung Jericho wurden dann sieben Posaunen gestoßen, gleichwie Yeshua zu der 7. Posaune wiederkommt , um Seine Nachfolger heimzuholen. Gemeinsam kommen wir mit Ihm dann in das verheißene Land. Es wird an dieser Stelle nicht behauptet, dass alle chronologischen Details hierzu schon perfekt vorhergesagt werden können. Wir haben aber dennoch Zuversicht aus dem Wort Gottes, dass unser himmlischer Vater unsere Vorbereitung durch die Führung des Heiligen Geistes, auf den Tag der Rückkehr hin, leiten wird. Nirgendwo wird jedoch beschrieben, dass die an Yeshua Gläubigen nicht Prüfung, Schmerz oder sogar den Tod erfahren werden. Im nächsten Abschnitt wird der Artikel zu dem Thema „Entrückung“ für diejenigen, die ihn noch nicht gelesen haben in der Ganzheit eingefügt. Wenn dieser bereits bekannt ist, kann es zum Punkt 8.1 weitergehen.

6.1 Entrückung? (Ein zuvor geschriebener Artikel auf www.firstfruits.net)

Werden Menschen vor der Drangsal in den Himmel gerückt, während Drangsal auf der Erde sein wird?

In diesem Bericht möchten wir gemeinsam überprüfen, ob die Behauptung mancher Lehre in unserer heutigen Zeit, dass Gläubige kurz bevor die Drangsal beginnt, von der Erde weg in den Himmel entrückt werden, biblisch haltbar ist. In der Schrift gibt es in der Tat Berichte über Männer Gottes, die von einem Platz zu einem anderen auf übernatürliche Weise bewegt wurden. Das prominenteste Beispiel wäre Elijah (Könige) und im Neuen Testament lesen wir, wie Philipus nach der Taufe des Kämmerers von einem Ort zum anderen gerückt wurde.

In der Offenbarung lesen wir, wie in der Endzeit die Braut des Messias Yeshua an einen sicheren Ort weggerückt wird – doch, ob alle zu dem Zeitpunkt lebende Gläubige hiermit inbegriffen sind, ist an dieser Stelle noch zu früh gesagt. Die moderne These zu der Entrückungslehre verhält sich im Grunde auf folgende Weise:

Beginn der Drangsal von 7 Jahren – die Gläubigen (hiermit sind überwiegend Gläubige nach der christlichen Praxis gemeint) werden zuvor in den Himmel gerückt – Leid und Verfolgung für die Bewohner der Erde. Besonders das jüdische Volk wird in dieser Zeit grausamen Pein erleiden, für ihre Ablehnung des Messias – die Gläubigen feiern nun während der gesamten Zeit dieser siebenjährigen Verheerung eine Hochzeit mit dem Messias im Himmel. Zum Ende der sieben Jahre, kehren diese dann mit dem Messias auf die Erde zurück. Dann beginnt das 1000-jährige Reich und die gemeinsame Regentschaft mit dem Messias.

Bibelstellen als "Beweis"

Die Bibelstellen, welche oft und führend  für die Entrückungsthese verwendet werden, möchten wir in diesem Beitrag näher untersuchen:

1.Thessalonicher 3:12
1.Thessalonicher 4:16-17
1.Korinther 15:50-52

Der Begriff Entrückung

Unter dem Begriff Entrückung, wird heute eine Entnahme der Gläubigen in Messias in den Himmel, vor der großen Drangsal (Matthäus 24) verstanden. Dieser These zufolge weiß kein Mensch, wann genau dieser Zeitpunkt sein wird; da Messias sagte, kein Mensch wisse die genaue Stunde.

Vor der Drangsal wird, dieser Lehre nach, eine Posaune erschallen, zu welcher jene Menschen die an Messias glauben, aus allen Ecken der Erde, plötzlich verschwinden. Augenblicklich werden demnach auch z.B. tausende von Fahrzeugen, Maschinen und Gerätschaften führerlos.  Familienangehörige, Bekannte und Freunde, sozusagen die Hinterbliebenen, werden bitterlich weinen in der Erkenntnis, dass sie das Heilsangebot nie angenommen haben und nun durch die schwere Prüfung der Trübsal hindurch müssen. All dieses trägt dem bevorstehenden Chaos immens bei, während die entrückten Gläubigen - bereits im verherrlichtem Leib - nun erst mal zu einer sieben-jährigen Hochzeitsfeier im Himmel sitzen. Anschließend kehren diese danach dann mit dem Messias zur Erde zurück, um mit Ihm die 1000-jährige Regentschaft des Millenniums anzutreten.

Am Anfang meines Glaubenswandels, nahm ich dieses Verständnis als biblische Wahrheit für mich an. Nicht nur, weil ich in den ersten Monaten die Schrift für mich selber noch nicht genug studiert hatte. Tief im Inneren atmete ich auf, dass uns als Gläubige kein wirkliches Unheil treffen wird. Nach einer gewissen Zeit stellte ich jedoch fest, dass zu diesem oben beschriebenen Hergang kein einziger Vers in der Schrift zu finden war. Von ganzen Passagen, war gar nicht erst die Rede. Meine Bitte an einige Ältere aus den Gemeinden, mir diesen Vorgang aus der Bibel, mit Verweisen aus dem Tanakh (Altes Testament) und Bestätigungen aus den Neuen Bund, genauer zu beschreiben, wurde nie bedient. So wurde ich damals allmählich betrübt, dass solche Fabeln von so vielen angenommen wurden. Heute erkenne ich aber, dass dies in sich ein Gericht vom Schöpfer ist, da man sich von Seiner Wahrheit abgewandt hat.

Wir schauen uns das Thema mal im Kontext an. Eine Entrückung (nennen wir es auch mal so) der Gläubigen, wird in der Tat geschehen, wenn der Messias vom Himmel herabfährt, laut ruft und die Gläubigen die in Ihm gestorben sind, als erstes auferstehen und diese zur Unsterblichkeit verwandelt werden. Dies ist die Verherrlichung zum ewigen Leben. Die zu diesem Zeitpunkt, noch auf der Erde Lebenden und ebenfalls an Ihn glaubenden, werden unmittelbar danach auch verwandelt werden. Zusammen werden diese nun dem Herrn "in der Luft entgegengehen" - denn es steht in der Schrift dass wir Ihm begegnen werden:

1. Thessalonicher 4:17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, in die Luft, und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

Dies sagt aus, dass Yeshua auf dem Weg zur Erde ist. Nicht also, dass Er laut ruft, dabei aber unsichtbar und noch verborgen bleibt. Mit Seinem Ruf, bricht Er sofort mit Seiner Reise Richtung Erden auf. Dieser Punkt bleibt essentiell für das weitere Verständnis. Von der verkehrten Repräsentation der biblischen Reihenfolge abgesehen, ist eine solche sogar gegen die Verheißungen des Messias. Weswegen, werden wir im Verlauf des Artikels, noch gut sehen können.

Bestandsaufnahme

Wir lesen in der Schrift von einer Drangsal von dreiundhalb Jahren (Off 11:2, 13:5). Die, die von 7 Jahren Drangsal ausgehen, deuten die Zeitangabe der 70 Wochen (Hebr.: wörtlich 70 Siebende) aus Daniel Kapitel 9 nicht passend; dieses ist aber im Augenblick nicht unser Schwerpunkt.
Durch eine vorhandene Einstellung, dass die Schrift davon spräche, Henoch diene als Vorbild der Entrückung, oder dass der Prophet Elijah ebenfalls entrückt wurde, dient manchem als Verstärkung der Entrückunsgthese.

Ebenfalls ist der Glaube an die Entrückung mit der Auffassung verbunden, dass der Herr zu einem x-beliebigen Zeitpunkt plötzlich erscheinen könnte. Neue Medien helfen dieses Gedankengut zu veranschaulichen. Vielleicht sind Videos aus dem Internet, welche solche Szenarien darbieten, bereits bekannt: z.B. ein Raum, in welchem plötzlich die Hälfte der Menschen verschwinden, mit passender Musik unterlegt, und die bereits beschriebenen Szenarien folgen. Dies alles mag gut gekonnte Kinematik sein, es ist aber keine biblische Lehre.

Ursprung der Lehre

Eine Entrückung vor der Drangsal war eine Lehre, die zum ersten Mal im 17. Jahrhundert publik wurde. Populär wurde diese dann durch John Nelson Darby, einer der Gründungsväter der Brüdergemeinde (Plymouth Brethren). Den frühesten, nachvollziehbaren Berichten Darbys nach, fing dieser im Jahre 1827 an, dieses Thema zu veröffentlichen. Andere hatten zu diesem Zeitpunkt und auch zuvor, ebenfalls Schriftstücke verfasst.  Die Lehre an sich mag aber noch länger in der Zeit zurückliegen, denn diese These soll es bereits schon so früh wie im Jahre 200 A.D., gegeben haben. Quellenverweise hierzu, wie z.B. auf Origen oder Augustine, werden aber allerdings debattiert.

In den 70-ern fand das Thema größeren und weiteren Anklang und mit weiteren Bücherveröffentlichungen in den 90-ern, wurden zu diesem Thema insgesamt mehrere Millionen Bücher verkauft. Das Thema ist in der heutigen kirchlichen Versammlung daher nicht unbekannt.

Bibelverweise

Nun schauen wir uns die Verse an, auf die sich die Lehre stützt. Jetzt, auf das Thema etwas vorbereitet, ist eine genauere Betrachtung der Verse wichtig:

1. Thessalonicher 4:14-17:

14 Denn wenn wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist, so wird Gott auch die Entschlafenen durch Jesus mit ihm führen.
15 Denn das sagen wir euch in einem Wort des Herrn: Wir, die wir leben und bis zur Wiederkunft des Herrn übrigbleiben, werden den Entschlafenen nicht zuvorkommen;
16 denn der Herr selbst wird, wenn der Befehl ergeht und die Stimme des Erzengels und die Posaune Gottes erschallt, vom Himmel herabkommen, und die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.
17 Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, zusammen mit ihnen entrückt werden in Wolken, zur Begegnung mit dem Herrn, ...

Hier ist also das klare Wort "Begegnung". Aus dem gesamten Kontext, von selbst nur dieser Passage, ist der Sachverhalt verständlich klar: Yeshua ist auf dem Weg zur Erde zurück. Es wird mit Ihm ein Zusammentreffen geben. Der laute Ruf hat wiederum mit einem Kriegsschrei zu tun - sowie auch, dass Er kommt, um Seine Braut zu holen - denn Er kommt gerüstet zum Kampf. Dieser Krieg ist ein Bestandteil Seines Kommens.

... in die Luft, ...

nicht also in den Himmel!

... und so werden wir bei dem Herrn sein allezeit.

Auch richtig. Bisher fiel das Wort Himmel nicht. Die Frage ist nicht, ob die Gläubigen mit dem Herrn sein werden allezeit - das geht aus dem Vers klar hervor. Die wirkliche Frage ist: Wo werden diese mit Ihm sein? Dass wir im Himmel sein werden, konnten wir bisher nicht lesen. Wo aber wird der Kommende König allezeit sein? Auf dieser Erde wird der Herr Sein Reich aufstellen! Zuvor noch weitere Verse von Paulus:

1. Thessalonicher 3:

12 Euch aber lasse der Herr wachsen und überströmend werden in der Liebe zueinander und zu allen, gleichwie auch wir sie zu euch haben,
13 damit er eure Herzen stärke und sie untadelig seien in Heiligkeit vor unserem Gott und Vater bei der Wiederkunft unseres Herrn Yeshua Messias mit allen seinen Heiligen.

Diese Wiederkunft hier von Paulus beschrieben, ist die selbige wie im Kapitel 4, mit anderen Details. Fassen wir die Kapitel 3 und 4 zusammen, haben wir handfeste Messwerte:

  • Messias Kommen wird mit einem Kriegsruf eingeleitet
  • Gläubige, die Toten zuerst und dann die Lebenden, werden dem Herrn entgegengehen
  • Alle werden nun allezeit beisammen sein.

Wo kommen nun die ganzen Heiligen aus Kapitel 3:13 her? Das erklärt Paulus in 4:17 - diese wurden kürzlich verwandelt! Ist diese Idee neu, oder konnte sie Paulus mit Gewissheit verkünden, da dieses schon zuvor im Tanakh prophezeit wurde?

Sacharja 14:

1 Siehe, es kommt ein Tag für den Herrn (im Hebr.: YHVH), da wird man deine Beute verteilen in deiner Mitte!
2 Da werde ich alle Heidenvölker bei Jerusalem zum Krieg versammeln; und die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert und die Frauen geschändet werden; und die Hälfte der Stadt muss in die Gefangenschaft ziehen; der Überrest des Volkes aber soll nicht aus der Stadt ausgerottet werden.
3 Aber der Herr wird ausziehen und gegen jene Heidenvölker kämpfen, wie [damals] am Tag seines Kampfes, am Tag der Schlacht.
Dies haben wir zuvor beschrieben.
4 Und seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der vor Jerusalem nach Osten zu liegt; und der Ölberg wird sich in der Mitte spalten nach Osten und nach Westen hin zu einem sehr großen Tal, und die eine Hälfte des Berges wird nach Norden zurückweichen, die andere nach Süden.
Hier sehen wir, dass das Bestimmungsziel des Messias Jerusalem ist. Sogar wird uns ein genauer Ort genannt: der Ölberg. Diesen kann man noch heute im Land Israel bereisen. Der Ölberg überblickt den Tempelberg. Es ist ein Ort auf Erden.
5 Da werdet ihr in das Tal meiner Berge fliehen; denn das Tal zwischen den Bergen wird bis nach Azel reichen; und ihr werdet fliehen, wie ihr geflohen seid vor dem Erdbeben in den Tagen Ussijas, des Königs von Juda. Dann wird der Herr, mein Gott, kommen, und alle Heiligen mit dir!

Und da haben wir das Zitat von Paulus! Dass der Herr Gott in den Krieg persönlich auszieht, ist in der Historie des Tanakhs noch nicht vorgekommen - dieser Tag wurde bisher nur voraus prophezeit. Das Ereignis ist daher ein und dasselbe. Wenn Messias Yeshua wiederkommt, wird es ein, für alle sichtbares, Ereignis und wird keinem verborgen sein. Wenn wir Heiligen nun zu diesem Ereignis allezeit bei dem Herrn sein werden, dann wird es in Jerusalem sein. Dort, wo der Herr auch ist. Das Kommen des Herrn lesen wir auch in Offenbarung 19:

11 Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, heißt »Der Treue und der Wahrhaftige«; und in Gerechtigkeit richtet und kämpft er.
12 Seine Augen aber sind wie eine Feuerflamme, und auf seinem Haupt sind viele Kronen, und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt als nur er selbst.
13 Und er ist bekleidet mit einem Gewand, das in Blut getaucht ist, und sein Name heißt: »Das Wort Gottes«.

Hier, wieder der Hinweis, dass Er zum Kampf erscheint. Das Yeshua mit Blut bedeckt ist, liegt an der großen Schlacht, die er vollbringt. Dies wurde auch wiederum schon bereits in den Propheten vorausgesagt:

Jesaja 63:

1 Wer ist dieser, der dort von Edom her kommt, von Bozra mit hochroten Kleidern; er, der prächtig aussieht in seinem Gewand, stolz auftritt in der Fülle seiner Kraft? »Ich bin es, der ich von Gerechtigkeit rede und mächtig bin zum Retten!«
2 Warum ist denn dein Gewand so rot, und deine Kleider sehen aus wie die eines Keltertreters?
3 »Ich habe die Kelter allein getreten, und von den Völkern war kein Mensch mit mir; und so habe ich sie zertreten in meinem Zorn und zerstampft in meinem Grimm, dass ihr Saft an meine Kleider spritzte und ich mein ganzes Gewand besudelte

Das gleiche Ereignis, mehrfach beschrieben. Jede Prophetie beschreibt dasselbe Geschehen und liefert Details zum Gesamtbild. Spätestens aus der Offenbarung wird nun klar, dass der Herr auf dem Weg zur Erde ist. In den Versen zuvor bekommen wir noch weitere Details:

Offenbarung 19:7 Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben! Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und seine Frau hat sich bereit gemacht.

Wie kann es sein, dass der Herr gerade zum Krieg wiederkommt - die besagte Hochzeit aber nun noch gar nicht stattgefunden hat? Die unbiblische These einer 7-jährigen Hochzeit im Himmel, wird auch entsprechend mit diesem Vers entkräftet. Die Braut machte sich erst für die Hochzeit bereit. Die Hochzeit des Lammes geschieht erst zum Neuen Jerusalem. Dies aber erst, nach dem Yeshua bereits 1000 Jahre auf Erden gewesen ist:

Offenbarung 21:

9 Und es kam zu mir einer der sieben Engel, welche die sieben Schalen hatten, die mit den sieben letzten Plagen gefüllt waren, und redete mit mir und sprach: Komm, ich will dir die Frau, die Braut des Lammes, zeigen!

Der Zeitpunkt sei bitte noch mal beachtet: nach den 7-Zornschalen bedeutet, dass der Zorn Gottes und die Drangsal auf Erden vorüber ist.

10 Und er brachte mich im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die große Stadt, das heilige Jerusalem, die von Gott aus dem Himmel herabkam

Allezeit mit dem Herrn

Können wir es nun deutlicher aus der Schrift sehen, dass der Bestimmungsort von Yeshua wirklich Jerusalem ist? Wir lasen bereits von dem Krieg, zu welchem der Messias kommt. In diesem wird der Herr auch das bestehende Weltsystem, mit seiner Herrschaft und Regierung, stürzen. Dieses wurde gut in Daniel Kapitel 2 dokumentiert. Nebukadnezars Traum von der Statue, welche an den zehn Zehen von dem Stein getroffen wird, so dass die gesamte Statue zerberstet und zerstreut wird, beschreibt die aufeinanderfolgenden Weltreiche. Diese werden in den letzen Tagen ihrer Regentschaft übertrumpft und vom Messias besiegt. Einige Kapitel weiter, offenbart Gott diese gleiche Vision auf eine andere Art und Weise, Seinem Propheten. Diesmal gibt es nähere Details zum gleichen Ereignis:

Daniel 7:

26 Aber das Gericht wird sich setzen und ihm die Herrschaft wegnehmen (damit ist das anti-christliche System gemeint), um sie endgültig zu vertilgen und zu vernichten.
27 Aber das Königreich, die Herrschaft und die Macht über die Königreiche unter dem ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Allerhöchsten gegeben werden; sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Mächte werden ihm dienen und gehorchen!«
Die Heiligen Gottes bekommen die Herrschaft unter dem ganzen Himmel: unter dem Himmel ist auf der Erde. Die Bestätigung dieses Abschlusses, lesen wir zu guter Letzt dann auch in der Offenbarung:
19 Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, um Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferd sitzt, und mit seinem Heer.
20 Und das Tier wurde ergriffen und mit diesem der falsche Prophet, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, die das Malzeichen des Tieres annahmen, und die sein Bild anbeteten; die beiden wurden lebendig in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.
21 Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwert dessen, der auf dem Pferd sitzt, das aus seinem Mund hervorgeht, und alle Vögel sättigten sich von ihrem Fleisch.

Also, Jesaja 63, Sacharja 14, Daniel 2 & 7, Offenbarung 19, sowie 1. Thess 3 & 4, beschreiben das gleiche Ereignis. Zu dem Wohnort des Herrn aber:

Psalm 132:

11 Der Herr hat David in Wahrheit geschworen, davon wird er nicht abgehen: »Einen von der Frucht deines Leibes will ich auf deinen Thron setzen!
12 Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren und mein Zeugnis, das ich sie lehren will, so sollen auch ihre Söhne für immer auf deinem Thron sitzen!«
13 Denn der Herr hat Zion erwählt, hat sie zu seiner Wohnung begehrt:
14 »Dies ist für immer meine Ruhestatt, hier will ich wohnen; denn ich habe sie begehrt.

Welcher EINE, aus der Frucht des Leibes Davids, wird nun für immer auf dem Thron Davids sitzen? (2.Samuel 7:12-13). Es ist der Sohn Davids, Yeshua der Messias. Und dieser hat Zion als Wohnung begehrt, um darin ewiglich zu wohnen. Zion ist Jerusalem und wir vermerken noch mal: Jerusalem ist auf dieser Erde. Nicht einem Menschen wird es zugesprochen, in den Himmel zu kommen. Weitere Zusprüche aus dem Buch der Offenbarung, kurz bevor die sieben Siegel geöffnet wurden:

9 Und sie sangen ein neues Lied, indem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen,
10 und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott, und wir werden herrschen auf Erden.

Wir stiegen in diesem Text ein, mit Zitaten aus dem Thessalonicherbrief. Den Thessalonichern hatte Paulus geschrieben, dass sie in der Verheißung des Wiederkommens des Messias, beruhigt sein können. Es schien aber so, als hätten einige der Gemeinde schon zu damaligen Zeiten das Kommen des Messias nicht in allen Aspekten aus dem ersten Brief im richtigen Kontext verstanden. Nach diesen wohl entstandenem Missverständnis, sieht es Paulus für nötig, in einem weiteren Brief diese Thematik noch mal anzusprechen.

2.Thessalonicher 2:

1 Wir bitten euch aber, ihr Brüder, wegen der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus und unserer Vereinigung mit ihm:
2 Lasst euch nicht so schnell in eurem Verständnis erschüttern oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch ein Wort, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Christus schon da.
3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens,
4 der sich widersetzt und sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt.

Dies ist eine Zusammenfassung von dem, was die Propheten bereits geschrieben haben. Paulus bestätigt diese nur. Deutlicher wird es in diesem Vers:

8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, den der Herr verzehren wird durch den Hauch seines Mundes, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft beseitigen wird,

Dieses Verzehren des Gesetzlosen passiert erst, wenn Messias wiederkommt und findet zur Endzeit der Regentschaft des antichristlichen Systems (zehn Zehe aus Daniel) statt. Wenn man nun selbst nicht die ganze biblische Prophetie durchgegangen ist, bestätigt schon gleich der nächste Brief an dieselbigen Thessalonicher, dass das Kommen des Herrn nicht zu einem belieben Zeitpunkt passieren kann. Der Tag ist deutlich für uns, mit hervorgehenden Ereignissen, festgelegt. Paulus liefert noch weitere Details:

1.Korinther 15:

50 Das aber sage ich, Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht erben können; auch erbt das Verwesliche nicht die Unverweslichkeit.
51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden,
52 plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune; denn die Posaune wird erschallen, und die Toten werden auferweckt werden unverweslich, und wir werden verwandelt werden.

Von dieser Verwandlung sprach der Apostel bereits (1.Thess 3 & 4). Deutlicher wird hier der Zeitpunkt, der zur letzen Posaune ist.  In der Offenbarung lesen wir von sieben Posaunen, welche erschallen müssen, bevor die Drangsal abgeschlossen wird (Off 8:2,6). Das die Toten auferstehen werden, konnte Paulus auch aus dem Tanakh herleiten:

Daniel 12:

1 Zu jener Zeit wird sich der große Fürst Michael erheben, der für die Kinder deines Volkes einsteht; denn es wird eine Zeit der Drangsal sein, wie es noch keine gab, seitdem es Völker gibt, bis zu dieser Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk gerettet werden, jeder, der sich in dem Buch eingeschrieben findet.
2 Und viele von denen, die im Staub der Erde schlafen, werden aufwachen; die einen zum ewigen Leben, die anderen zur ewigen Schmach und Schande.
3 Und die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsausdehnung, und die, welche die Vielen zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich.

Jesaja 26:19 Aber deine Toten werden leben, [auch] mein Leichnam; sie werden auferstehen! Wacht auf und jubelt, ihr Bewohner des Staubes! Denn dein Tau ist ein Morgentau, und die Erde wird die Toten wiedergeben.

Eine Entrückung in den Himmel, haben wir bisher nicht in einem einzigen Vers gelesen. Schlussendlich, bestätigt uns unser Messias die Umstände Seines Wiederkommens selbst.

Matthäus 24:

26 Wenn sie nun zu euch sagen werden: »Siehe, er ist in der Wüste!«, so geht nicht hinaus; »Siehe, er ist in den Kammern!«, so glaubt es nicht!
27 Denn wie der Blitz vom Osten ausfährt und bis zum Westen scheint, so wird auch die Wiederkunft des Menschensohnes sein.

Entrückung? Bis hierhin: Fehlanzeige. Nichts wird verborgen bleiben, wenn Messias wiederkommt. Das heutige Durcheinander ist ein Ergebnis des laschen, halbherzigen Studierens der Heilige Schrift. Für die, welche die Nachfolge des Herrn ernst meinen, gibt es keine Verwirrung. Seine Verheißungen genügen uns!

8.1 Ist „Yom Teruah“ das gleiche wie „Rosh HaShannah“?

Würde man zum Anfang des siebten Monats sich in Israel befinden, wären die meisten von uns darüber verblüfft, dass Juden sich gegenseitig zum Tag des Posaunenfests im siebten Monat ein „frohes neues Jahr“ wünschen! Dies ist, was Rosh HaShannah bedeutet: Haupt oder Kopf des Jahres. Wie und wo fand dieser Übergang statt? Durch die Zeit im babylonischen Exil kamen die Israeliten häufig mit heidnischen Bräuchen in Kontakt. Die Babylonier hielten im siebten Monat ein Fest, welches bei ihnen als die Feier des Neujahrs galt und sich zeitlich mit dem biblischen Posaunenfest überschnitt. Im Laufe der Zeit wurde dann das Posaunenfest als der Jahresanfang bestimmt.

Eine modernere Erklärung versucht diesen Zustand so zu belegen, dass Rosh HaShannah ein Kalenderereignis ist, welches sich wie der biblische „ Aviv Kalender“ nach agrarwirtschaftlichen Bedingungen richtet. Demnach soll es so sein, dass sich nun die harte Arbeit zum Herbst nach der Sommerernte fortsetzt und mit Gebet für den Spätregen einhergeht. Somit wäre dieser Zeitpunkt des Jahres eine verstärkte Zeit des Betens. Im traditionellen Judentum wird zu diesem Zeitpunkt auch dazu ermutigt, die zehn Tage ab dem ersten Tag des siebten Monats bis hin zu „ Yom Kippur“ (der Versöhnungstag), Versöhnung und Wiederherstellung mit seinen Nächsten anzustreben. Dies geschieht dann durch Briefwechsel, persönlichen Austausch, Bußgespräche, Entschädigungen usw. Auch wenn der gesetzte Zeitpunkt für den Jahresanfang nicht mit der Bibel konform geht, sind in diesen Traditionen dennoch interessante Aspekte vorhanden. Zum einen spricht die Bibel, in einem prophetischen Endzeitszenario der Errettung Israels, von einem „Spätregen“:

Joel 2:18: Dann gerät YHVH in Eifer für sein Land und hat Mitleid mit seinem Volk.
19 Und YHVH wird antworten und zu seinem Volk sprechen: Siehe, ich sende euch Korn, Most und Öl, dass ihr davon satt werden sollt, und ich will euch nicht mehr der Beschimpfung preisgeben unter den Heidenvölkern;
20 sondern ich will den von Norden Kommenden von euch entfernen und ihn verstoßen in ein dürres und wüstes Land, seine Vorhut ins östliche Meer und seine Nachhut ins westliche Meer, und sein Gestank soll aufsteigen und sein Verwesungsgeruch sich erheben; denn er hat großgetan!
21 Fürchte dich nicht, o Land, sondern frohlocke und freue dich; denn YHVH hat Großes getan!
22 Fürchtet euch nicht, ihr Tiere des Feldes; denn die Auen der Steppe sollen grünen, und die Bäume sollen ihre Früchte tragen, der Weinstock und der Feigenbaum, so viel sie nur können.
23 Und ihr Kinder Zions, frohlockt und freut euch über YHVH, euren Gott; denn er gibt euch den Frühregen in rechtem Maß, und er lässt euch am ersten Tag Regengüsse herabkommen, Frühregen und Spätregen.

Das vom Norden kommende Volk, welches gegen Israel ausgezogen ist, beschreibt den Kampf zu Harmagedon. Dies ist das Tal Megiddo, nördlich von Jerusalem. Es handelt sich dabei um eine antike Stätte, wo Israel viele entscheidende Kriege geführt hatte. Die Prophetien berichten von einem letzten großen Kampf, welcher in der Endzeit um Israel stattfinden wird. Damit dieser stattfinden kann, wird zuvor der Euphrat austrocknen um den Weg der „Könige des Ostens“ freizugeben (Off. 16:12). Geographisch passt dies am ehesten auf Nationen wie China, Russland, Japan usw. Genauere Details müssten zukünftig abgewartet werden. Zu diesem großen Kampf wird es ein lautes Frohlocken sowie Jubelschrei und Posaunenschallen in Israel geben: zur Zeit des erbeteten Spätregens im Jahr kommt der Sohn Gottes persönlich, um Sein Volk, im Spätjahr zu Yom Teruah, zu erlösen! Diese gewaltige Drangsal war notwendig, um Israel als Nation und als Volk zu der Erkenntnis zu bringen, dass Yeshua Ihr verheißener Erlöser ist. Derjenige, welchen sie bisher trotz langem Wartens, nicht angenommen haben.

Zum anderen spricht die Tradition von einer Abrechnung, welche der allmächtige über einen jeglichen führt. Zu „Rosh Hashannah“ wünscht man sich gegenseitig auch einen guten oder reinen Bericht. Beim Ende der Welt und dem Abschluss des menschlichen Zeitalters wird ein finales Gericht gehalten, in welchem Bücher geöffnet werden (Off. 20:11-15) und ein jeglicher für schuldig oder gerecht gesprochen wird, je nachdem ob sein Name im Buch des Lebens gefunden wurde oder nicht. So sind viele Elemente der Wiederkunft des Messias in der jüdischen Tradition vorhanden, obgleich viele nicht wissen, dass selbige auf Yeshua deuten.

9.1 Versiegelung der Heiligen

Die Heilige Schrift sagt uns, dass der Allmächtige Seine Kinder persönlich kennt (2. Tim. 2:19). Yeshua hat auch vorausgesagt, dass die, welche Ihn lieben, Seine Gebote halten werden (Joh. 14:15, 15:10). Entgegengesetzt der heutigen Lehre, dass Gottes Gesetz für die Gläubigen nicht mehr gültig ist, gibt uns das Buch der Offenbarung deutlich zu verstehen, dass diejenigen, welche als die Kinder Gottes gesehen werden jene sind, welche Yeshua als Erlöser angenommen haben und die Gebote des Vaters halten:

Offenbarung 12:17: Und der Drache wurde zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den übrigen von ihrem Samen, welche die Gebote Gottes befolgen und das Zeugnis Yeshua Messias haben.

Offenbarung 14:12: Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Yeshua bewahren!

Dann wird eine große Schar beschrieben, welche ihren Auftrag erst nach der Versiegelung antritt:

Offenbarung 7:3: Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen.

Dieser Vorgang knüpft an ähnliche Szenarien aus dem Ersten Testament an, in welchem die treuen Diener Gottes vor einer kommenden Katastrophe von Gott als die Seinen gekennzeichnet wurde:

Jesaja 8:16: Binde das Zeugnis zusammen, versiegle das Gesetz (Torah) in meinen Jüngern!
17 Und ich will warten auf YHVH, der sein Angesicht verbirgt vor dem Haus Jakobs, und will auf ihn hoffen.
18 Siehe, ich und die Kinder, die mir YHVH gegeben hat, wir sind Zeichen und Wunder für Israel von dem YHVH der Heerscharen, der auf dem Berg Zion wohnt.

Hesekiel 9:4: Und YHVH sprach zu ihm: Geh mitten durch die Stadt, mitten durch Jerusalem und mache ein Zeichen auf die Stirn der Leute, die seufzen und jammern über all die Greuel, die in ihrer Mitte verübt werden!
5 Zu den anderen aber sprach er vor meinen Ohren: Geht hinter ihm her durch die Stadt und erwürgt; euer Auge soll nicht verschonen, und ihr dürft euch nicht erbarmen.

Unser himmlischer Vater sichert uns zu, dass nicht ein einziger von uns in Yeshua verloren gehen wird (Joh. 6:9, 17:12). Es kann dabei zu diesem Zeitpunkt nicht bestimmt werden, auf welche Weise ein jeglicher von uns durch die Drangsal muss. Einige werden verschont und an einen Ort der Sicherheit gebracht (Off. 12:14), mit anderen führt der Teufel Krieg und jene werden umkommen (Dan. 7:7, Off. 12:11,17). Einige gehen durch die Drangsal und werden dadurch gereinigt (Sach. 13:9), und einige sterben in der Drangsal durch Enthauptung (Off. 20:4). Es kommt eine Zeit auf die Welt zu, welche äußerst fürchterlich sein wird, und welche es so noch nie gegeben hat (Matt. 24:21-22). In diesem ganzen geht es aber darum, der Zukunft nicht mit Angst entgegenzugehen – sondern mit Gebet, Nähe, Lobpreis und Anbetung zu unserem Gott, dem Schöpfer von Himmel und Erde, welcher uns Yeshua als Erlösung geschenkt hat. So wie es auch in der Offenbarung steht, dass diese Dinge passieren müssen, vor der Wiederkunft des Herrn (Off. 1:1).

10.1 Yom Teruah – die Feier!

Wir erfreuen uns an der Hoffnung und dem Ausblick, welchen wir auf Yeshua haben dürfen. Die ganze Welt wird in der Endzeit ihren Hass auf Gott offenbaren, und all dies lässt der Schöpfer für Seine Zwecke und Pläne zu. Zum einen ermöglicht Er einem jeglichen noch Buße zu tun. Zum anderen offenbart Er, was in den Herzen des Menschen ist und beweist uns ausdrücklich, dass wir uns nicht selbst regieren können. Ohne seine Erlösung sind wir verloren. Aber darüber hinaus noch: diese Drangsal und Prüfung wird Gottes Volk für die Ewigkeit vorbereiten. Anschließend wartet auf uns das ewige Leben, frei von Tod, Schmerz und Leid. Amen!? Sehnsüchtig warten wir auf die Regentschaft des gerechten Königs Yeshua. Die anschließenden Festtage „Yom Kippur“ und „Sukkot“ geben dann Ausblicke auf die endgültige Reinigung des Volkes Gottes, und anschließend geschieht die Hochzeit mit Seiner Braut. An dem Tag, an welchem Gottes Volk gerettet wird, wird es einen riesen Aufschrei – ein Jubel – laut und deutlich geben, wonach 1000 Jahre auf der Erde Frieden herrschen wird. Dies ist das biblisch beschriebene Millennium. Der Tag von Yom Teruah ist ein Feiertag.

Die Tage beginnen im hebräischen am Abend, und so sitzen wir am Tag des Neumondes zusammen, um gemeinsam die Feier zu halten. Bei Sonnenuntergang beginnt die Feier. Wenn eine Gemeinschaft möglich ist, dann kann diese sich zur Versammlung verabreden. Wenn nur innerhalb der Familie ein Treffen möglich ist, kann ebenfalls entsprechende Vorbereitung getroffen werden. Man könnte sich ein Shofar aus dem Internet bestellt haben, um dieses an dem Abend zu stoßen (gut geübte Kenntnisse sind schön, wenn diese aber nicht vorhanden sind, ist es ebenfalls eine große Freude an der Symbolik und Bedeutung zu erfahren, mit den Tönen die man schafft!). Kerzen, Lampen usw. sorgen für eine feierliche Stimmung. Der Familienvater leitet den Abend mit Gebet und bietet Erklärung des Festes an die Familienmitglieder. Er weist auch Gäste ein, falls welche eingeladen sind. Das Gleichnis mit Öl in den Lampen kann durch die Kinder nachgespielt werden (ein Gleichnis, welches den kommenden Tag des Herrn vorher beschreibt). Das gemeinsame Essen nicht vergessen! Wein, süßes Getränk, Backwaren, feierliche Musik – und den Fokus auf Yeshua setzen.

Wenn man aber alleine ist und noch niemanden hat, um das Fest zu feiern, ist es ebenfalls möglich den Tisch zu decken, sich feierlich anzuziehen, etwas Schönes zum Essen bereitet zu haben und mit lauter Musik und Lobpreis den Herrn zu loben, Ihn anzubeten und seinem Namen die Ehre zu geben. Denn es ist ein Tag des „Teruah“, ein großer Lärm, an welchem die kommende Erlösung für uns als Volk Gottes vorbehalten ist.

Offenbarung 22:20: Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen. — Ja, komm, Herr Yeshua!
21 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen! Amen.   

Shavuot

Mai 22

1.1 Einleitung

Shavuot ist das Fest, welches uns als Pfingsten oder als das Wochenfest bekannt ist. Fünfzig Tage sind zu zählen von dem Tag der Erstlingsfrucht bis zum Wochenfest. Die Zahl 50 deutet in der Bibel auf Freiheit und Erlösung hin. Die Parallele zu dieser Zahl finden wir im Jubeljahr, welches alle 50 Jahre ausgerufen wurde. In dieser Hinsicht ist Shavuot ein kleineres Abbild des Jubeljahres. Es ist zu vermuten, dass die Torah Israel zu Shavuot gegeben wurde. Der Heilige Geist wurde ebenfalls an diesem Tag ausgegossen (Apg. 2).

1.2 Verständnis zum Wochenfest

Shavuot ist der 50. Tag nach dem Weben der Erstlingsgarbe (Erstlingsfrucht). Diese wird innerhalb der Pessachwoche vom Priester im Tempel gewoben (siehe den Artikel „Erstlingsfrüchte“). Alle biblischen Festtage deuten auf das vollkommene Werk des Messias Yeshua. Das Wochenfest deutet auf die Freiheit, in welcher wir wandeln dürfen, nachdem wir die Erlösung durch den Messias erhielten. Im Fokus stehen somit zwei Themen: das Pessachfest feiert Israels Erlösung und Shavuot feiert den Beginn Israels in der Freiheit zu wandeln. Die Pessachwoche verspricht Israel eine weitere, in Kürze eintretende Freiheit, und diese Freiheit ist das Erlangen der Erkenntnis, wie vor Gott zu wandeln ist. Nicht zu wissen, wie vor Gott zu wandeln ist, rührt daher, dass man seine Gebote und Richtlinien nicht kennt, diese nicht beachtet oder nicht möchte. Der Mensch ist erst vollkommen, wenn er in einer persönlichen Beziehung zu Gott steht. Alle anderen Wege des Glücks oder der vermeintlichen Erfüllung verfehlen das Ziel; und das biblische Bild hierfür ist Aussatz, Lahmheit, Stummheit, Blindheit, Taubheit und weitere Gebrechen.

In den vier Evangelien lesen wir wiederholt, dass dies genau die Krankheiten sind, welche Messias Yeshua heilte. Es ist demnach kein Zufall, dass die Evangelisten Wert drauf gelegt haben uns zu berichten, wie Yeshua gegen diese Krankheiten vorgegangen ist. Yeshua zu kennen (Er ist das Pessachlamm), bedeutet Freiheit zu haben (welche ihre Erfüllung zu Shavuot findet). Shavuot (שבועות) ist auf Hebräisch Mehrzahl für „Wochen“. Dieser vereinfachte Titel erinnert uns daran, dass wir von der Erstlingsgabe an sieben Sabbate und sieben Wochen zählen:

3. Mo. 23:15: Danach sollt ihr euch vom Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben Sabbate abzählen, bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann YHVH ein neues Speisopfer darbringen.

5. Mo. 16:9: Sieben Wochen sollst du dir abzählen. Von da an, wo man beginnt, die Sichel an die Saat zu legen, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen.  10 Dann sollst du das Fest der Wochen für YHVH, deinen Gott, feiern, je nach der freiwilligen Gabe deiner Hand, die du geben wirst, so wie YHVH, dein Gott, dich segnen wird.

* In vielen Übersetzungen steht hier „sieben Wochen“. Der Urtext ist aber klar darin, dass es sich an dieser Stelle um sieben Sabbate handelt: וספרתם לכם ממחרת השׁבת מיום הביאכם את־עמר התנופה שׁבע שׁבתות תמימת תהיינה׃

So erklärt sich die Beschreibung „Wochenfest“. In unserem Sprachgebrauch kennen wir das Fest auch als „Pfingsten“, welches simpel Griechisch für „50“ ist. Während dieser Zählung befindet sich Israel – Gottes Volk – nun in einer Erwartung auf etwas Bestimmtes.

2.1 Die Zahl „50“

Noch vortrefflicher sehen wir die Zahl 50 später im Jubeljahr verdeutlicht. Das Grundthema im Jubeljahr ist Freiheit und Erlösung. Das Wochenfest bietet uns einen Vorschatten auf das Jubeljahr. Anhand ähnlich vorhandener Muster und Themenverwandtschaften werden wir dies später noch gut schlussfolgern können. Das Jubeljahr war eine Art „Neuanfang“ was Finanzen, Schulden, Versklavung, Pacht, Auseinandersetzungen usw. betraf. Ebenfalls sind wir in Yeshua Messias ein „neuer Mensch“. Durch die Vergebung der Sünden in seinem Blut wird uns das alte Leben der Sünde nicht mehr angerechnet:

2. Kor 5:17: Darum, ist jemand in Messias, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!

Das uns bekannte Konzept der „Verjährung“ rührt aus diesem Gebot der Freilassung des Jubeljahrs heraus. Gläubigern und Schuldnern sind Zeitfenster gegeben, in welchen sämtliche Forderungen eingeholt werden können. Nach dieser Zeit gilt der Fall als verjährt und ausstehende Schulden werden getilgt, selbst wenn alle Ansprüche nicht vollkommen bedient wurden. Juristische Werkzeuge werden nach dieser bestimmten, vorgegebenen Zeit eingestellt und der Fall ist „vom Tisch“. Alle 50 Jahre setzte das Jubeljahr für einen jeglichen Israeliten den perfekten Ausgleich. Fünfzig deutet somit auf Erlösung und Befreiung. Wenn jemand in Israel verarmte und sich verkaufen musste um eine Schuld ab zu bezahlen, lag seine Hoffnung darin entweder im siebten Jahr freizukommen (ein Bild auf den Sabbat – der siebte Tag), oder aber erwählte aus bestimmten Gründen bei seinem Herrn zu bleiben, um dann aber vollständig im Jubeljahr ausziehen zu können. Dieses Recht wurde ihm gewährt.

3.Mo. 25:28: Vermag er ihn aber nicht zu entschädigen, so soll das, was er verkauft hat, in der Hand des Käufers bleiben bis zum Jubeljahr; alsdann soll es frei ausgehen, und er soll wieder zu seiner Habe kommen

3. Mo. 25:40: als Taglöhner und Beisaße soll er bei dir gelten und dir bis zum Jubeljahr dienen.
41 Alsdann soll er frei von dir ausgehen, und seine Kinder mit ihm, und soll wieder zu seinem Geschlecht und zu seiner Väter Habe kommen.

Die Zahl 50 im Wochenfest weist ebenfalls auf Erlösung und Befreiung hin. Dazu erinnern wir uns nochmal, dass das Pessachlamm Israel die Befreiung aus Ägypten sicherte. Sofort kam das Volk in die Woche der ungesäuerten Brote und aus dieser Woche stammt die Zählung bis zu Shavuot. Führen wir es uns noch einmal vor Augen, was die Feste für uns im Kern bedeuten:

1. Pessach ist das Fest der Erlösung aus der Sklaverei. Ohne dass YHVH Israel erlöst hätte, wäre das Volk nicht freigekommen. Ägypten, als Ort der Knechtschaft, kennzeichnet das Reich des Bösen: des Satans. Hier musste das Volk harte Fronarbeit leisten. Nur das Blut des Lammes konnte das Volk aus dieser Sklaverei befreien. Gleichzeitig erfolgte das Gericht über Ägypten.

2. Das Fest der ungesäuerten Brote folgt nun sofort. Israel ist jetzt frei gemäß dem neuen, ungesäuerten Mensch vor Gott zu wandeln. Sauerteig ist ein Sinnbild für die Sünde und Israel lernt es jetzt nach der Befreiung, nichts Sündiges mehr anzurühren. In der Knechtschaft war dies nicht möglich gewesen. Der Wille war zu stark an Satan gebunden. Jetzt aber, befreit durch Yeshua, lernt Israel für Gott abgesondert zu sein. Sieben Tage lang wird Israel kein gesäuertes Brot essen. Dies ist alles in Vorbereitung für das, was noch kommt.

3. Innerhalb der Festwoche der ungesäuerten Brote, wird nun die Erstlingsgarbe im Tempel gewoben. Dies deutet auf die Auferstehung des Messias und dass sein Opfertod von Gott dem Vater, als Sühnung für unsere Sünden, angenommen wurde.  Wir haben also von Gott dem Vater persönlich, der höchsten Instanz des Universums, die Bestätigung, dass das Opfer und die Auferstehung seines Sohnes akzeptiert wurden und für uns gültig ist! Ab hier beginnt die Zählung der 50 Tage.

4. Der 50. Tag nach dieser Zählung ist Shavuot. Dieses Fest erfolgt immer im dritten Monat.

2.2 Die Torah am Berg Sinai

Das traditionelle Judentum glaubt, dass Israel genau zum Pfingsttag die Torah am Berg Sinai erhielt. Diese Schlussfolgerung kann aus dem Text zwar nicht explizit bewiesen werden, aber genau dies glauben wir auch! So könnte das Szenario möglicherweise rekonstruiert werden:

1. Israel verlässt Ägypten am 15. des Monats Aviv, der Pessachwoche. Hieraus ist es möglich, dass die Zählung der Garbe von ab dem 16. bis zum 21. des Monats Aviv erfolgt.

2. Wenn die Zählung der Garbe am 16. stattfand, wäre der Tag des Shavuots 50 Tage später gewesen: am 6. Tag des 3. Monats. Wenn die Garbe am 17. war, wäre Shavuot am siebten des dritten Monats, usw. Später als am zwölften des 3. Monats kann Shavuot aber nicht vorkommen, da die Zählung immer innerhalb der Pessachwoche beginnt.

3. Israel lagerte sich einen Monat nach dem Auszug aus Ägypten in der Wüste Sin: 2. Mo. 16:1: Danach zog die ganze Gemeinde der Kinder Israel von Elim weg in die Wüste Sin, die zwischen Elim und Sinai liegt, am fünfzehnten Tag des zweiten Monats, nachdem sie aus Ägypten gezogen waren.

4. Bis hierhin hatte sich das Volk seit dem Auszug an verschiedenen Orten bereits sechsmal gelagert (4.Mose 33:5-11). Die Wüste Sin ist die siebte Lagerung. Drei weitere Male wird sich Israel lagern, bevor es in die Wüste Sinai kommt. Dies macht es wahrscheinlich, dass Israel am Berg Sinai pünktlich zu Shavuot gewesen sein könnte, wenn wir davon ausgehen, dass dieses Zeitfenster von der siebten bis zur zehnten Lagerung ca. 27 Tage betrifft.

Wo wäre hier die Verbindung, und worin bestünde die Wichtigkeit einer solchen Tatsache? Zuerst fassen wir nochmal kurz die Frühjahrsfeste zusammen:

Pessach: das erste Fest im Jahr. Es feiert Israels Erlösung, durch das Blut des Lammes, aus der Knechtschaft (dienend der Sünde, dem Fleisch und dem Teufel). Zu Pessach wurde Israel als Nation geboren. Direkt am Abend des Pessach geschieht ein nahtloser Übergang zum „Fest der ungesäuerten Brote“. (Hier ist es wichtig, ein Verständnis des hebräischen Kalenders zu haben).

Fest der ungesäuerten Brote: dauert sieben Tage an und kennzeichnet den neuen, lauteren Menschen. Wegen Gottes Erlösung kann Israel fortan ohne Sauerteig (Sünde) wandeln. Die sieben Tage erinnern an die siebentägige Einweihung der Priester (siehe den Artikel „Fest der Ungesäuerten Brote“). Vor Gott sündlos zu wandeln ist nun Israels unmittelbare Bestimmung.

Erstlingsfrucht: innerhalb der Pessachwoche (der Woche der ungesäuerten Brote) wird es einen Tag geben, an dem die Erstlingsfrucht vor Gott gewebt wird. Dies ist immer der Tag nach dem Sabbat derselben Woche. Diese Erstlingsgarbe der Gerste deutet auf Yeshua, welcher sich nach Seiner Aufopferung und Wiederauferstehung dem Vater präsentierte (siehe den Artikel „Erstlingsfrüchte“).

Nun von diesem Tag der Erstlingsfrucht sollen 50 Tage bis zu Shavuot gezählt werden. Der 50. Tag ist dann das Wochenfest. Die Zählung beginnt nach dem Sabbat; d.h. der erste Tag der Woche (Sonntag). Die Schrift ist explizit darin, dass die Zählung sieben Sabbate und sieben Wochen umfasst. Es wäre z.B. möglich sieben Sabbate zu zählen, ohne sieben volle Wochen zu haben. Nach 49 Tagen ist also das Pfingstfest – dieses fällt auch wieder auf einen Sonntag. Somit ist das Wochenfest immer an einem ersten Wochentag: dem Sonntag. Das ist es, was wir wissen; aber das Datum ist an sich ist im Voraus nicht bekannt. Pfingsten ist das einzige Fest, wo ein Datum nicht ausdrücklich genannt wurde. Das Pessachfest ist am 14. Aviv, das Fest der ungesäuerten Brote vom 15. bis zum 21. Aviv und die Erstlingsfruchtbestimmung findet innerhalb der Pessachwoche statt. Das Datum zu Shavuot hängt von der Zählung der Garbe ab. Wäre also der Tag der Erstlingsfrucht fix datiert, hätte das Wochenfest auch ein fixes Datum. Wir wissen aber nie im Voraus, welches Datum der Sabbat und der Tag danach innerhalb der Pessachwoche haben wird.

Das Weben der Garbe kann somit z.B. auf den 16., 17. oder 18. fallen: denn die Zählung der Garbe kann erst nach dem 14. Aviv (Pessach) beginnen. Dies bleibt daher jedes Jahr flexibel, und somit kann kein genaues Datum für das Wochenfest bestimmt werden. Die Basis der Zählung ist natürlich der hebräische Kalender (Pessach ist um den Zeitraum März/ April herum). Der 50. Tag erfüllt sich demnach immer im 3. hebräischen Monat. Der dritte hebräische Monat heißt heute „ Sivan“. Das rabbinische Judentum hat momentan den 6. des Monats Sivan als ein beständiges, fixes Datum für das Wochenfest festgesetzt. Dies ist aber biblisch nicht nachvollziehbar und kann von uns, wegen der obigen Erklärung, nicht befolgt werden. Es ist jedoch offensichtlich, dass Shavuot im 3. Monat stattfindet. In der Bibel wurde zu der Vergabe der Thora am Berg Sinai kein Datum genannt, aber es geschah im dritten Monat:

2. Mo. 19:1: Im dritten Monat nach dem Auszug der Kinder Israels aus dem Land Ägypten kamen sie an eben diesem Tag in die Wüste Sinai.

Die Wüste Sinai ist, wie bereits beschrieben, nur eine der vielen Lagerstationen des Volkes Israel (4.Mo. 33:15). Somit wäre es zeitlich passend, dass Israel zum Pessach aus Ägypten auszog, einige Zeit in der Wüste war und dann zum 50. Tag die Torah empfing. Wie bereits erwähnt, ist es unsere Überzeugung, dass dies genauso stattfand! Wir erkennen dazu starke Indizien und möchten dies näher erläutern. Der Auftrag von YHVH an Mose, das Volk aus der Sklaverei herauszuholen, erfolgte: am Berg Sinai!

2. Mo. 3:1: Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinten in die Wüste und kam an den Berg Gottes Horeb.

Der Berg Horeb (bedeutet „wüst“) wird in der Bibel auch als Name für den Berg Sinai genutzt (5.Mo. 5:2, 29:1, Ps. 106:19, Mal. 4:4). Von hier aus begann also der ursprüngliche Auftrag an Mose, und zu genau diesem Berg sollte Mose später das Volk auch herbringen:

10 So geh nun hin, ich will dich zu dem Pharao senden, dass du mein Volk, die Kinder Israel, aus Ägypten führest!
11 Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, dass ich zum Pharao gehe, und dass ich die Kinder Israel aus Ägypten führe?
12 Er sprach: Ich will mit dir sein; und dies soll dir das Zeichen sein, dass ich dich gesandt habe: Wenn du das Volk aus Ägypten geführt hast, werdet ihr auf diesem Berge Gott dienen.

Somit war der Auftrag von vornherein klar. YHVH lässt Israel an einigen Orten lagern, ehe sie zum Berg Sinai kommen, um sie vorzubereiten, sie zu prüfen und Israel für seine Torah empfänglich zu machen. Zwei Dinge sind hier zu beachten: in diesem Szenario trägt Mose zum einen das Bild des Erlösers. Er soll hingehen um Gottes bedrücktes Volk zu befreien. Das zweite Merkmal ist das Zeichen, welches bestätigt, dass er von Gott gesandt wurde: das Volk wird befreit und vorbereitet am Berg Sinai zu stehen! Wir möchten es gerne nochmal wiederholen, denn dieser Punkt ist wichtig: das Zeichen, dass das Volk befreit wurde, wird durch ihre Anwesenheit am Berg Sinai bestätigt und bekräftigt. Dort werden sie empfangsbereit sein, um Gottes Gebote zu erhalten. Als Mose dann zu Pharao geht um die Freilassung des Volkes einzufordern, sagte er Folgendes:

2. Mo. 5:1: Danach gingen Mose und Aaron hinein und redeten mit dem Pharao: So spricht YHVH, der Gott Israels: Lass mein Volk ziehen, dass es mir in der Wüste ein Fest halte!

Die Aufforderung ist also hier, dass Israel in der Wüste ein Fest für YHVH halten soll. Das hebräische Wort für Fest ist hier „chag“ (חג), und dieses ist auch das Wort, welches genutzt wird für die Festtage (3.Mo. 23). Das einzige Fest im dritten Monat ist Shavuot, und Israel empfing die Thora am Berg Sinai im dritten Monat – an genau dem Ort, wo YHVH es voraussagte. Wir können sehr gut sehen, wie alles nahtlos zusammenpasst. Dies bestärkt weiter unsere Annahme, dass die Torah zu Shavuot, 50 Tage nach der Erstlingsgarbe, gegeben wurde.

3.1 Das Gesetz der Freiheit

In der Bibel werden Gottes Gebote mit Freiheit verglichen:

Jak. 1:25: Wer aber hineinschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin bleibt, dieser Mensch, der kein vergesslicher Hörer, sondern ein wirklicher Täter ist, er wird glückselig sein in seinem Tun.

Es ist erstaunlich, dass heute genau das Gegenteilige in vielen Gemeinden gepredigt wird. Oft wird Gottes Gesetz (Torah) mit Knechtschaft beschrieben. Nach dieser Theologie ist es etwas Schlimmes und Lästiges, wenn man Gottes Gebote halten müsste. Jakobus aber beschreibt die Torah als das „Gesetz der Freiheit“. Da wir in diesem Artikel und sonst auch davon ausgehen, dass die Thora am 50. Tag gegeben wurde, passt die Verbindung zu Freiheit sehr trefflich. Wo wir jetzt ein bisschen über das technische gesprochen haben, betrachten wir nun den Inhalt und die Bedeutung des ganzen Ablaufes. Aus den oben beschriebenen Details konnten wir erkennen, was das Pessachfest bedeutet. Israel war machtlos sich in irgendeiner Form zu befreien – weil es unter Pharaos Sklaverei war. YHVH musste eingreifen, um die Erlösung zu bewirken. Hierin ist aber nur eine von weiteren Stufen des Erlösungsplans zu verstehen. Es folgt darauf, dass Israel fortan sündlos wandeln soll, weil es dazu durch die Befreiung des Blutes des Lammes befähigt wurde (Pessach).

Die Sklaverei deutet auf die Bindung zur Sünde, in welcher die Gesinnung nicht frei ist, um dem wahren Gott, dem Gott Israels, in Einfältigkeit dienen zu können. Der Weg um Gott zu dienen, ist Seine Ordnungen zu kennen und in diesen zu leben. Dies ist wiederum nur möglich, wenn der Wille von der Knechtschaft der Sünde befreit und somit fähig ist, Gottes Satzungen untergeordnet zu werden. Durch die Gebote – die Torah, gegeben am Berg Sinai – lernt Israel in der Freiheit zu wandeln. Das Gesetz ist also für ein erlöstes Volk, denn ein versklavtes Volk kann sich nach Gottes Torah nicht ausrichten.

4.1 Messias Yeshua ist Freiheit

Das 1. Testament prophezeite das Kommen des Erlösers in mehreren Facetten und Details. Zum Beispiel war bekannt gegeben, wo Er geboren werden wird (Mich. 5:5), dass Er die Sünden seines Volkes tragen wird (Jes. 53:4), dass Er durch Verrat verkauft werden wird (Sach. 11:12) usw. Auch wurde verkündet, dass Er Seinem Volk die Freiheit schenken wird.

Jes. 61:1: Der Geist Gottes, des YHVH, ist auf mir, weil YHVH mich gesalbt hat, um den Elenden gute Botschaft zu verkündigen; er hat mich gesandt, zerbrochene Herzen zu verbinden, den Gefangenen Befreiung zu predigen, den Gebundenen Öffnung der Kerkertüren.

Wenn Yeshua Befreiung predigt, dann predigt Er die Gebote und Wege Seines Vaters, des allmächtigen Gottes. Dies ist von jeher das biblische Verständnis von Freiheit für Gottes Volk.

Joh. 15:10: Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe geblieben bin.

Wenn aber Israel Gott und seine Wege nicht kennt – oder von diesen abgewichen ist – dann beschreibt die Heilige Schrift diesen Zustand mit diversen Krankheiten.

Jes. 1:2: Hört, ihr Himmel, und horche auf, o Erde; denn YHVH hat gesprochen: Ich habe Kinder großgezogen und emporgebracht, sie aber sind von mir abgefallen.
3 Ein Ochse kennt seinen Besitzer, und ein Esel die Krippe seines Herrn, aber Israel hat keine Erkenntnis; mein Volk hat keine Einsicht.
Hier sehen wir die Wehklage des Schöpfers durch den Propheten. Israel hat keine Erkenntnis, weil es aufgehört hat Gottes Wege zu gehen. Daraus resultierte Israels schlimmer Zustand.
4 Wehe der sündigen Nation, dem schuldbeladenen Volk! Same der Übeltäter, verderbte Kinder! Sie haben YHVH verlassen, haben den Heiligen Israels gelästert, haben sich abgewandt.
5 Wohin soll man euch noch schlagen, da ihr doch den Abfall nur noch weiter treibt? Das ganze Haupt ist krank, und das ganze Herz ist kraftlos.
6 Von der Fußsohle bis zum Scheitel ist nichts Unversehrtes an ihm, sondern klaffende Wunden und Striemen und frische Verletzungen, die nicht ausgedrückt, noch verbunden, noch mit Öl gelindert sind

Israels Gefangenschaft spiegelt demnach Ihre Beziehung zu Gott wieder. Wo Gottes Volk die Wegweisungen des Schöpfers verlässt (Götzendienst), nennt Gott sie auch taub und blind:

Jes. 42:17: Es sollen zurückweichen und tief beschämt werden, die auf Götzen vertrauen und zu gegossenen Bildern sagen: Ihr seid unsere Götter!
 18 Hört, ihr Tauben, und ihr Blinden, schaut her, um zu sehen!
 19 Wer ist blind, wenn nicht mein Knecht, oder so taub wie mein Bote, den ich sende? Wer ist so blind wie der Vertraute und so blind wie der Knecht YHVH?

Das Zeichen des Messias, gleich wie bei Mose, wird sein, dass Er sein Volk befreit aus dem Ungehorsam (Knechtschaft zur Sünde) und ihnen Befreiung schenkt.

Jes. 35:5: Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet werden; 6 dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch und die Zunge des Stummen lobsingen; denn es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme in der Einöde.

Die Krankheiten deuten auf die tiefere Wurzel der Sünde und die Verstrickung in falschen Wegen. Exemplarisch heilt Yeshua diese Krankheiten im Neuen Testament.

Matt. 11:2: Als aber Johannes im Gefängnis von den Werken des Messias hörte, sandte er zwei seiner Jünger
3 und ließ ihm sagen: Bist du derjenige, der kommen soll, oder sollen wir auf einen anderen warten?
4 Und Yeshua antwortete und sprach zu ihnen: Geht hin und berichtet dem Johannes, was ihr hört und seht:
5 Blinde werden sehend und Lahme gehen, Aussätzige werden rein und Taube hören, Tote werden auferweckt, und Armen wird das Evangelium verkündigt.

Als Johannes der Täufer seinen Glauben an Messias zu stärken suchte, wandte er sich mit der obigen Frage an den Messias. Die Antwort vom Herrn Yeshua, welche auf den ersten Blick wie eine Zurechtweisung wirkt, kann in Wahrheit auch als eine Bestätigung an Seinen treuen Diener Johannes verstanden werden. Johannes Frage hätte auch so gedeutet werden können: „Wo ist nun das Feuer, das Zorngericht, das Fegen der Tenne, das Trennen der Spreu von dem Weizen?“ – welches er doch über den Messias in seinem vorherigen Dienst so stark verkündet hat. Yeshua erinnert ihn aber daran, dass das Heilen der Blinden, Lahmen Aussätzigen und Kranken ebenfalls einen sicheren Hinweis darauf gibt, dass Er die Prophetien der Bibel erfüllt: Er, Yeshua, ist in Wahrheit der Messias!

4.2 Yeshua ist das Wort Gottes

Aus diesem Verständnis heraus können wir nun schnell erkennen, weswegen es ein Widerspruch wäre Yeshua als Messias zu bekennen, ohne dass man dabei seine Gebote befolgt:

1. Joh. 2:3: Und daran erkennen wir, dass wir ihn erkannt haben, wenn wir seine Gebote halten.
4 Wer sagt: "Ich habe ihn erkannt", und hält doch seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in einem solchen ist die Wahrheit nicht;
5 wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrhaftig die Liebe Gottes vollkommen geworden. Daran erkennen wir, dass wir in ihm sind.
6 Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der ist verpflichtet, auch selbst so zu wandeln, wie jener gewandelt ist.
7 Brüder, ich schreibe euch nicht ein neues Gebot, sondern ein altes Gebot, das ihr von Anfang an hattet; das alte Gebot ist das Wort, das ihr von Anfang an gehört habt.

Hier schreibt der Apostel Johannes, dass Yeshua zu kennen, auch bedeutet seine Gebote zu halten. Es ist schwierig die genaue Position des heutigen Christentums hierzu einzustufen. Zum einen glauben viele, dass Gottes Gebote durch den neuen Bund in Yeshua Messias (Jesus Christus) aufgehoben sind. Dieses Verständnis ist oft sehr vage. Es geht manchmal soweit, dass einige ein fortwährendes Leben in der Sünde nicht in Konflikt sehen mit dem Glauben, da Jesus diese Schwachheit „versteht“ und einem trotzdem das ewige Leben schenken wird. Eine solch extreme und verheerende Lehre ist glücklicherweise jedoch nicht immer die einzige Sichtweise der heutigen Kirche zur Torah.

Eine andere Fraktion versteht das Halten der Gebote aber eventuell als „zu legalistisch“. Dinge wie einen Bart zu tragen, gewisse Kleiderordnungen, Speisegebote, Waschungen, sowie das Halten des Sabbats und der heiligen Festtage sind wahrscheinlich Beispiele, welche für einige dieses Gedankengut bestätigen. Diese sind zwar Bestandteile der Torah, aber nicht das Herz der Torah. Die Erfüllung der Torah ist Liebe. Die Dinge, welche Yeshua in uns vollbringen möchte, sind die Früchte des Geistes: Güte, Glaube, Geduld, Freundlichkeit, Friede, usw. (Gal. 5:22). Diese Dinge übertrumpfen nicht die anderen Gebote, sondern bilden die Essenz, weswegen die Gebote gegeben worden sind.

Wiederum verstehen einige das Halten der Gebote, indem Sie nur die äußerlichen Dinge tun und lassen sich evtl. einen Bart wachsen, Frauen bedecken ihr Haupt und tragen Röcke, man hält den Sabbat und die Festtage usw. – aber es fehlt die Kraft um mit Feindseligkeiten, Streit, Habsucht, Gier, Geiz, Verleumdung und dergleichen ein Ende zu machen. Hiergegen warnt die Heilige Schrift – denn dies ist das Halten der Torah nach dem „toten Buchstaben des Gesetzes“.

5.1 Die Torah auf Stein

Als die Torah am Berg Sinai gegeben wurde, war Mose anschließend 40 Tage lang mit Gott auf dem Berg. Als er mit den steinernen Tafeln herunter kam, befand Israel sich schon im Götzendienst und war von dem kürzlich zuvor geschlossenen Ehebund mit dem Schöpfer abgefallen (Jer. 31:32). Von dem Ereignis lesen wir im 2. Mose 32. Es folgte eine Aussonderung und ein Strafgericht, wobei an einem Tag 3000 Menschen starben:

2.Mo. 32:25: Als nun Mose sah, dass das Volk zügellos geworden war - denn Aaron hatte ihm die Zügel schießen lassen, seinen Widersachern zum Spott -,
26 da stellte sich Mose im Tor des Lagers auf und sprach: Her zu mir, wer YHVH angehört! Da sammelten sich zu ihm alle Söhne Levis.
27 Und er sprach zu ihnen: So spricht YHVH, der Gott Israels: Jeder gürte sein Schwert an seine Hüfte, und geht hin und her, von einem Tor zum anderen im Lager, und jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund und seinen Nächsten!
28 Und die Söhne Levis machten es, wie ihnen Mose gesagt hatte, und an jenem Tag fielen vom Volk an die 3 000 Männer.

In dem Zusammenhang, als Gott dem Volk die Torah gab, mussten Menschen sterben. Was ist hierbei das Bild? Sinnbildlich scheint es so zu sein, dass die Gebote Gottes dem Volk den Tod brachten! Die Schrift spricht davon, dass der Mensch leben wird, wenn er Gottes Gebote hält (5.Mo. 8:3, Hes. 20:11,21). Dies möchten wir daher etwas genauer erkunden. Der Apostel Paulus spricht über diesen Zustand im Römerbrief:

Römer 7:7: Was wollen wir nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber ich hätte die Sünde nicht erkannt, außer durch das Gesetz; denn von der Begierde hätte ich nichts gewusst, wenn das Gesetz nicht gesagt hätte: Du sollst nicht begehren!
 8 Da nahm aber die Sünde einen Anlass durch das Gebot und bewirkte in mir jede Begierde; denn ohne das Gesetz ist die Sünde tot.
 9 Ich aber lebte, als ich noch ohne Gesetz war; als aber das Gebot kam, lebte die Sünde auf, und ich starb;

Hier wäre die Aufschlüsselung: die Torah ist an sich gut. Sie beinhaltet Wegweisungen, Richtlinien und Lehren, die von Gott sind. YHVH möchte für jeden Menschen das Beste und bietet es jedem Menschen an, sich für das Leben zu entscheiden. Das ewige Leben besteht für einen jeglichen der einen wohlgefälligen Wandel vor Gott ausübt. Vor Gott zu wandeln ist die Freiheit des Menschen und der Weg, um einen solchen Wandel zu vollbringen, steht in der Thora! Dabei ist das Wort auch ein zweischneidiges Schwert (Heb. 4:12). Dies ist Gottes Intention – aber wie wird der Mensch auf dieses Angebot reagieren?  Dies ist die Frage, um die es geht!

 10 und eben dieses Gebot, das zum Leben gegeben war, erwies sich für mich als todbringend.

Und so erklärt Paulus, dass der Mensch in seinem gefallenen Zustand gar nicht im Stande ist anhand der Torah zu leben. Die „todbringende Wirkung“ des Gesetzes verstehen wir aus diesem Grunde zweierlei. Wenn zum einen der Mensch mit Gottes heiligem Gesetz in Begegnung kommt, spricht das Gesetz ohne Ausnahme den Tod für jeden Menschen aus, da alle gesündigt haben. Dies ist als der „Fluch des Gesetzes“ zu verstehen. Der Fluch ist die Todesstrafe, die über dem Sünder verhängt ist, welcher dasselbige Gesetz übertreten hat. Dies wäre also die erste Antwort an einen jeglichen Sünder bei einem Zusammentreffen mit dem heiligen Gott. In diesem Zustand besteht für den Menschen, den Gott ja erlösen möchte, keine Hoffnung. Da Gottes Gerechtigkeit jedoch nicht einfach „ausgeklammert“ werden kann, muss ein Mittler her, welcher für das Volk einsteht. Dieser Mittler ist selbstverständlich Yeshua der Messias (1. Tim 2:5). In dem Szenario des goldenen Kalbes stellt Mose sinnbildlich diesen Mittler dar: er bietet sein eigenes Leben für das Volk dar!

31 Als nun Mose wieder zu YHVH kam, sprach er: Ach, das Volk hat eine große Sünde getan, dass sie sich goldene Götter gemacht haben!
32 Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde; wo nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast!

Aus diesem Ereignis sehen wir alle prophetischen Vorschatten klar ausgemalt. Ohne das mittelnde Werk des Herrn Yeshua ist es niemandem möglich zum Vater zu kommen. Nun steht aber immer noch der Zustand aus, dass Gottes Gebote heilig sind und nicht übertreten werden dürfen.

 11 Denn die Sünde nahm einen Anlass durch das Gebot und verführte mich und tötete mich durch dasselbe.
 12 So ist nun das Gesetz heilig, und das Gebot ist heilig, gerecht und gut.

Über diesen Dissens schreibt Paulus an die Römer, denn ihm widerfährt das Gleiche, wie es einen jeglichen trifft, der seine Schuld vor Gott erkennt. Wie kann man nur vor einem solch heiligen Gesetz gerecht werden, wo man doch voller Sünde, Begierden, Schlechtigkeit und desgleichen ist? Auch er kommt in dieser Passage auf den Mittler zu sprechen:

Römer 7:19: Denn nicht das Gute, das ich will, tue ich, sondern das Böse, das ich nicht will, übe ich aus.
20 Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, so vollbringe nicht mehr ich dasselbe, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
21 Ich finde also das Gesetz vor, wonach mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.
22 Denn ich habe Lust an dem Gesetz Gottes nach dem inwendigen Menschen;
23 ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meiner Vernunft widerstreitet und mich gefangen nimmt in dem Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem Todesleib?
25 Ich danke Gott durch Yeshua Messias, unsren Herrn! So diene nun ich selbst mit der Vernunft dem Gesetz Gottes, mit dem Fleische aber dem Gesetz der Sünde.

Paulus erkennt, wie wir es alle in Yeshua Messias (Jesus der Christus) tun, wie unvollkommen und unwürdig wir Menschen sind um uns dem lebendigen Gott zu nähern. Aus uns heraus können wir Gott nicht gefallen, und nur Er kann uns von diesem Leib der Sünde erlösen, uns vergeben und uns dabei gleichzeitig eine neue Gesinnung schenken. Mit dieser neuen Gesinnung können wir nun in Seinen Wegen wandeln. Der Tod, welcher uns trifft, geht an uns vorbei, da wir Yeshua/Jesus als Herrn und Erlöser bekennen, denn Messias trug den Fluch des Gesetzes – also die Todesstrafe – für uns. Am Berg Sinai werden die ersten steinernen Tafeln mit den Geboten am Fuß des Berges zerschmettert.

Diese steinernen Tafeln bieten hier ein gutes Sinnbild für das Herz aus Stein, welches tot und kalt und nicht in der Lage ist, Gottes Gebote zu halten. Dieses steinerne Herz muss hinweg getan werden, denn es ist zwecklos auf ein solches Herz Gottes Gebote schreiben zu wollen. Es muss demnach erneuert werden. Nachdem Mose für das Volk bittet, schreibt Gott die Gebote ein zweites Mal auf: diesmal auf einen neuen Satz steinerne Tafeln. Dies beschreibt die Erneuerung des Herzens und jetzt stellt der Stein die Beständigkeit und Permanenz des Bundes dar, und nicht weiter das verhärtete Herz. Sozusagen ist der Neue Bund jetzt fest „in Stein gemeißelt“. Dieser „erneuerte Bund“ ist auch der bessere und einzige Bund, welcher Leben verspricht: denn es verspricht dem Menschen ein ewiges Wandeln in den Geboten Gottes. Und wenn dies erreicht ist, wird der Mensch tatsächlich ewiglich leben (Joh. 3:16). Yeshua kam, um diesen erneuerten Bund mit Seiner Gemeinde/ Braut aufzurichten. Dies ist, was der „Neue Bund“ bedeutet und welcher prophezeit wurde:

Jer. 31:31: Siehe, es kommen Tage, spricht YHVH, da ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen werde;
 32 nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern schloss an dem Tage, da ich sie bei der Hand ergriff, um sie aus dem Lande Ägypten auszuführen; denn sie haben meinen Bund gebrochen, und ich hatte sie mir doch angetraut, spricht YHVH.
 33 Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Hause Israel nach jenen Tagen schließen will, spricht YHVH: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und es in ihren Sinn schreiben und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein;
 34 und es wird niemand mehr seinen Nächsten oder seinen Bruder lehren und sagen: «Erkenne YHVH!» denn sie sollen mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht YHVH; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken!

Hesekiel 11:19: Ich aber will ihnen ein einiges Herz geben und einen neuen Geist in eure Brust legen und will das steinerne Herz aus ihrem Leibe nehmen und ihnen ein fleischernes Herz geben,
 20 damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Rechte beobachten und sie tun; und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein.

Dieser Zustand wird den Menschen durch eine Veränderung durch Gott ermöglicht, welcher anschließend eine Beziehung zwischen Gott und Mensch wieder ermöglicht. Wir waren aber noch dabei zu erklären,  wie das Gesetz eine Tod bringende Wirkung haben kann. Ein anderer Weg wäre der, dem Fluch des Gesetzes entkommen (Todesstrafe) zu wollen, indem versucht wird das Gesetz,.  getrennt von dem Bund, (Befreiung durch Yeshua und Hingabe an Ihn) zu halten.

2.Kor.3:5: denn wir sind nicht aus uns selber tüchtig, so dass wir uns etwas anrechnen dürften, als käme es aus uns selbst, sondern unsere Tüchtigkeit kommt von Gott,
6 der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes; denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig.

Praktisch sähe der tote Buchstabe des Gesetzes folgendermaßen aus. In Gottes Geboten steht, nicht Morden zu dürfen (2.Mose 20: 11). Nun kann ein Leben gelebt werden, in welchem tatsächlich ein Mensch nie einen anderen getötet hat. Mord kommt aber aus Hass, und wenn der Hass präsent ist, wurde der Mord im Grunde schon begangen:

1. Joh. 2:9: Wer da sagt, dass er im Lichte sei, und doch seinen Bruder hasst, der ist noch immer in der Finsternis.
10 Wer seinen Bruder liebt, der bleibt im Licht, und nichts Anstößiges ist an ihm;
11 wer aber seinen Bruder hasst, der ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen geblendet hat.

Der Buchstabe des Gesetzes befasst sich nur mit dem Äußeren, während der Bund Gottes im Grunde genommen das Innere anspricht. Die äußerliche Verwandlung mag der Mensch gegebenenfalls noch selbst vollbringen können, aber das Inwendige vollzieht nur Yeshua in uns.  Damit die Torah nun in uns wirken kann, damit wir in der Freiheit leben können, muss Gottes Geist in uns leben. Dieser wird uns gegeben, wenn wir um ihn bitten und wenn Yeshua wahrhaftig unser Herr und Erlöser ist (Luk. 11:13).

5.2 Der Heilige Geist und Freiheit im Herrn

Viele scheinen es heute nicht zu verstehen, dass der Glaube und die Lehren der Apostel an die Weisungen und Gebote des 1. Testaments ausgerichtet waren. Vor Seinem Opfertod erklärte Yeshua den Jüngern, dass der Geist zu ihnen nach seiner Auferstehung und seiner Himmelfahrt kommen würde:

Joh. 16:13: Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

Dass der Geist zu uns kommt ist ja notwendig, denn ohne ihn können wir in den Geboten nicht wandeln. Der in uns lebende Geist Gottes bezeugt, dass wir wahrhaftig Erlösung in Yeshua erfahren haben.

Röm. 8:9: Ihr aber seid nicht im Fleische, sondern im Geiste, wenn anders Gottes Geist in euch wohnt; wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.

Dies haben wir bereits erklärt. Die Torah ist noch in vollem Umfang gültig (Röm. 3:31), kann aber auf ein steinernes Herz nicht geschrieben werden. Wenn jemand demnach den Geist nicht hat, ist klar zu erkennen, dass die Person auch Yeshua abgelehnt hat: denn der Geist wohnt nur in denen, die Yeshua als Herrn bekennen. Wiederum gibt es jene, welche Yeshua bekennen, aber Seinen Geist nicht haben. In solchen Fällen sind vielleicht äußerliche, religiöse Merkmale präsent, aber beim näheren Hinschauen fehlen oft die Früchte des Geistes. Der Apostel Paulus schreibt, dass ein solches Herz befreit wird, wenn es sich zum Messias bekehrt.

Einfältig und in Vorbereitung waren die Gläubigen nun beisammen, um auf den Heiligen Geist zu warten ganz so wie der Herr es geboten hatte.

Apg. 1:4: Und als er mit ihnen zusammen war, gebot er ihnen, von Jerusalem nicht zu weichen, sondern die Verheißung des Vaters abzuwarten, welche ihr, so sprach er, von mir vernommen habt,
5 denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber sollt im heiligen Geiste getauft werden, nicht lange nach diesen Tagen.
6 Die nun zusammengekommen waren, fragten ihn und sprachen: Herr, gibst du in dieser Zeit Israel die Königsherrschaft wieder?
7 Er sprach zu ihnen: Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Stunden zu kennen, welche der Vater in seiner eigenen Macht festgesetzt hat;
8 sondern ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist über euch kommt, und werdet Zeugen für mich sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samaria und bis ans Ende der Erde!

Yeshua versprach die Ausgießung des Heiligen Geistes, was zu Shavuot geschah!

Apg. 2:1: Und als der Tag der Pfingsten sich erfüllte, waren sie alle einmütig beisammen.
2 Und es entstand plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie von einem daherfahrenden gewaltigen Winde, und erfüllte das ganze Haus, worin sie saßen.
3 Und es erschienen Zungen, die sich zerteilten, wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeglichen unter ihnen.
4 Und sie wurden alle vom heiligen Geist erfüllt und fingen an in andern Zungen zu reden, wie der Geist es ihnen auszusprechen gab.
5 Es wohnten aber zu Jerusalem Juden, gottesfürchtige Männer, aus allen Völkern unter dem Himmel.
6 Da aber dieses Getöse entstand, kam die Menge zusammen und wurde bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner eigenen Sprache reden.
7 Sie erstaunten aber alle, verwunderten sich und sprachen zueinander: Siehe, sind nicht diese alle, die da reden, Galiläer?
8 Wie hören wir sie denn, ein jeder in seiner Sprache, darin wir geboren sind?
9 Parther und Meder und Elamiter und die wir wohnen in Mesopotamien, in Judäa und Kappadocien, in Pontus und Asien;
10 in Phrygien und Pamphylien, in Ägypten und in den Gegenden Lybiens bei Kyrene, und die hier weilenden Römer,
11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unsern Zungen die großen Taten Gottes verkünden!

Wie passend also, dass der Geist der Freiheit genau an Shavuot gegeben wurde! Die Vielsprachigkeit der anwesenden Israeliten deutet darauf hin, dass sie aus „aller Welt“ kamen. Prophetisch ist dies ein Ausblick auf die Wiedersammlung des Volkes aus allen Enden der Erde. Dort hat das Volk eine Weile in der Zerstreuung zugebracht, weil sie von YHVH wegen Ungehorsam vertrieben wurden. Jetzt  aber zum Wochenfest, wiederum prophetisch auf das Jubeljahr deutend, wo alle Schuld getilgt wird und jeder zu seinem Erbteil zurück darf, ist das Volk Gottes wieder zuhause. Nach der Predigt von Apostel Petrus lesen wir, dass an dem Tag viele zum Glauben an Yeshua kamen.

Apg. 2:37: Als sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den übrigen Aposteln: Was sollen wir tun, ihr Männer und Brüder?
38 Petrus aber sprach zu ihnen: Tut Buße, und ein jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Yeshua Messias zur Vergebung eurer Sünden; so werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen.
39 Denn euch gilt die Verheißung und euren Kindern und allen, die ferne sind, soviele der Herr unser Gott herrufen wird.
40 Und noch mit vielen andern Worten beschwor und ermahnte er sie und sprach: Lasset euch retten aus diesem verkehrten Geschlecht!
41 Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen, und es wurden an jenem Tage etwa dreitausend Seelen hinzugetan.

Hier ist die Zahl 3000 kein wirklicher Zufall: wir erinnern uns, dass dies die genaue Anzahl der Männer ist, die getötet wurden, als Mose mit den steinernen Geboten vom Berg herunterkam. Das Bild ist perfekt: die geschriebene Torah kann an sich kein Leben bringen, sondern den Tod. Die Torah deckt lediglich die Sünde auf und gibt zu erkennen, dass der Mensch schuldig ist vor Gott. Durch Vergebung und Reinwaschung im Blut des Lammes schenkt Gott seinen Heiligen Geist, und dies versichert das Leben! Als der „Buchstabe des Gesetzes“ herabkam, brachte es den Tod (3000). Als jedoch der Leben bringende Geist Gottes ausgegossen wurde, kamen 3000 zum Glauben und zum ewigen Leben.

Auch diese Ereignisse sehen wir als einen Ausblick auf die vollkommene Wiederherstellung aller Dinge, welches erst am Ende der Zeit – in aller Wahrscheinlichkeit zu einem Jubeljahr – passieren wird. Wenn wir genau nachlesen, was der Neue Bund beinhaltet, sehen wir sofort, dass noch nicht alle Aspekte erfüllt worden sind:

Jer.31:34: und es wird niemand mehr seinen Nächsten oder seinen Bruder lehren und sagen: «Erkenne den YHVH!» denn sie sollen mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten, spricht YHVH; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nicht mehr gedenken!

Noch lehren wir oder nehmen Lehren von Männern an: alle bisherigen Ereignisse der Bibel, deuten auf einen großen zukünftigen Tag. Dies bedeutet aber dass wir in dem Neuen Bund jetzt bereits schon wandeln – das Vollkommene ist aber noch in Sicht.

6.1 Die Zwei Brote

Sauerteig ist in der Bibel ein Sinnbild für die Sünde. Zum Wochenfest wird ausdrücklich geboten, zwei Brote mit Sauerteig darzubringen! Was können wir hieraus verstehen?

3.Mo. 23:16: der auf den siebenten Sabbat folgt, nämlich fünfzig Tage sollt ihr zählen, und alsdann YHVH ein neues Speisopfer darbringen.
17 Ihr sollt nämlich aus euren Wohnsitzen zwei Webebrote bringen, von zwei Zehntel Semmelmehl zubereitet; die sollen gesäuert und YHVH zu Erstlingen gebacken werden.

Die Entstehungsgeschichte Israels begann mit dem Urvater: Abraham. Dem Abraham wurde ein Sohn von Gott versprochen und dieser Sohn der Verheißung war Isaak. Der göttliche Segen ging an Isaaks jüngeren Sohn Jakob weiter und aus diesem kamen zwölf weitere Söhne. Deren Nachkommen bilden die zwölf Stämme der Nation Israel. Die Nation teilte sich nach den Tagen des König Davids in zwei Reiche: das Nord- und das Südreich. Durch eine lange Historie von Anfechtungen, Abfall von Gott, Buße und Erweckung für eine kurze Zeit, gefolgt von erneuertem Ungehorsam und Götzendienst, strafte Gott das Nordreich mit der Zerstreuung, verbannte sie und siedelte sie aus dem Land aus. Mehr als 100 Jahre später fiel das Südreich unter die gleiche Strafe und wurde ebenfalls verbannt. Ein Überrest aus dem Südreich kam 70 Jahre später zurück. Bis zum heutigen Tag wurde die geteilte Nation nicht wiedervereint (siehe die Videoserie „Wer ist Gottes Volk?“ für einen ausführlichen Bericht hierüber).

Wenn es in der Bibel um das Thema „Erlösung“ geht, kümmert sich die Prophetie vorrangig um Israels Erlösung: ja, gemeint ist das Volk und die Blutlinie, welches aus Abraham, Isaak und Jakob stammt! Aus Israels Errettung strömt dann auch Erlösung an die Heidenvölker – d. h. nicht gebürtige Israeliten. Da Shavuot (in Gottes Freiheit wandeln) und das Jubeljahr (zurück zum Erbbesitz, Freilassung und Schuldvergebung) Themenverwandtschaften aufweisen, wird zum Wochenfest mit den zwei Broten etwas adressiert, was im Jubeljahr erfüllt werden wird: die Wiederherstellung der Nation und des Volkes Israel. Die zwei Brote stellen die zwei getrennten Reiche dar, die bisher nicht wieder eins geworden sind, dieses durch Gottes Erlösung zukünftig aber noch erfahren werden.

18 Zu dem Brot aber sollt ihr sieben einjährige, tadellose Lämmer darbringen und einen jungen Farren und zwei Widder; das soll des YHVH Brandopfer sein; dazu ihr Speisopfer und ihr Trankopfer; ein Feueropfer, dem YHVH zum lieblichen Geruch.
19 Ihr sollt auch einen Ziegenbock zum Sündopfer und zwei einjährige Lämmer zum Dankopfer zurichten;
20 und der Priester soll sie samt den Erstlingsbroten weben, nebst den beiden Lämmern, als Webopfer vor YHVH. Die sollen dem YHVH heilig sein und dem Priester gehören.

Unser Hohepriester ist Yeshua: alle Dienste im Priestertum waren ein Vorschatten auf Seinen Dienst. Dass die zwei Brote dem Priester gehören sollen, ist markant, da die Prophetien darüber sprechen, dass das Nordreich und das Südreich eines Tages wieder Eins werden (Hes. 37:15-22), durch die Erlösung, in Gottes Hand. „Erlösung“ bedeutet auf Hebräisch: Yeshua!

Hes. 37:19: so gib ihnen zur Antwort: So spricht Gott, YHVH: Seht, ich will den Holzstab Josephs nehmen, welcher in der Hand Ephraims und der Stämme Israels, seiner Mitverbundenen, ist, und will ihn zu dem Holzstab Judas tun und sie zu einem einzigen Holzstab machen, und sie sollen ein Ganzes in meiner Hand werden!

So sichert Yeshuas Bezahlung die Wiederherstellung der Nation: sowie die Brote und die Opfer nach der Sühnung dem Priester gehören, so gehört Israel auch Yeshua und ist Sein Preis! Wie die Heiden an Israels Erlösung teilhaftig werden, erklärte Apostel Paulus im Römerbrief (Röm. 9-11).

7.1 Die Feier

Der Tag des Shavuot wird jedes Jahr von Yeshuas Braut, die gläubige Gemeinde, am Tag nach dem siebten Wochensabbat von der Erstlingsgarbe her gefeiert. Der Tag ist ein Ruhetag an dem keine Arbeit gemacht wird, sowie am Wochensabbat. Am schönsten wäre es den Tag in einer Versammlung halten zu können. Wenn dies nicht möglich ist, kann der Tag auch alleine mit Yeshua gehalten werden. In einer Versammlung kann eine geeignete Zeit zum Treffen verabredet werden. Wenn Lobpreis mit Musikinstrumenten möglich ist, kann dies die Versammlung eröffnen. Ansonsten  sind freudige Stimmen, Klatschen, Singen und Tanzen ebenfalls sehr erfüllend! Es ist ein Fest der Freude, indem wir uns über die große Erlösung, welche YHVH für uns in Yeshua errungen hat freuen.

Textstellen aus der Bibel zu dem Thema Erlösung, Freilassung und Schuldvergebung sind gute Grundlagen für das gemeinsame Studium an dem Tag. Im Gebet können wir den allmächtigen um Weisheit bitten, uns die geeigneten Passagen aufzuzeigen. Für gemeinsames Essen und Erfrischung kann an diesem Tag gesorgt werden, da an den Festtagen Essen zubereitet werden kann. Zusammen etwas kochen oder draußen etwas grillen: die Möglichkeiten können gemeinsam ausgeschöpft werden. Bei schönem Wetter ist auch ein kleiner Spaziergang möglich, oder sogar ein Treffen im Grünen wenn der Aufwand nicht zu groß wäre.

Symbolisch können sogar zwei Brote gebacken und an dem Tag dargebracht werden! Wir gedenken an das Thema Erlösung und wir beten, in Solidarität, für die Nation Israel, Ihre Erlösung und vollständige Wiederherstellung. Es ist ein Tag, an welchem YHVH die Ehre geben wird! Seine Erlösung steht nah und Messias Yeshua kommt bald wieder, um Seine Braut zu empfangen.

Off. 22:20: Es spricht, der dieses bezeugt: Ja, ich komme bald! Amen, komm, Herr Yeshua!

1.1Erstlingsfrüchte

Gott gebietet Israel, dass es Ihm einmal  im Jahr die Erstlingsfrüchte der Gerste darbringen soll. Hiernach darf das Volk dann mit dem Abernten beginnen.

3.Mo. 23:9: Und YHVH redete zu Mose und sprach:
10 Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch geben werde, und seine Ernte einbringt, so sollt ihr die Erstlingsgarbe von eurer Ernte zum Priester bringen.
11 Der soll die Garbe weben vor YHVH, zum Wohlgefallen für euch; am Tag nach dem Sabbat soll sie der Priester weben

Israels Festtage umlaufen die Erntezeiten im Jahr: die Zeit der Gerstenernte fällt um das Passahfest herum, die Weizenernte zum Wochenfest und die Weinrebenernte zum Laubhüttenfest. Deswegen ist es für uns einfach, die Erstlingsfrucht mit dem Passahfest zu verbinden. Israel verkündet mit der Garbe eine Danksagung an Gott, weil YHVH an sie gedacht und die Einbringung einer neuen Ernte ermöglicht hat.

So weit das Auge reicht, würde man auf den Feldern goldbraune, reife Gerste stehen sehen. Dies bezeugt, dass es ein gutes Jahr ist und die Vorfreude auf eine üppige Ernte erfreut das ganze Volk. Als Erstes sind nun dem Schöpfer die Erstlinge einzubringen. Die Erstlinge der Ernte gelten als ein besonders wertvoller Teil der Ernte. Hierdurch wird zum einen Israels Augenmerk darauf gerichtet, dass die gute Ernte mit ihrer Anbetung YHVHs zu verbinden ist. Das Beste für YHVH abzusondern, reflektiert ihre Liebesbeziehung zum Schöpfer. Zusätzlich werden reguläre Opfergaben mit der Erstlingsfrucht dargebracht. Die Danksagung der Ernte geschieht demnach mit Anbetung, Lob und Dankopfer.

3.Mo. 23:12: Ihr sollt aber an dem Tag, an dem ihr eure Garbe webt, YHVH ein Brandopfer opfern von einem makellosen einjährigen Lamm,
13 und das dazugehörige Speisopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer, YHVH zum lieblichen Geruch, sowie das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel Hin Wein.

Zu den Erstlingsfrüchten lernt Israel auch noch, dass die Gerste erst geerntet oder gegessen werden durfte, nachdem die Erstlingsgarbe von dem Priester im Tempel gewebt worden war.

2.Mo. 23:14: Ihr sollt aber weder Brot noch geröstetes Korn noch Jungkorn essen bis zu eben diesem Tag, da ihr eurem Gott diese Gabe darbringt. Das ist eine ewig gültige Ordnung für eure [künftigen] Geschlechter in allen euren Wohnorten.

Zum anderen lernt Israel hierdurch Vertrauen auf YHVH zu haben. Ehe sie die Ernte anrühren durften, sollte dem Schöpfer etwas abgesondert werden. Dies ist also ähnlich wie die Abgabe des Zehnten (4.Mo. 18:26). Der Zehnte des Ertrages des Feldes oder der Schafe muss YHVH gegeben werden, denn dies ist der Anteil, welcher Ihm gehört. In allem lernte Israel demnach das Beste, vertreten durch die Erstlinge, zuerst dem Schöpfer zu bringen. Ihr Anteil war dann das Übrige (was weiterhin auch reichlich war!).

2.1 Erstlinge in Israel

Auf Hebräisch heißt die Erstlingsfrucht „HaBikkurim“. Die Wurzel dieses Wortes beschreibt auch das, was Abel dem Schöpfer als Opfergaben darbrachte. YHVH hatte die Abgabe der Erstlinge, durch die Kinder Israels, noch vor Aufstellung der Festtage erwähnt:

2.Mo. 23:19: Die frühesten Erstlinge deines Ackers sollst du in das Haus YHVH, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen!

2.Mo. 34:26: Die Erstlinge von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in das Haus YHVH, deines Gottes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht in der Milch seiner Mutter kochen.

Später wird Israel weiterhin hieran erinnert und dazu aufgefordert:

5.Mo.15:19: Alle männliche Erstgeburt, die unter deinen Rindern und Schafen geboren wird, sollst du YHVH, deinem Elohim, heiligen. Du sollst den Erstling deiner Ochsen nicht zur Arbeit brauchen und die Erstlinge deiner Schafe nicht scheren.

5.Mo. 18:4: Die Erstlinge deines Korns, deines Mosts und deines Öls, und die Erstlinge von der Schur deiner Schafe sollst du ihm geben.

Neh. 10:35: auch dass wir jährlich die Erstlinge unsres Landes und die Erstlinge aller Früchte von allen Bäumen, Jahr für Jahr, zum Hause YHVH bringen wollten;

Israels Anbetung des Schöpfers geschieht praktisch. YHVH ist es, der seinem Volk alles Gute zu Teil werden lässt. Durch die Erstlinge erwidert Israel Dankbarkeit und Lob. Gleichzeitig vertrauen sie darauf, dass sie immer genug haben werden. Ihre Anbetung verkündet, dass YHVH ihre Kraft und Quelle ist. Ernte, Zuwachs und Fruchtbarkeit wird Israel nicht aus eigener Kraft zu Teil. Israel wird durch YHVH gesegnet.

3.1 Vorschau auf die Ernte

Das Passahfest ist im Frühling. Dieses Fest und die Darbringung der Erstlinge bieten einen Ausblick auf das gesamte Jahr. Später mussten zu dem Weizen und der Weinernte die Erstlinge nicht erneut auf diese Weise hereingebracht werden, um Sie vor YHVH zu weben. Das erste Bündel oder die Garbe der Gerste wurde zum Priester gebracht, welcher sie anschließend zermalmte, bis feines Mehl gewonnen wurde. Dieser Ertrag bildete dann die Darbringung. In dieser Aufstellung ist die Erstlingsgarbe auch wie eine Art Stichprobe. Die Qualität der Erstlingsfrüchte gibt Aufschluss über die zu erwartende Ernte, welche in Kürze folgt.

Großbetriebe gehen manchmal nach ähnlichem Schema vor. Bei einer Mengenbestellung von einer gewissen Ware, wie z.B. Sesam oder Marmorsteinen, genügt meistens die Anforderung einer „Kostprobe“. Auf Basis der Proben kommen dann üblicherweise Verträge zu Stande. Bezogen auf die dargestellte Güteklasse, nennt der Auftraggeber nach Übereinstimmung nun dem Vertreter der verkaufenden Firma die Summe der gewünschten Ware. Die zu liefernde Menge muss dann der zuvor präsentierten Qualität entsprechen. Was hätte dies alles mit dem Passahfest, der Gerste in Israel und der Darbringung im Tempel zu tun?

Vorerst rufen wir uns in Erinnerung, dass die Darbringung innerhalb der Passahwoche geschieht. Das Passahfest feiert an sich Israels Erlösung aus der Knechtschaft, und erst mit dem Auszug aus Ägypten wurde Israel als Nation geboren. Dieses Fest soll in künftigen Generationen folglich in Gedenken an diese Errettung sein. Zeitlich wurde das Passahfest von YHVH auf den Frühling gelegt, und zu diesem Zeitpunkt fängt die ganze Schöpfung an zu blühen. Die Gerste ist die erste Feldfrucht, die nun zur Ernte bereitsteht; sie ist zeitgleich mit Israels Feier des Erlösungsfestes erntereif. Es ist demnach kein Zufall, dass eine bevorstehende Ernte mit Israels Erlösung verbunden ist: denn das erlöste Volk stellt sinnbildlich Gottes Ernte dar (Matt. 9:38).

Dennoch bleibt die Frage, über was die Erstlingsfrucht uns Aufschluss gibt. Zusammengefasst sind dies die Eigenschaften der ersten Garbe:

  • Eine Probe musste als erstes YHVH gebracht werden
  • diese wurde anschließend vom Priester zerquetscht
  • daraufhin wurde sie mit weiteren Opfergaben dem Schöpfer dargebracht

Wir sehen, dass die dazu gebrachten Opfer auf Yeshuas Opfer Hinweise geben:

3.Mo. 23:12: Ihr sollt aber an dem Tag, an dem ihr eure Garbe webt, YHVH ein Brandopfer opfern von einem makellosen einjährigen Lamm,
13 und das dazugehörige Speisopfer, zwei Zehntel Feinmehl, mit Öl angerührt, ein Feueropfer, YHVH zum lieblichen Geruch, sowie das dazugehörige Trankopfer, ein Viertel Hin Wein.

Das zarte Lamm erinnert an das Passahlamm, welches geschächtet und am Feuer geröstet wurde. Es deutet auf Yeshuas gänzliches Opfer. Der Opfertod des Messias wird so beschrieben, dass Yeshua für unsere Sünden „zerschlagen“ wurde (Jes. 53:5). Das Feinmehl, das Öl und der Wein sind Produkte, welche zuvor zermalmt werden müssen, ehe sie gebraucht werden können. Ebenfalls zeigen diese auf Yeshua. Yeshuas Kommen zur Erde hatte genau diesen Zweck: dass Er für uns zerschlagen wird. Es war Israel bereits lange Zeit im Voraus verkündet worden, was vorerst in ihrem Messias zu erwarten war.

Das Sinnbild des Pessachs ist, dass Israel durch das Blut des Lammes erlöst wurde. Wenn die reife, reiche Gerstenfrucht (welches Israel repräsentiert) erst nach der Darbringung der Erstlingsfrucht geerntet werden kann, dann wissen wir jetzt bereits, dass diese auf Yeshua deutet.

1.Kor. 15:20: Nun aber ist Messias aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.

4.1 Yeshua vor dem Vater

Die Autoren des Neuen Testaments, welche gänzlich in der Torah, den Propheten und den Schriften unterrichtet waren, sahen alle diese Eigenschaften der Festtage in Yeshua erfüllt und haben uns die entsprechenden Details dokumentiert.
Die heutige Kirche weiß aber weder etwas von den Festtagen, noch scheint sie sich darum zu kümmern, dieses Verständnis zu bekommen. Dies ist auch ein Grund, weswegen bis heute viele Yeshuas Auferstehung zu heidnischen Festtagen wie „Ostern“ verknüpft sehen wollen. Nichts könnte ferner von der Wahrheit sein: denn Yeshuas Tod und Auferstehung folgen dem Muster der biblischen Festtage.

Genau am Tag des Pessach, dem 14. Aviv, gab Yeshua Sein Leben für uns auf. In jenem Jahr fiel dieser Tag auf die Mitte der Woche. Unmittelbar vor dem Tageswechsel, am Abend des 14. in den 15. Aviv hinein, geschah Seine Grablegung. Seine im Voraus verkündete Zeit, von drei Tagen und drei Nächten im Grab, endete somit mit dem Ausgang des 17. Aviv, welcher ein Sabbat war. So ist Yeshua schon mal nicht am „Sonntagmorgen“ auferstanden. Das Neue Testament bestätigt sehr klar, dass das Grab bereits leer war, als die Frauen am Sonntagmorgen zum Grab kamen!

Joh. 20:1: Am ersten Tag der Woche aber kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war.
2 Da läuft sie und kommt zu Simon Petrus und zu dem anderen Jünger, den Yeshua lieb hatte, und spricht zu ihnen: Sie haben den Herrn aus dem Grab genommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben!

Die Hervorhebungen wurden hinzugefügt um diese Tatsachen zu untermalen. Sehr kurz nach diesem Ereignis muss es demnach gewesen sein, als Yeshua sich der Maria Magdalena offenbarte:

Joh. 20:15: Yeshua spricht zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, wenn du ihn weggetragen hast, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast, und ich will ihn holen!
16 Yeshua spricht zu ihr: Maria! Da wendet sie sich um und spricht zu ihm: Rabbuni! das heißt: »Meister«

Als Maria den auferstandenen Herrn nun erkannte, musste sie anscheinend auf Ihn zugelaufen sein, um ihn mit einer Umarmung zu begrüßen. An dieser Stelle gebot Yeshua ihr, aus einem ganz bestimmten Grund, Einhalt:

Joh. 20:17: Yeshua spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Geh aber zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott.

Es liegt eine Bedeutung darin, dass Yeshua noch nicht berührt werden wollte. Nicht umsonst hat uns Johannes dieses Detail überliefert, denn dies geschah am Sonntag (siehe nochmal v.1). Die Passahwoche währte hier noch, und somit war es der einzige Tag, an welchem die Erstlingsfrüchte dargebracht werden konnten. Yeshua wollte am Tag der Erstlingsfrüchte, parallel zu der Zeit, wo der Priester die zermalmte Gerste vor YHVH im Tempel webt, zum Vater auffahren, um sich nach seiner Auferstehung zu präsentieren! Es ist Erstlingsfruchttag und Yeshua ist der Erstling!

1.Kor. 15:20: Nun aber ist Messias aus den Toten auferweckt; er ist der Erstling der Entschlafenen geworden.

4.2 Yeshua als Erstling

Hiernach war es dann erlaubt, Yeshua anzurühren.

Luk. 24:36: Während sie aber dieses redeten, stand Er selbst in ihrer Mitte und spricht zu ihnen: Shalom!
37 Sie aber erschraken und wurden von Furcht erfüllt und meinten, sie sähen einen Geist.
38 Und Er sprach zu ihnen: Was seid ihr bestürzt, und warum steigen Gedanken auf in euren Herzen?
39 Sehet meine Hände und meine Füße, dass ich es selbst bin; betastet mich und sehet, denn ein Geist hat nicht Fleisch und Bein, wie ihr sehet, dass ich habe.

Die Beschränkung Ihn nicht anzurühren bezog sich auf die direkte Zeit nach Seiner Auferstehung. Als allererstes musste Er sich oben im Himmel dem Vater präsentieren. Danach war Er weitere 40 Tage auf der Erde (Apg. 1:3), bevor Er in den Himmel stieg, um dann eines Tages dann wiederzukommen. Diese Details sind wunderschöne Verheißungen für uns!

Die Tatsache, dass Yeshua beim Vater war, auf die Erde zurückkam und dann wieder zurück in den Himmel stieg, spricht davon, dass der Vater Sein Opfer vollkommen angenommen hat! Später in der Offenbarung an Johannes sehen wir den verherrlichten Herrn Yeshua beschrieben. Hier war Er nicht mehr Fleisch und Blut. Johannes, Sein geliebter Apostel, kannte den Meister von Angesicht zu Angesicht nur als Fleisch und Blut. Als er nun den mächtigen, verherrlichten Messias sah, erschrak er fast zu Tode:

Off.1:12: Und ich wandte mich um, die Stimme zu sehen, welche mit mir redete, und als ich mich umgewandt hatte, sah ich sieben goldene Leuchter,
13 und inmitten der sieben Leuchter einen gleich dem Sohne des Menschen, angetan mit einem bis zu den Füßen reichenden Gewande, und an der Brust umgürtet mit einem goldenen Gürtel;
14 sein Haupt aber und seine Haare weiß wie weiße Wolle, wie Schnee, und seine Augen wie eine Feuerflamme,
15 und seine Füße gleich glänzendem Kupfer, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser;
16 und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Munde ging hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, und sein Angesicht war, wie die Sonne leuchtet in ihrer Kraft.
17 Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie tot. Und er legte seine Rechte auf mich und sprach: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte
18 und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.

Zusammengefasst bedeutet dies: Yeshua präsentierte sich nach seinem Opfertod dem Vater. Der Vater sah und akzeptierte Yeshua vollkommen als den Erstling: es folgt also eine Ernte. Diese Ernte ist sein Volk Israel - mit den hinzugefügten, an Ihn glaubenden Heiden (Jes. 14:1, 60:3-4). Dann sehen wir Yeshua verherrlicht: eine Verheißung darauf, dass seine Nachfolger ebenfalls verherrlicht werden. Sind dies nicht wunderbare Nachrichten? Betest du mit mir, dass der Kirche die Augen für Seine Festtage geöffnet werden?

4.2 Yeshua und Israel

Wir beschrieben zuvor auch die Bedeutung darüber, was die Qualität der Erstlingsfrucht aussagt. Der Vater hatte Yeshua als Erstling angenommen und dies bedeutet, dass Er in der folgenden Ernte eine Qualität erwartet, welche Yeshua entspricht!

Können wir dies noch klarer beschreiben? Es kursiert oft der Gedanke, dass der Opfertod des Messias jegliche Anforderung an Seine Nachfolger hinweg nimmt. Nichts ist der Wahrheit ferner! Messias ging einen leidigen, schmerzvollen Weg zu seiner Verherrlichung: und wiederholt hatte Er uns gelehrt, dass dies auch unser Weg in der Nachfolge sein wird. Die heutige Meinung, dass Er all Seinen Nachfolgern vergibt und Sie verherrlicht werden, ohne dass dies für sie mit Leiden und Anstrengung verbunden sein wird, muss demnach fast an Wahnsinn grenzen.  Wie ein Prediger es mal trefflich formulierte „in dem Evangelium vieler Christen ist Jesus der Einzige, der das Leiden erleben muss!“ Freilich mag dies sein, es ist nur nicht das Evangelium der Bibel.

Es ist Zeit, dass wir uns ausstrecken, ganz mit ihm gekreuzigt zu werden. Der Demütigung und Schmach des Kreuzes wollen wir nicht entgehen, denn es ist der Weg, um eines Tages wieder vereint zu werden, mit unserem geliebten Herrn Yeshua. Jetzt werden wir geformt, in dieser Lebenszeit, damit unser Wesen und Charakter so wird wie bei Ihm. Dies ist die Voraussetzung um verherrlicht zu werden.

Sein Auffahren zum Vater am Tag der Erstlingsfrucht bedeutet sinngemäß, dass die Ernte (seine Nachfolger, die Er eines Tages dem Vater zeigen wird) so sein werden wie Er. Mit Seinem Erscheinen beim Vater wird YHVH einen jeglichen nur auf der Erlösungsbasis Seines Sohnes annehmen. Dies durch Seine Kraft zu erreichen, ist unser Lauf! (Hebr. 12:1).

5.1 Zählung des „Omer“ und der Ablauf

Die Darbringung der Erstlinge geschieht immer an einem Sonntag. Die biblischen Bestimmungen geben dies vor, und von diesem Tag an werden 50 Tage gezählt bis zum Wochenfest. Sozusagen bestimmt der Erstlingsfruchttag den richtigen Anfang für das Pfingstfest.

3.Mo. 23:15: Danach sollt ihr euch vom Tag nach dem Sabbat, von dem Tag, da ihr die Webegarbe darbringt, sieben volle Wochen abzählen,
16 bis zu dem Tag, der auf den siebten Sabbat folgt, nämlich 50 Tage sollt ihr zählen, und dann dem Herrn ein neues Speisopfer darbringen.

5.Mo 16:9: Sieben Wochen sollst du dir abzählen; wenn man anfängt, die Sichel an die Saat zu legen, sollst du anfangen, sieben Wochen zu zählen.

Aus den Schriftstellen erkennen, wir dass die Zählung sowohl sieben Sabbate, als auch sieben Wochen enthalten wird. Wenn wir zum Wochenfest kommen, dann werden wir uns diese Details etwas näher anschauen. Für jetzt geht es uns darum diese Zählungen im Praktischen zu verstehen. Im Judentum versteht man heute die Textstelle „nach dem Sabbat“ als nach dem Feiertag des 15. Aviv,

welches demnach nach dem ersten Tag der ungesäuerten Brote wäre. Nach dieser Berechnung beginnt die Zählung angeblich am 16. Aviv - und von da aus zählt man den „Omer“. Dies ist das Wort, welches bei uns als „Garbe“ übersetzt wurde. Omer (עמר) bezeichnet eine bestimmte Maßeinheit, welches in diesem Fall aussagt, wie viel von der Gerste tatsächlich gewebt wird. Hört man demnach die Redewendung „den Omer zählen“ (Hebr.: Sefirat HaOmer), bedeutet dies einfach die Zählung der 50 Tage, beginnend ab der Darbringung der Garbe.

Obgleich es schon mal vorgekommen ist, dass ein Feiertag als „Sabbat“ in der Schrift betitelt wurde (3.Mo. 23:32), kann diese Auslegung wegen den zuvor zitierten Versen nicht stimmen. In der Zählung der 50 Tage müssen 7 Sabbate und gleichzeitig dabei 7 Wochen vorhanden sein. Dies kann nur funktionieren, wenn die Zählung an einem Sonntag begonnen wurde. Praktisch sieht es dann so aus, dass wir immer an dem Sonntag (es wird immer nur einen in einer Woche geben) innerhalb der Passahwoche mit der Zählung beginnen. Dazu ein paar Fallbeispiele.

A: Passah an einem Wochentag

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Dienstag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am  Dienstagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv am Montagabend. Am Sabbat ist dann der reguläre Wochensabbat und mit dem Sonntag beginnt die Zählung des Omers. Hier gibt es keine besonderen Vorkommnisse.

B: Passah am Freiatg (vor dem Sabbat)

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Freitag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am Freitagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv schon am Donnerstag-abend. Aber in diesem Fall beginnt jetzt der reguläre Wochensabbat mit dem Ausgang des Abends am Freitag. Dies bedeutet, dass der reguläre Wochensabbat jetzt zeitgleich mit dem 15. Aviv zusammenfällt. Der 15. Aviv ist an sich auch ein Feiertag, und ebenfalls ist der Sabbat ein Ruhetag. Somit sind es zwei Feiertage an einem Tag. Es ist so, als wenn ein regulärer gesetzlicher Feiertag auf einen Sonntag fallen würde. Mit dem Sonntag beginnt die Zählung des Omers. In diesem Fall beginnt die Zählung des Omers jetzt tatsächlich am 16. Aviv, aber nicht wegen der rabbinischen Überlieferung sondern weil die Tage sich so überschnitten haben.

C: Passah am Sabbat

Wenn der Tag des Passahs (der 14. Aviv) auf einen Samstag fällt, bedeutet dies, dass das Mahl am Samstagabend genommen wird. Demnach begann der Tag des 14. Aviv am Abend vom Freitag. Hier haben wir jetzt den Tag des Passahs, welcher regulär kein Feiertag ist, der jetzt aber als ein Feiertag gehalten wird: weil dieser auf den Sabbat gefallen ist. Jetzt ist der Sonntag auch gleichzeitig der 15. Aviv und hier gibt es die „Herausforderung“: der einzige Sonntag in der Passahwoche ist nun mit einem Feiertag „belegt “. Wegen dieser Schwierigkeit verstehen einige nun die Zählung des Omers, auf eine Woche später zu verlegen: d.h. auf den nächsten Sonntag.

Die Schlussfolgerung ist nachvollziehbar, weil jetzt zu viele Dinge zusammengekommen sind: der erste Tag der Ungesäuerten Brote fällt jetzt zusammen mit der Erstlingsfrucht. Dieser Tag ist an sich z.B. kein Feiertag, während der 15. Aviv aber immer einer ist. Dennoch, wenn wir um eine Woche verschieben würden, befänden wir uns mit der Zählung außerhalb der Passahwoche. Dies können wir biblisch nicht bestätigt sehen, da Yeshuas Erscheinen beim Vater innerhalb der Passahwoche geschah. Diesen eben beschriebenen Fall erlebte der Autor zum ersten Mal im Jahre 2015. Demnach halten wir den Tag der Erstlingsfrucht und den ersten Tag der ungesäuerten Brote zusammen.

Dies beschreibt im Kern der Tag der Erstlinge. Mehr wollen wir nun darüber erfahren, was uns zum Wochenfest (Shavuot) erwartet.

1.1Ungesäuerte Brote nach Pessach

Im Frühjahr des biblischen Jahres (März-April) feiern wir das erste Fest: das Passahfest (ab jetzt nutzen wir zum größten Teil das Wort „Matza“, um in diesem Artikel das Fest zu beschreiben.

1.1Einleitung

Wenn wir verstehen möchten, wie Gott sein Volk erlöst, in welchem Zustand sich das Volk befand und wie Gott Seinen Plan an Seinem auserwählten Volk ausführen wird,

Unser Messias Yeshua gab es uns zu verstehen, dass Er 3 Tage und 3 Nächte im Grab sein wird, um anschließend von den Toten wieder aufzuerstehen.

Seite 1 von 10

User Login

Neue Einträge