Einmal errettet, immer errettet?

14.05.2014
Ist Erlösung immer garantiert?

Ein Pfeiler der Glaubensrichtung einer Gemeinde in welcher ich mal war, besagte dass ein Kind Gottes niemals verloren gehen kann. Wenn Jemand, so die Aussage, sich einmal zu Jesus bekehrt hatte, könne dieser unmöglich verloren gehen. So standen wir einmal in einem Kreis zusammen und es wurde über einen "Bruder" gerätselt, der nun den Gemeindekreis verlassen hatte und in einer anderen Stadt ein sündiges Leben führte. Dies sei wohl in der Tat "traurig und stimmte einen nachdenklich". Der Konsens war jedoch, da dieser sich einmal bekehrt hatte, er weiterhin das ewige Leben hätte. An einem anderen Tag ging ein Ältester nach vorne, um noch mal den Vortrag des Vorredners für alle eindringlich klar zu stellen: "einmal Kind Gottes, immer Kind Gottes", betonte er ins Mikrofon. Ist dies, was die Bibel sagt?

Hesekiel 33:13 Wenn ich von dem Gerechten sage: »Er soll gewisslich leben!«, und er verlässt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Unrecht, so soll nicht mehr an all seine gerechten Taten gedacht werden; sondern um seines Unrechts willen, das er getan hat, soll er sterben.

Dieser Vers klingt nicht so, als hätte man ein Freifahrschein ins ewige Leben, in dem in der Sünde verharrt wird. Als ich dieses einem der Ältesten zu einem anderen Zeitpunkt mal vorbrachte, schaute er mich sehr verständnisvoll an und sagte, "Aber das ist doch das Alte Testament!" Damit wir wirklich nichts verpassen, schauen wir uns dann auch mal das Neue Testament an!

1. Johannes 3:8 Wer die Sünde tut, der ist aus dem Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist der Sohn Gottes erschienen, dass er die Werke des Teufels zerstöre.

Viel hat sich im Wort Gottes also nicht geändert. Ich denke nunmal nicht, dass irgendjemand glaubt, die Kinder des Teufels werden das Reich Gottes erben. Die Sichtweise in der Heiligen Schrift ist nach wie vor die, dass ein guter Baum gute Frucht hervorbringt und eine schlechter Baum schlechte Frucht (Matt 7:17).

Paulus spricht davon, im Glauben bis zum Ende auszuharren:

Kolosser 1:23 wenn ihr nämlich im Glauben gegründet und fest bleibt und euch nicht abbringen lasst von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt, das verkündigt worden ist in der ganzen Schöpfung, die unter dem Himmel ist, und dessen Diener ich, Paulus, geworden bin.

Der Apostel schreibt in einem anderen Brief, mit welcher Härte er sich selbst verleugnet, um an der Hoffnung des Glaubens festzuhalten:

1.Korinther 9:
24 Wisst ihr nicht, dass die, welche in der Rennbahn laufen, zwar alle laufen, aber nur einer den Preis erlangt? Lauft so, dass ihr ihn erlangt!
25 Jeder aber, der sich am Wettkampf beteiligt, ist enthaltsam in allem — jene, um einen vergänglichen Siegeskranz zu empfangen, wir aber einen unvergänglichen.
26 So laufe ich nun nicht wie aufs Ungewisse; ich führe meinen Faustkampf nicht mit bloßen Luftstreichen,
27 sondern ich bezwinge meinen Leib und beherrsche ihn, damit ich nicht anderen verkündige und selbst verwerflich werde.

Zum Abschluss, schreibt Paulus von einem Mitarbeiter, der ihn aber später verlassen wird:

Kolosser 4:14  Es grüßt euch Lukas, der geliebte Arzt, und Demas.
Philemon 1:24 Markus, Aristarchus, Demas, Lukas, meine Mitarbeiter.

und später:

2 Tiimotheus 4:10  Denn Demas hat mich verlassen, weil er diesen Weltlauf liebgewonnen hat, und ist nach Thessalonich gezogen, Crescens nach Galatien, Titus nach Dalmatien.

Jemand der den Glaubensweg verlässt und in die Welt zurück geht, ist abgefallen. Mit diesem geht es schlimmer aus, als zum Anfang des Glaubens:

2. Petrus 2:21 Denn es wäre für sie besser, dass sie den Weg der Gerechtigkeit nie erkannt hätten, als dass sie, nachdem sie ihn erkannt haben, wieder umkehren, hinweg von dem ihnen überlieferten heiligen Gebot.

Und der Autor des Hebräerbriefs ermahnt uns zudem:

Hebräer 6:
4 Denn es ist unmöglich, die, welche einmal erleuchtet worden sind und die himmlische Gabe geschmeckt haben und Heiligen Geistes teilhaftig geworden sind
5 und das gute Wort Gottes geschmeckt haben, dazu die Kräfte der zukünftigen Weltzeit,
6 und die dann abgefallen sind, wieder zur Buße zu erneuern, da sie für sich selbst den Sohn Gottes wiederum kreuzigen und zum Gespött machen!

Yeshua sucht keine, die an Ihn "glauben" - sondern die an Ihn glauben und tun, was Er sagt (Lukas 6:46).
Wir tun wohl daran, die Nähe von Yeshua zu suchen. Die Schrift warnt, dass ein großer Abfall vor dem Tag des Herrn kommt:

2. Thessalonicher 2:
3 Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens,

Für Menschen die ein lauwarmes Glaubensleben führen möchten, die es nicht ernst mit der Nachfolge des Königs meinen, wird die Lehre des "einmal errettet, immer errettet" attraktiv erscheinen. Für die, welche auf das Angesicht Yeshua warten, wird ein ernstes Auseinandersetzen mit Seinem Wort und harte Prüfung des Selbst stattfinden, um Ihm wohlgefällig zu sein. Die welche zu Yeshua gehören, werden nicht abfallen - und tun Seinen Willen. Die, die kurz mitgelaufen sind und dann wieder umkehrten, gehörten nie zu Ihm.
Unser Bestreben ist, unsere Errettung jeden Tag in Yeshua sicher zu wissen. Allezeit leitet uns der Ruach (Geist Gottes), Seinen vollkommenen Willen zu tun. Die Kinder Gottes sind die, welche Seinen Willen tun.

1 Kommentar

  • flavio
    Posted on Mai 16 in flavio

    Es freut mich wieder von dir zu. Hören. Ich wunsche dir viel erfolg in yeshua mit deiner neuen seite. Gottes segen.

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